virus-4999857_1280
Aktuelles Alltag Politik

Vielleicht lieber heute (Teil 23): Nachhaltig in Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie löste eine Krise aus. Krise bedeutet Veränderung – aber auch Chance. Welche Auswirkungen hat die Coronakrise also auf die Umstellung zu mehr Nachhaltigkeit?

 

Von Nadja Hochholz

Wirtschaft, Gesundheit, Sozialleben – die Pandemie gefährdet viele Existenzen und löst somit vermehrte Reflexion aus. Wie äußert sich das auf die Nachhaltigkeit?

Während Politiker damit beschäftigt sind, das Ausmaß der Pandemie einzuschränken, untersuchen Wissenschaftler den Ursprung. So gehen mehrere Forscher davon aus, dass der Klimawandel und zu wenig Nachhaltigkeit als Auslöser vermehrter Pandemien und Krankheitswellen zu deuten sind. Der Verlust der Biodiversität, biologischer Vielfalt, ist nach derzeitigen Ergebnissen der Hauptauslöser. Somit sollte dem Biodiversitätsschutz zunehmend Aufmerksamkeit und Wichtigkeit zugesprochen werden, um Ressourcen, die Gesundheit von Ökosystem und Mensch und das Funktionieren der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Auch The Guardian sieht die Corona-Pandemie als Aufruf der Natur an: „We have been living in a bubble, a bubble of false comfort and denial. […] Now the membrane has ruptured, and we find ourselves naked and outraged, as the biology we appeared to have banished storms through our lives“.

Was sind mögliche Folgen der Pandemie für Umweltschutz und Nachhaltigkeit?

Noch sind die langfristigen Folgen nicht abzuschätzen, jedoch werden bereits einige Vermutungen aufgestellt. Auf der einen Seite wird die Pandemie als Chance angesehen, auf der anderen Seite wird jedoch bezweifelt, dass sich überhaupt etwas verändern wird. So geht Torsten Schäfer von der Plattform „Grüner Journalismus“ seinem Podcast „Historisches Versagen“ genauer darauf ein: PolitikerInnen müssen sich jetzt mit dem Neuaufbau der Wirtschaft befassen, vor Allem im Hinblick auf die Klimapolitik und Nachhaltigkeit. Sollten sie dies nicht tun, „begehen sie eine große Heuchelei“.

Die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 Forschende auf, an einer Online-Konsultation teilzunehmen: Wie kann Nachhaltigkeit zur Bewältigung der Pandemie beitragen und wie venice-3183168_1920kann die Bewältigung der Pandemie ihrerseits zur Stärkung von Nachhaltigkeit beitragen? Kurzfristige Fortschritte ließen sich bereits nach kurzer Zeit erkennen: sauberere Luft, die Erholung von Touristenstätten und Konsumveränderung. Soziale Berufe erhalten mehr Anerkennung, Diskussionen um Geldverteilung, wie das bedingungslose Grundeinkommen, werden intensiver und Debatten um die Datensicherheit nehmen zu. Immer mehr Firmen setzen auf regionale Beschaffungen, da viele globale Lieferketten zusammengebrochen sind und durch vermehrte Corona-Infektionen in Fleischbetrieben wird ein genaueres Auge auf Schlachthöfe geworfen.

Doch wie lange wird dieser Wandel tatsächlich anhalten?

Wenn nicht eine grundsätzliche Veränderung bei jedem Einzelnen eintritt: wohl nicht lange. In vielen Läden muss man keinen Einkaufswagen mehr verwenden – und schon wird kein Mindestabstand mehr eingehalten und es wird gemeint, die Maske nicht mehr (richtig) tragen zu müssen. Auch die Kontaktbeschränkungen werden kaum mehr eingehalten. Und während sich vor zwei Monaten noch alle gefreut haben, dass aufgrund des nachlassenden Tourismuses wieder sauberes Wasser in Venedig zu sehen (die Delfine waren fake news) waren und die Luft reiner wurde, meinen viele mit den nachlassenden Reisebeschränkungen direkt wieder reisen zu müssen.

Was kannst du also tun?

Achte beim Einkaufen vermehrt auf nachhaltige Produkte. Hilfreich dafür sind zum Beispiel grüne Apps – um herauszufinden welche es gibt und wie gut sie sind, kannst du dir unseren Beitrag dazu durchlesen. Auch hilfreich sind die Zertifizierungen vom NABU oder anderen anerkannten Gütesiegeln, z.B. der Blaue Engel, EU- Bio Siegel, Bio, Naturland, Bioland, usw. Vor Allem Aldi und Lidl bieten sich aufgrund der großen Auswahl an Bioprodukten unverpacktzum nachhaltigen Einkauf an.

Während der Corona-Zeit, in der man viel zuhaus ist, bieten sich auch DIY-Projekte an! Du kannst unglaublich viel einfach selber machen, von Brühe zu Waschpulver – mehr dazu findest du auf unserem Instagram-Account (@medienblick_bonn).

Unterstütze Organisationen und Initiativen, die wegen der Corona-Krise nötigen Veränderungen mit Nachhaltigkeitszielen verbinden. Zum Beispiel: #VerantwortungJetzt!, ACTIVE4FUTURE und United Nations Sustainable Development Group.

Außerdem bieten sich Unverpackt-Läden an. ort kannst du viele verschiedene Produkte unverpackt erwerben, ganz im Gegenteil zu herkömmlichen Supermärkten, wo die Produkte allesamt in Plastik verpackt sind. Falls du dich weiter darüber informieren möchtest, empfehle ich unseren Beitrag zum Bönnsche Lädche.

Lagere deine Lebensmittel richtig. Sammle leere Glas-Behälter und fülle Nudeln, Mehl, o.ä. dort hinein, da sich Papier binnen weniger Monate selbst recycelt. Manches Gemüse lässt sich länger haltbar machen, indem du es in ein Glas mit Wasser stellst (z.b. Möhren und Sellerie).

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.