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Vielleicht lieber heute (Teil 18): How to klimaschonend reisen

Kommt es zum Reisen und Tourismus im Zusammenhang mit den CO2 Emissionen, so verursacht kaum ein Land mehr CO2 als wir, Deutschland. Nach den USA und China liegt Deutschland an dritter Stelle. Was können wir tun, um das zu ändern?

Von Nadja Hochholz

Rund 8% der weltweiten CO2 Emissionen gehen auf den Tourismus zurück, so die Studie der Universität Sydney – und Deutschland ist der drittgrößte Verantwortliche hierzu. Grund dafür: Wohlstand, Reisefreude, eine mächtige Tourismusbranche und viel zu günstige Flugreisen. Wie du dazu beitragen kannst, unsere Emissionen zu verringern? Eine Reise besteht aus 3 Bestandteilen, auf welche man achten muss: der An-& Abreise, Unterkunft & Verpflegung und die Aktivitäten & Ausflüge vor Ort. Jeder Bestandteil hat Auswirkungen auf die Umwelt-& Klimabelanz des Urlaubs.

blur-1239439_1280Die An-& Abreise machen 75% der Emissionen einer Reise aus. 40% ist auf das Fliegen zurück zu führen, 32% auf das Auto fahren und nur 3% auf andere Verkehrsmittel (Öffis, Schiffe,…). Was sich ändern muss, ist offensichtlich – weniger Verwendung von Auto und Flugzeug und der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Meine erste Empfehlung wäre also, sich Urlaubsziele mit einer kurzen Anreisestrecke auszusuchen und diese dann am besten via Bus und Bahn zu absolvieren. Reisen innerhalb Deutschland und Europa haben mehr zu bieten, als man zunächst vielleicht annehmen mag.

Vor der Haustür wartet Abenteuer: An der Ostseeküste der Kieler Förde stehen Schlafstrandkörbe zum Übernachten unter freiem Himmel. Man kann mit Eseln die Uckermarck erkunden, oder eine Nacht in einem Hängezelt hoch über der Saarschleife verbringen. Eine Plattform, die sich auf nachhaltigen Urlaub in Deutschland spezialisiert hat, verdient dabei besondere Beachtung: das Projekt Katzensprung. Die Philosophie, vor der eigenen Haustür auf Entdeckungsreise zu gehen, steckt hier schon im sympathisch verspielten Namen. Gefördert wird das Projekt sogar von der Nationalen Klimaschutzinitiative und dem Umweltbundesministerium. Ebenfalls zu empfehlen ist die Website ‚Anderswo‚, welche sich mit dem nachhaltigen Reisen durch die Regionen Europas beschäftigt. Was alle Reiseziele bei Anderswo gemeinsam haben: Sie liegen abseits der ausgetretenen Tourismuspfade und jenseits von Mainstream und Massentourismus. Während in Städten wie Venedig, Rom, Dubrovnik oder Barcelona die Touristenmassen für immer größere Probleme sorgen, freuen sich die Bewohner kleinerer und weniger stark besuchter Städte wie zum Beispiel Zadar in Kroatien oder Évora in Portugal noch über Gäste. Das ist nicht nur günstiger, sondern entlastet auch in der Hochsaison stark überlaufene Reiseziele.

Doch so kommen wir auch zum ersten Problem: die Meisten möchten trotzem ‚exotischere‘ Länder erkunden und zudem möchte niemand seine Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln verschwenden, um zum Ziel zu kommen. Doch man sagt nicht umsonst: „Der Weg ist das Ziel.“ Die Züge und Busse fahren meist an den schönsten Landschaften vorbei, welche man, zumindest im Flieger, nicht betrachten kann.

Die Unterkunft macht immerhin noch 21% der Emissionen aus. Dieser architecture-building-business-2866351Punkt lässt sich recht kurz zusammenfassen: achtet auf die Energiesparmaßnahmen, Ökosiegel und bio, bzw. regionale/saisonale oder auch vegetarische Küche. Außerdem ist es zu empfehlen private Hotels und Pensionen großen Ketten vorzuziehen, da diese häufig besonders engagiert sind. Um einen Überblick über nachhaltige Pensionen zu bekommen, sollte man sich die ‚Blaue Schwalbe‚ anschauen. Außerdem helfen grüne Buchungsportale wie Ecobnb, Bookitgreen, GoodTravel oder Greenbooking bei der Suche nach einer nachhaltigen Unterkunft.

Auch am Urlaubsort selber gibt es einige Dinge, die du für einen klimaschonenden Aufenthalt beachten kannst. Am umweltfreundlichsten erkundest du die Gegend zu Fuß, per Rad, per ÖPNV oder per (E-)Auto(-Sharing). Informiere dich vor der Reise über die Konventionen im Reiseland, lerne vielleicht sogar ein paar Sätze der Sprache und gehe respektvoll mit der einheimischen Bevölkerung und mit der lokalen Flora und Fauna um. Das Portal fairunterwegs zeigt dir, wie du Reisegenuss und Fairness verbindest. Bei deinem Einkauf am Urlaubsort kannst du darauf achten, regionale Produkte in kleinen, lokalen Läden zu kaufen. Und wie zuhause solltest du den Müll korrekt entsorgen und wiederverwendbare Trinkflaschen verwenden.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Tipps Lust aufs Reisen machen konnten und wünsche dir einen erlebnisreichen und klimaschonenden nächsten Urlaub!

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