Aktuelles Selbstversuch

ChatGPT erstell mir ein Weihnachtsessen –KI-Rezeptvorschlag im Test

Genug Herzlichkeit und Hirnmasse sind in mittelmäßig originelle Geschenkideen geflossen – Zeit, die Maschinen die Arbeit übernehmen zu lassen. Wie das von ChatGPT vorgeschlagene Abendessen geschmeckt hat und ob ich es in der von KI geschätzten Zeit zubereiten konnte, lest ihr im Artikel.

Ein bisschen zu spät, um auf dem vorläufigen Höhepunkt des AI-Hypes inklusive KI-Influencerin mit zu reiten und gerade pünktlich genug, um nicht von ChatGPT bestreikt zu werden, hat es mich in den Fingern gejuckt, die KI einem kleinen Test zu unterziehen: „Hey ChatGPT, kannst du mir ein Rezept und die Zubereitung für ein vegetarisches Abendessen für Weihnachten erstellen?“ Die unnötige Grußformal ist mir mit Sicherheit wegen untreuer Gedanken zu anderen sprachbasierten Tools herausgerutscht.  Davon unbeeindruckt, liefert der Chatbot Generative Pre-trained Transformer schnell einen Vorschlag: Gebackener Butternusskürbis mit Quinoa-Füllung und Cranberry-Orangen-Sauce – klingt gut.

Cranberry-Orangen-Sauce in the Making Foto: Gerriet Scheben

Im Chat folgt eine Übersicht mit den Zutaten und der Zubereitung, die dem Kochrezepte-Übungsmaterial an nichts nachsteht. Auf Nachfrage schreibt die AI, dass das Abendessen für vier Personen reichen sollte und etwa anderthalb bis zwei Stunden Bearbeitungszeit benötige. Auch die Frage, ob Personen mit Allergien bei dem Gericht aufpassen sollten, kann das Tool beantworten. Nüsse und Gluten werden hervorgeheben und im Rahmen der Kategorie Sonstige verweist die KI darauf einen Blick auf die Zutaten und die enthaltenen Allergene zu werfen und im Zweifelsfall bei den Gäst:innen nachzufragen.

Es gibt kleine Hindernisse vor dem Start

Beim Einkaufen für das Gericht war nur der Butternut-Kürbis, gerade nach seiner Saison, nicht überall erhältlich. Ein Discounter, der in Vivaldi enthalten ist, konnte aber Abhilfe schaffen.

Fertige Kürbishälften und Pfanne mit Quinoa Foto: Gerriet Scheben

Kurz vor dem Kochen fiel mir noch auf, dass ich es nicht gewohnt bin mit der Maßeinheit „Tasse“ zu arbeiten. Die Einheit „Cup“ leitet sich aus dem abgelesenen Textmaterial ab, es gibt aber laut Wikipedia unterschiedliche Mengen für den deutschen und für den englischsprachigen Raum. Ich bin davon ausgegangen, dass letzterer für die Texte, mit denen ChatGPt gelernt hat, relevanter ist. Der Wahl zwischen der englischen (284 ml) und der amerikanischen (236 ml) Cup bin ich über einen Messbecher, der einen Tasse-Strich hat, ausgewichen. Es besteht aber bestimmt auch die Möglichkeit, den Prompt anzupassen und sich andere Maßeinheiten geben zu lassen.

Und so läuft das Kochen ab:

  • 16.50 Uhr: Start der Vorbereitung – draußen ist es winterlich kalt und von den Bauarbeiten am Nachbarhaus dröhnt und schimpft es besinnlich
  • 17.08 Uhr: Kürbishälften sind im Ofen
  • 17.24 Uhr: Quinoa köchelt im Topf
  • 17.38 Uhr: Pfanne kocht – der Orangengeruch, nachdem sie gerieben wurden, ist überragend (weihnachtlich)
  • 17.52 Uhr: Cranberry-Orangen-Sauce köchelt – um kurz vor sechs decke ich die Quinoa-Mischung in der Pfanne ab, damit sie warm bleibt
  • 18.00 Uhr: Kürbis mit Gabel angepikst, kann noch ein bisschen
  • 18.07 Uhr: Kürbishälften sind fertig, Sauce auch
  • 18.13 Uhr: Stoppt den Timer, es ist angerichtet (ca. anderthalb Stunden Bearbeitungszeit passen)
  • 18.32 Uhr: Das Essen gefällt. Ich und mein Tester vergeben 7/10 Punkten. Wir lassen jeweils die Hälfte übrig, also kommt die Personenzahl von vier hin.

Der Versuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, viel Spaß beim ausprobieren.