Von: Tim Peacock, Fandom, CC BY 2.0.
Aktuelles Alltag

Von Fangemeinschaften im Internet und einer Katze als König von Westeros

 

„Halt das Tor!“ – dieser Satz erschütterte vor Kurzem die gesamte Game of Thrones Fangemeinde. Er löste virtuelle Tränenbäche aus und überall wurde im Internet die Tragödie diskutiert. Immer intensiver tauschen sich Fans im Internet über ihre Interessen aus und gründen eingeschworene Gemeinschaften.

Als Fan schätzt man besonders den Austausch mit anderen über eine Person, ein Hobby oder einen Gegenstand. Das Internet bietet die verschiedensten Plattformen, für die Zurschaustellung der eigenen Hingabe und dem gegenseitigen Austausch mit Gleichgesinnten. Die Fans treffen sich virtuell in Foren, auf Websites – zum Beispiel myFanbase – oder auf Youtube.

Serien und ihre Fans

Die größten Fangemeinden beziehen sich wohl auf Serien. Allein auf Youtube finden sich 2.690.000 Videos zum Thema Game of Thrones. Der Vorteil des seriellen Erzählens liegt in den Möglichkeiten der Entwicklung einer Geschichte und der Fülle an Details. Ideal für alle Fans, sich über jede Einzelheit auszutauschen. Viele Serien leben von diesem Austausch und verdanken ihnen ihren Ruhm.

Manche nutzen dieses Phänomen und machen ihr Produkt zu einem multimedialen Erlebnis. Die Bücher „House of Leaves“ oder „Only Revolutions“ von Mark Z. Danielewski verbinden das Printprodukt mit Websites und sind in sich ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Es existieren Fangemeinden, die sich damit beschäftigen, wie die Bücher zu lesen sind, und versuchen, das Rätsel um „House of Leaves“ zu lösen.

Die Kreativität der Fans kennt in ihrer Hingabe keine Grenzen. Von Kostümen, Einrichtungsgegenständen, bis zu unzähligen Videos, in denen stundenlang über ein Thema gesprochen wird, lässt sich alles finden. Besonders die Videos zeigen, wie sehr die Fans in ihrem Thema aufgehen. Betrachtet man die Kommentare, wird deutlich, dass man als „ungläubiger“ kaum ein Wort versteht. Die Fans kennen sich, alle Details und entwickeln ihre eigenen Theorien.

Verloren in der Parallelgesellschaft

Das angezeigte Video zeigt, wie sehr sich mancher Fan in seiner Welt verlieren kann. Plötzlich entstehen die abstrusesten Ideen, in denen dann schließlich eine Katze zum Erben des Throns wird. Die Unüberschaubarkeit des Ganzen erfordert eine zeitintensive Beschäftigung mit dem Thema, um einen Überblick über diese Community zu erlangen und es dauert wahrscheinlich noch länger, selbst einzusteigen. Der virtuelle Austausch hat natürlich den Vorteil, dass man Gleichgesinnte auf der ganzen Welt trifft, doch hin und wieder mit echten Menschen zu reden, könnte helfen, sich nicht zu verlieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.