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Aktuelles Gesellschaftsleben

Vielleicht lieber heute (Teil 8) Nachhaltig – aber richtig!

Immer mehr Menschen wollen ihren ökologischen Fußabdruck verringern, das ist großartig doch auf ein paar Dinge sollte man dabei achten!

Nutze mich, solange du kannst

In einem der ersten Beiträge, die ich über Zero Waste gelesen habe beschrieb die Person, wie sie alle ihre Tupperware (Plastik also) gegen Edelstahlbehälter ausgetauscht hat. So ganz ist nicht klar geworden, was mit der Tupperware passiert ist, andere sind da deutlicher. Sie wird entsorgt, um dem Edelstahl zu weichen. Plastik ist, vor allem in den Mengen die wir heute produzieren und nutzen, nicht gut für die Umwelt, keine Frage. Aber Plastikprodukte zu entsorgen, ist meiner Meinung nach schierer Wahnsinn! Klar, wenn das Produkt sowie ersetzt werden muss, dann ist es durchaus sinnvoll, das nächste Mal eine plastikfreie Alternative zu finden. Aber vor Ende der Nutzbarkeit???

Neu? Nein!

Ich wollte natürlich auch so schnell wie möglich viel Gutes für die Umwelt tun und habe mir eine (neue) Edelstahlflasche besorgt. Noch dazu von Amazon. Das letzteres schlecht ist, weiß ich, ersteres ist es aber auch. Während meines Auslandssemesters in der Schweiz habe ich mir eine weitere Flasche gekauft, die kleiner und wesentlich leichter ist (Aluminium, wenn mich nicht alles täuscht). Diese stammte aus dem Brocki, was von der Heilsarmee betrieben wird. Oder anders gesagt: Ich habe die Flasche Second-Hand gekauft! So oft es geht sollten wir versuchen, nicht nur lokal zu kaufen, sondern auch Second-Hand. Logischerweise funktioniert das nicht bei allen Sachen, aber Bücher, Filme, Flaschen, Brotdosen, ein Großteil von Kleidung… Das geht. Neulich hatte ich auch in einer Facebookgruppe gefragt, wo ich möglichst ökologische Tablethüllen finden kann, weil meine auseinander fällt. Aber eine Antwort war die offensichtlichste: Schau doch Second-Hand. Denn natürlich wurden für dieses Produkt schon Ressourcen verbraucht. Aber anscheinend ist es ja noch verwendbar!

Die Öko-Bilanz von Öko-Produkten

Zuweilen unterhalte ich mich mit meinem Vater über meine Öko-Ambitionen und sein häufigster Kommentar lautet, dass Edelstahlfalschen ja auch eine Menge Wasser in der Produktion verbrauchen. Abgesehen davon sollte beachtet werden, wo die Rohstoffe für die Flasche herkommen und unter was für Arbeitsbedingungen sie gewonnen wurden. Ich schlage vor, wir springen wieder zu Punkt 2.

Ernährung

Da ich seit bald etwa viereinhalb Jahren nichts mehr esse, was mal gelebt hat kriege ich hin und wieder etwas über das neueste vegetarische IT-Food mit. Quinoa, Bulgur, Avocados… ihr wisst schon. Lebensmittel, die von sehr weit weg kommen, hier nicht ansatzweise heimisch sind aber plötzlich als Must-Have dienen. Ich kann auch nicht gerade behaupten, nur lokal zu essen (Schande über mich) aber der Sinn von massiver Verzehrung von Lebensmitteln, die einen extrem langen Transportweg haben. Und z.T. so massiv gehypt werden, dass die lokalen Menschen (wo das Lebensmittel eigentlich herkommt und dort normaler Bestandteil des Speiseplans ist und zwar seit… schon immer?) es sich teilweise nicht mehr leisten können. Das ist irgendwie nicht so sinnvoll. Abgesehen davon: Manche Leute werden ja aus Umweltgründen Veggies, aber so etwas wird dabei sicher nicht helfen. Sojaprodukte können ähnlich schlecht für die Umwelt sein wie Fleisch, wenn nicht drauf geachtet wird.

Be careful! Super fancy Öko-Produkte

Bei welcher Seite, welchem Buch oder was auch immer man anfängt, die Wahrscheinlichkeit, dass man auf Bambuszahnbürsten stößt, sind ziemlich hoch. Diese haben dann einen Griff aus Bambus (wächst schnell nach und verrottet, soweit so gut) und Bürsten entweder aus Schweinsborsten (Metzgereiabfallprodukt), als Veggie muss ich das aber echt nicht haben. Oder Nylon-4 Bürsten. Das ist eine Art biologisch abbaubares Plastik. Abbaubar. Unter Laborbedingungen. Und in einigen Fällen ist es gar kein Nylon 4 sondern Nylon-6 was wiederum nicht abbaubar ist, nicht mal unter Laborbedingungen. (Lässt sich mit Hilfe eines Feuerzeugs feststellen – Plastik schmilzt, Nylon 4 jedoch würde brennen. Ob das sinnvoll ist,  die Zahnbürste anzukokeln sei aber dahin gestellt). Seid also einfach vorsichtig bei dem, was ihr kauft.

 

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