Die Juli-Umfrage zur Sonderedition

Die internationalen Studis, die sich für diese Ausgabe des Medienblick ins Zeug gelegt haben, waren sogar für uns im Tonstudio und haben Jingles produziert. Doch welcher Jingle ist der beste? Welcher passt zu uns? Hört rein und stimmt mit ab! "Which Jingle Rings Your Bell?"

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Schluss mit dem Drama in 6 Semestern?

Es ist beschlossen: Kultusminister und Hochschulrektoren wollen die umstrittenen Bachelorstudiengänge ändern. Die Arbeitsbelastung der Bachelorstudenten ist sehr hoch. Allseits klagen die Studierenden über Hektik und Stress. Künftig soll alles besser werden. Die Fülle des Stoffs soll reduziert und überdacht, der Druck abgebaut, die starre Verschulung gegen Mobilität ersetzt werden. Worüber bisher nur leise diskutiert wird: Eine Entzerrung der Stoffmenge in acht statt sechs Semester würde vielleicht Linderung verschaffen.

Von Linda Krummenauer

Doch was halten die Studis von dieser Idee eines achtsemestrigen Bachelorstudiums? Eine Befragung von Bachelorstudierenden an der Universität Bonn ergab gemischte Gefühle über eine Verlängerung der Regelstudienzeit.

Julia (24), Studentin der Romanistik im 5. Semester, ist einem Bachelorstudium in acht Semestern gegenüber positiv eingestellt. „Eine Verlängerung der Regelstudienzeit wäre schon gut, da man so entspannter und länger ins Ausland gehen könnte, was gerade wenn man Sprachen studiert, wichtig ist. Es gäbe auch mehr Zeit für Praktika. Vielleicht wäre das Studium auch stressfreier, weil man nicht so viele Klausuren auf einmal schreiben müsste.“

Andreas (23),  Agrarwissenschaftsstudent im 4. Semester, stimmt Julia zu. „Es wäre definitiv weniger Hektik, ich hätte auch mehr Zeit für einen Nebenjob. So, wie bisher, ist es schwer, Geld für die Studiengebühren zu verdienen, wenn man sie als Student selbst bezahlen muss.“

Mehr Auslandserfahrung, mehr Praktika, mehr Geld

Auch Deutschlands Arbeitgeber, die bisher oft Zweifel an der Arbeitsmarkttauglichkeit der Bachelorabsolventen hatten, sehen ein längeres und solideres Studium als Chance für die Studenten. Sie  könnten mehr Wissen im Studium und Erfahrung während verschiedener Praktika sammeln. Die Studenten würden durch größere Freiheit im Studienverlaufsplan selbstständiger werden und lernen, eigene Entscheidungen zu fällen, was sich positiv auf ihre Arbeitsweise im Job auswirken würde. Allerdings werden auch andere Stimmen laut, die mit dem bisherigen Bachelor in sechs Semestern ganz zufrieden scheinen.

Markus (23) studiert VWL auf Bachelor im 6. Semester und kann den ganzen Unmut nicht recht verstehen. „Also für mich persönlich war der Studienverlauf in VWL in sechs Semestern völlig in Ordnung. So konnte ich mich neu orientieren für die nächsten 4 Mastersemester. Diese Möglichkeit zur Neuorientierung nach dem Abi war meiner Ansicht nach der wichtigste Vorteil der ganzen Umstellung zu den neuen Systemen. Acht Semester wären ja schon wieder so festgefahren wie vorher beim Diplom. Und ich glaube, es gibt viele Studenten, denen sechs Semester reichen. Wer mehr braucht und dazu fähig ist, soll dann den Master machen.“

Warum ist man dann nicht gleich beim Magister und Diplom geblieben?

Wiederum andere plädieren für eine klare Reform, sehen aber keine Lösung in einer Verlängerung der Bachelorregelstudienzeit auf acht Semester. „Sinn der Sache ist ein schnelles Studium mit dem Ergebnis qualifizierte Hochschulabsolventen zu haben, die in den Beruf einsteigen können. Wenn der Bachelor jetzt wieder verlängert werden soll, wieso ist es dann nicht gleich bei Magister und Diplom geblieben?“ fragt Hanna (24), Asienwissenschaftlerin im 5. Semester. Ihre Freundin Margarita (26), ebenfalls Asienwissenschaftlerin im gleichen Semester, ergänzt: „Ich halte es für Schwachsinn, eine Lösung mit der Zeitfrage zu finden. Das System selber muss nochmal grundlegend bearbeitet werden, damit die Studierbarkeit in sechs Semestern gegeben ist.” Beide sind sich einig, dass der Fehler innerhalb der Struktur des Bachelorstudiums liegt. Die Lehrinhalte der Fächer müssten entrümpelt werden.

Die Hauptprobleme stellen die Verschulung, die geringe Flexibilität der Fächer- und Kurswahlmöglichkeiten sowie die Stoffmenge dar. Auch der Mangel an Kompatibilität der Creditpoint-Systeme zwischen verschiedenen Hochschulen innerhalb Deutschlands und nach Auslandsaufenthalten schlägt negativ zu Buche. Eine Bachelor-Reform, die diese Probleme beheben würde, wäre wohl die sinnvollste Lösung, um das eigentliche Ziel des Bachelors, das schnelle und fundierte Studium, zu erreichen und damit dem Drama in sechs Semestern ein Ende zu setzen.

Durch eine Verlängerung der Regelstudienzeit können diese Probleme jedoch nicht gelöst werden. Vielmehr würde es viele Studenten demotivieren, nach acht Semestern Bachelorstudium noch einen Master Abschluss anstreben zu wollen. Die Tendenz ist also, erst gar kein Drama in acht Semestern zu schreiben.

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