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Aktuelles Alltag

Wie wird auf Instagram über die Corona-Pandemie informiert?

Immer mehr junge User*innen nutzen die sozialen Medien, um sich über die neuesten Nachrichten zu informieren. Doch was macht den Reiz der Informationsbeschaffung über Instagram aus? Und was hat die Corona-Pandemie diesbezüglich verändert?

von Tabea Desch

Die Coronakrise hat viele unserer Verhaltensweisen beeinflusst. Unser Kaufverhalten, unseren Umgang miteinander und natürlich auch unsere Rezeption von sozialen Medien. Social Media ist noch wichtiger in unserem Alltag geworden, weil es eine Möglichkeit war, der Einsamkeit des Social Distancing zu entkommen, sich zu informieren und auszutauschen.

Somit ist die Nutzung der sozialen Medien während des Lockdowns angestiegen. Soziale Medien werden zwar nicht in erster Linie für Nachrichten genutzt, doch auch diese Art der Nutzung ist während der Coronazeit angestiegen. Der Reuters Digital News Report 2020, ein Report zur Nachrichtennutzung im internationalen Vergleich, zeigt, dass ein Anstieg der Nachrichtennutzung auf Instagram schon in den letzten Jahren zu vermerken ist.

Verlässliches Informieren über Nachrichten funktioniert auf Instagram über die Instagram-Accounts der klassischen Medienformate. Der Spiegel, die Tagesschau oder zdf heute haben eine große Anzahl an Followern und veröffentlichen täglich mehrere aktuelle Postings zu den neuesten Geschehnissen.

Da Instagram eine Plattform ist, die von ästhetischen und unterhaltenden Inhalten geprägt ist, passen sich auch die klassischen Medienformate diesen Eigenschaften an. Sie informieren zwar über die wichtigsten Ereignisse aber veröffentlichen täglich ebenfalls eine Vielzahl an positiven Postings, um eine gute Grundstimmung auf ihrem Instagram-Profil zu bewahren. Dieses Prinzip wurde auch während der Coronazeit beibehalten.

Zusätzlich sind in der Nachrichtenberichterstattung während des Lockdowns neue Formate entstanden. Bei Instagram ist die Einbindung der Community sehr groß. Es wurden Postings veröffentlich, in denen Userfragen bezüglich des Coronavirus aufgegriffen und beantwortet wurden. News-Ticker, Illustrationen und Grafiken waren vor allem für die Infektionszahlen relevant. Es gab Faktenchecks und viel Aufklärung, in Form von Videos oder Illustrationen, um sicherzustellen, dass die User*innen richtig informiert bleiben.

Auch Instagram selbst passt sich der Corona-Pandemie an

Auch die Plattform Instagram selbst hat dazu beigetragen, dass sich Fake-News über das neue Coronavirus nicht so einfach verbreiten können.

„Seitdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund des Coronavirus im Januar den Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, haben wir verschiedene Schritte unternommen, um Menschen den Zugriff auf verlässliche Informationen zu erleichtern, sie zu schützen und ihnen zu helfen, mit anderen in Verbindung zu bleiben“, schreibt Instagram Ende März auf ihrer Infoseite.

Corona auf Instagram © instagram
Corona auf Instagram © instagram.com

Die User*innen wurden bei einer Suche nach der Krankheit Covid-19 direkt zu dem Account oder zu der Website der Weltgesundheitsorganisation weitergeleitet. Zusätzlich wurden von unabhängigen Faktenprüfer*innen Profile, deren Inhalte als falsch bewertet wurden, aus den Kontoempfehlungen entfernt. Außerdem gab es neue Richtlinien, die es erlauben, Werbeinhalte und damit verbundene Hashtags zu sperren. Damit sollen Werbungen gesperrt werden, die eine Heilung von Corona oder eine Immunität durch ihr Produkt versprechen. Die Plattform will vermeiden, dass sich Firmen an der Unsicherheit der Menschen bereichern. Unsicherheit ist in unbekannten, neuen Situation, wie wir sie durch Corona erfahren haben, normal und sollte nicht zu kommerziellen Zwecken missbraucht werden.

Junge Leute informieren sich über Instagram und YouTube

Für eine ausreichende und umfangreiche Informationsbeschaffung über die aktuellsten und wichtigsten Nachrichten reicht Instagram nicht aus. Dafür ist die visuelle Komponente auf der Plattform zu zentral und die Möglichkeit der textlichen Informationen zu gering. Trotzdem wird Instagram gerade bei jungen Nutzer*innen immer wichtiger für die Informationsbeschaffung. So haben 38 Prozent der 18-24-jährigen für die Informationssuche über Corona Instagram gewählt. 39 Prozent derselben Altersklasse hat sich für eine Suche nach Informationen über das Virus auf YouTube entschieden.

Soziale Medien liefern Infos zur Corona-Krise ©
Soziale Medien liefern Infos zur Corona-Krise © Reuters Digital News Report 2020
Während Corona muss man kreativ werden © instagram.com/tagesschau
Während Corona muss man kreativ werden © instagram.com/tagesschau

Der Vorteil der Berichterstattung auf Instagram ist die vielfältige und unterhaltende Berichterstattung. Neben den wichtigsten Informationen über Kontaktbeschränkungen, Schließungen oder steigenden Infektionszahlen wurden auch immer skurrile oder unterhaltende Foto-Postings auf Instagram veröffentlicht, die einen gesellschaftlichen Einblick bieten und auf Einzelschicksale, ungewöhnliche Vorkommnisse oder besondere Momente eingehen. Es werden nicht nur die wichtigsten und negativsten Nachrichten auf den Instagram-Profilen der klassischen Medien veröffentlicht, wie es beispielsweise aus der Tagesschau im Fernsehen bekannt ist, sondern auch die ungewöhnlichen Veränderungen oder Einfälle, die durch das Coronavirus ausgelöst wurden. Damit wird ein anderer Zugang zu den Geschehnissen ermöglicht und mehr Einsicht in die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Coronavirus geboten.

 

Beitragsbild: Pixabay

 

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