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Aktuelles Alltag Studentenleben

Warum studieren allein ziemlich lame ist!

Im Idealfall überlegt sich jeder Studierende im Voraus, warum er eigentlich an die Uni möchte. Aber die Realität sieht oft anders aus: Erst nach den abgelegten Abiprüfungen machen sich die meisten ernsthafte Gedanken über ihren Werdegang after school! Da zu diesem Zeitpunkt die Bewerbungsfristen für Ausbildungen schon lange ausgelaufen sind, bietet sich ein Studium natürlich an. Zum einen entgeht man mit diesem Schritt einer Lücke im Lebenslauf und zum anderen ist die Bewerbung auf einen Studienplatz ziemlich simpel.

Also why not?!

Topic of the day: Was ist der Sinn eines Studiums?

Heute geht’s darum einmal inne zu halten und sich bewusst zu machen, was einem ein Studium überhaupt bringen kann – abgesehen von einem Abschluss, den man sich an die Wand hängen kann, und der Aussicht auf einen gut bezahlten Job, wenn man das „Richtige“ studiert hat. Denn im Laufe eines Studiums kommt für jeden einmal der Zeitpunkt, an dem man sich fragt: „Warum bin ich eigentlich hier?“.

Als Studentengranny (bereits im 12 Hochschulsemester) möchte ich euch wissen lassen, was mir an meinem bisherigen Studium ganz wichtig war und ist. Der Fokus wird auf Dingen liegen, die sich nicht primär während der Vorlesungen abspielen. Auch auf den bereits erwähnten finanziellen Vorteil nach dem Abschluss, sowie dem stumpfen Aneignen von Fachwissen, werde ich nicht näher eingehen. Studieren bedeutet schließlich mehr, als nur seine Leistungspunkte einzusahnen!

1. Socializing

Natürlich ist es wichtig, dass ihr euch Fachwissen aneignet und in eurer Studienrichtung am Ende mehr Ahnung von der Materie habt, als ein Schüler. Aber darüber hinaus solltet ihr euer Studentenleben nicht nur auf Dauerfeiern oder Dauerlernen ausrichten! Viel wichtiger ist es mit Leuten in Kontakt zu treten und sich ein Netzwerk aufzubauen. Klar, auf Parties trifft man auch immer mal wieder Leute, aber da steht der Abend unter dem Motto „Party hard“ und nicht „Get Connected hard“.

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich nach der Uni nicht mehr die Chance haben werde mit so vielen unterschiedlichen Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammenzukommen. Die Arbeitswelt wird sich nämlich nur auf ein bestimmtes Feld ausrichten, sodass man häufig nur auf seiner Fachinsel dahin dümpelt. Daher lautet mein erster Rat: Tauscht euch aus, und wenn euch jemand nicht gefällt, gibt’s ja glücklicherweise genügend andere Studis. Einsam und allein muss jedenfalls keiner seinen Abschluss feiern! 😉

2. Improve yourself – werde selbstständig!

Lasst nicht alles auf euch zukommen, da ihr sehr viele Dinge im Studium selbst steuern könnt! Wer beispielsweise Fristen verpasst, braucht nicht zu erwarten, dass es irgendeinen an der Uni interessieren würde… Zudem könnt ihr eurer Profil selbst gestalten, da ihr in der Regel aktiv eure Veranstaltung auswählen könnt. Ihr bekommt also eine große Portion Selbstbestimmung und Freiheit, mit denen der Umgang gelernt sein will. Meistens klappt das aber nach zwei bis drei Semestern schon ganz gut!

Auch eure Wohnadresse sollte sich ändern! Nutzt die Chance euch vom Elternhaus zu lösen.Die Wohnungssuche ist gerade in Bonn ein krasser Nervenkiller und finanziell auch nicht unbedingt einfach zu wuppen, aber: Wer erst nach dem Studium eine eigene Wohnung in Angriff nehmen und on top eine Vollzeitstelle bewältigen möchte, dem wünsche ich dabei ganz viel Erfolg – meiner Ansicht nach wird das nämlich mächtig schiefgehen. Außerdem braucht man nicht direkt zwei große Umstellungen nach seinem Abschluss. Vollzeit arbeiten reicht auf jeden Fall aus…

3. Freizeitgestaltung

Getreu dem Motto „Wer ausschließlich studiert, verliert!“ empfehle ich euch auch während des Studiums über den Tellerrand hinauszuschauen. Beschränkt euch beispielsweise nicht auf euer Pflichtpraktikum. Die große Frage, was nach dem Studium kommen soll, lässt sich deutlich besser beantworten, wenn man in mehr als zwei Unternehmen tätig war. Darüber hinaus würde ich nicht mehrere Praktika im selben Bereich absolvieren, außer ihr seid euch schon zu 100 Prozent sicher, dass das genau euer Ding ist. Ich persönlich war bereits in unterschiedlichen Feldern tätig und habe so zum Beispiel festgestellt, dass aus mir niemals eine Journalistin wird! Was für viele als ein Traumberuf gilt, hat sich für mich als Albtraum entpuppt! Aber sowas erfahrt ihr erst, wenn ihr euch in verschiedenen Tätigkeitsfeldern versucht.

Daneben könnt ihr auch einen Blick auf Hochschulgruppen oder Vereine werfen. Mir ist natürlich bewusst, dass all meine Ratschläge sehr zeitintensiv sind. Und ihr denkt jetzt bestimmt, wann soll ich dann bitte noch lernen und arbeiten und chillen?! Aber zuerst einmal solltet ihr euch von diesem Druck lösen euren Abschluss mit Bestnoten in der Regelstudienzeit absolvieren zu müssen! Es reicht ja, wenn ihr ein, zwei Dinge mal abcheckt. Aber wer sich nur auf seine Comfort Zone beschränkt, wird es später auch nicht einfacher haben. Neben euch studieren noch Millionen andere Menschen in Europa, und wenn ihr bei einer Bewerbung hervorstechen möchtet, reicht es halt leider nicht aus nur studiert zu haben. Ihr könnt in solchen Einrichtungen und Initiativen nämlich dafür sorgen, dass euer Lebenslauf einen individuellen Touch erhält.

Ich habe mich bei einer Hochschulgruppe versucht und es wieder abgebrochen, weil unsere Vorstellungen von der Zusammenarbeit nicht übereingestimmt haben. Aber dafür bin ich jetzt hier beim Medienblick und ganz happy darüber! Hier habe ich eine Plattform gefunden, auf der ich mich austauschen kann und die Freiheit habe mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir selbst wichtig sind – ohne Zeitdruck. Bei solchen Engagements zählt ausschließlich, dass es EUCH Spaß macht!

4. Selbstfindung

  Ich würde mein bisheriges Studium als Reifeprozess beschreiben. Durch alle Höhen und Tiefen hinweg habe ich mich zu jemanden entwickelt, der deutlich besser benennen kann, was ihm wichtig ist und worauf er im Leben Wert legen möchte, als es mit 18 Jahren der Fall war. Man wird im Laufe seines Studiums mit seinen Stärken und Schwächen konfrontiert, lernt unglaublich viele Menschen kennen. Trotzdem gibt es auch Schattenseiten, weil man leider auch eine Menge Zeit damit verbringt Fachliteratur zu lesen und Hausarbeiten zu schreiben oder für Klausuren zu lernen. Wenn wir aber mal ehrlich sind, dann wissen wir doch alle ganz genau, dass das Leben in keiner Phase ein reiner Ponyhof ist, oder?!

Doch jetzt wieder zurück zu den sonnigen Seiten: Die Uni selbst bietet viele Möglichkeiten mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten. Unser Institut bietet im Rahmen des „Forum Medienwissenschaft“ eine Austauschmöglichkeit, in der noch Studierende und Absolventen zusammen kommen und sich über berufliche Perspektiven austauschen. Zudem werden viele Workshops angeboten, in denen ihr erarbeiten könnt, welcher Schritt nach dem Abschluss am sinnvollsten ist. Lauft also bitte nicht mit einem Tunnelblick eurer Regelstudienzeit hinterher!

Ihr solltet nach eurem Abschluss über grundlegende Dinge, die euch selbst betreffen, im Klaren sein. In welcher Position möchtet ihr beispielsweise arbeiten? Steht ein hohes Gehalt im Fokus? Wie wichtig ist euch euer Berufsumfeld – möchtet ihr lieber allein oder im Team agieren? Ist es euch wichtig, dass ihr mit eurer Tätigkeit der Gesellschaft etwas zurückgeben könnt, zum Beispiel indem ihr für NGOs oder ähnliche Institutionen arbeitet? Wie viel Verantwortung möchtet ihr übernehmen? Möchtet ihr einen Großteil eurer Lebenszeit in Arbeit investieren oder ist euch eure Freizeit genauso wichtig? Wie sieht es mit Auslandserfahrungen aus, ist es euch nach dem Studium noch bedeutsam ab und an andere Luft zu schnuppern? Wie wichtig ist euch das Thema Familienplanung?

Wenn ihr euch selbst besser kennt, dann werdet ihr nach dem Studium auf jeden Fall eine gute Wahl bei eurem ersten Job und der gesamten beruflichen Laufbahn treffen können. Also probiert euch aus, solange ihr könnt! Wer nämlich einmal in festen Strukturen ist, der wird sich daraus nicht mehr so einfach lösen können.

In diesem Sinne, ein Hoch auf das Leben als Student! 😉

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