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Zeit für mehr Europa

Ende Juni lief die Bewerbungsfrist für die erste Runde der von der EU spendierten Interrailtickets im Rahmes des Programms „DiscoverEU“ aus, doch kaum einer wusste ein lobendes Wort darüber zu verlieren. Stattdessen wurde das Vorhaben in allen großen Medien zerrissen. Dinge zu kritisieren ist ehrlich gesagt nicht besonders schwer, da pfeife ich leider auf die Meinung großer Namen. Denn meistens sind die kritischen Stimmen nicht in der Lage, bessere Vorschläge hervorzubringen. Grundsätzlich bin ich von dieser konsequenten Infragestellung der Sinnhaftigkeit der EU nur noch genervt! Und genau deshalb nehme ich mir jetzt die Zeit meinen Blick von den ganzen Problemen abzuwenden und zu erkennen, welche tolle Möglichkeit jungen Menschen bei „DiscoverEU“ geboten wird! 

von Ann-Kathrin

Topic of the day: Interrailtickets zur Entdeckung Europas

Ich persönlich bin mehr als dankbar und glücklich, dass es die EU gibt. Neben all den rechtlichen und finanziellen Vorzügen, die wir daraus genießen, ist es eben auch die EU gewesen, die mir mein Auslandssemester mitfinanziert hat. Das ist nichts Selbstverständliches und sollte auch nicht als eine Kleinigkeit abgetan werden. Denn durch solche Angebote wird interkultureller Austausch in Europa erst richtig erlebbar gemacht. Bei der jetzigen Aktion mit dem passenden Titel „DiscoverEU“ dürfen die TeilnehmerInnen einen Monat lang per Bahn, Bus und Fähre durch vier EU-Länder reisen und somit Europa aus erster Hand erleben. Das scheint auch für einen Großteil der Menschen bitter nötig zu sein, damit der wachsende krankhafte Nationalismus in Europa wieder abnimmt.

Mehr Zeit für Europa ist aber auch bitter nötig, um mit Vorurteilen aufzuräumen! Während meines Auslandssemesters in Prag z.B. war mein Besuch teilweise überrascht, dass es in dieser Millionenstadt eine Metro gibt. An dieser Stelle will ich jetzt keinem zu Nahe treten, aber was für verrückte Vorstellungen haben vor allem Deutsche eigentlich vom ehemaligen Ostblock?! Ich jedenfalls finde es sehr traurig, dass das junge Volk in der Lage ist, schon gefühlt 300x in ihrem Leben Party auf Malle zu machen. Gleichzeitig sind sie aber nicht ein einziges Mal auf die Idee gekommen, die östlichen Nachbarländer Deutschlands zu besichtigen. Ihr könnt mir glauben: Dort ist es auch wunderschön und obendrein noch viel günstiger als in ganz West- und Nordeuropa! Deswegen supporte ich die Idee, dass jeder junge Europäer seinen Horizont erweitern kann, indem er seine comfort zone verlässt und ganz Europa für sich entdeckt. Vielleicht wäre es dann auch der künftigen Generation möglich, sich auf Gemeinsamkeiten und Stärken zu berufen und nicht ständig in einem politischen Egotrip abzudriften.

Woher kam diese Idee?

Die Grundidee kam von zwei Aktivisten, die ihre Meinung über mehrere Jahre hinweg europaweit in die Öffentlichkeit getragen haben. 2014 haben Vincent und Martin innerhalb von sechs Wochen über zehn EU-Staaten bereist, was ihr Verständnis von Europa so stark verändert und geprägt hat, dass sie allen Europäern diese Chance geben wollen. Wir sollten gerade in diesen angespannten Zeiten nicht nur Europäer auf dem Papier, sondern „aus Erfahrung“ sein (Zitat aus https://www.tagesschau.de/ausland/interrail-115.html)! Der Zuspruch für diesen visionären Gedanken hat es sogar bis ins Europäische Parlament geschafft, wodurch die EU-Kommission im Juni zur Teilnahme an der ersten Runde von „DiscoverEU“ aufrufen konnte.

Wo würde meine Reise hingehen?

Damit überhaupt ein Interrailticket gewonnen werden kann, muss man im Jahr 2000 geboren sein und zusätzlich einige Fragen zur EU beantworten können. Aus allen Teilnehmenden erhalten dann 15.000 ein Ticket. Mit meinem hohen Alter falle ich natürlich schon aus dem Rahmen… Wenn ich dieses Jahr jedoch freshe 18 Jahre alt geworden wäre, hätte ich mir folgende vier Länder ausgesucht: Mazedonien, Griechenland, Rumänien und bella Italia. Eigentlich wollte ich Polen mit in diese Favoritenliste aufnehmen. Jedoch ist mir das bei der aktuellen politischen Lage einfach nicht möglich. Wer die Nachrichten in den letzten Monaten verfolgt hat, weiß wovon ich rede… Jetzt würde mich natürlich interessieren, was ihr von „DiscoverEU“ haltet und welche europäischen Traumziele ihr euch ausgesucht hättet!

 

 

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