Sabine Lewitscharoff über das Schreiben

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Blogs und mehr - Medienkompetenz an der Uni

Es ist ja klar: Wer nicht als Digital Native geboren wurde, muss den Umgang mit Computer und Internet noch trainieren. Auch wenn in der relativ homogenen Gruppe der Studierenden nicht von einer digitalen Kluft zu sprechen ist, stößt man doch gelegentlich auf Wissens- und Kompetenzunterschiede, die erstaunen. Um solche Abstände zu verringern, liegt die kurrikulare Vermittlung nahe. Allerdings stehen die neuen Medien längst nicht an allen Instituten auf dem Semesterplan.

Nun könnte man meinen, dass weder Theologen noch Agrarwissenschaftler oder Mediziner wissen müssen, wie man zum Beispiel einen Blog erstellt. Fachlich mag das auch stimmen. Gesellschaftlich aber ist es heute von enormer Wichtigkeit, sich sicher durch die digitale Welt bewegen zu können. Sucht man auf den Seiten der Universität Bonn nach solchen Themen, findet sich immerhin im Studium Universale eine Ringvorlesung zum Thema Datenschutz. Konkrete Projekte innerhalb von Übungen und Seminaren sind aber selten.

Mit dem besten Beispiel voran geht die Philosophische Fakultät. Hier lässt sich etwa ein News-Blog der Asienwissenschaftler entdecken, der Veranstaltungen und Berufsangebote  rund ums Fachgebiet präsentiert. Am naheliegendsten sind solche Projekte natürlich für die Medienwissenschaftler. Wer dieses Fach studiert, ist spätestens im dritten Semester dran: Ein EDV-Kurs soll Grundlagen des computergestützten Arbeitens vermitteln.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Hier lernt man nicht nur etwas über die Geschichte des Internets, über Suchmaschinen und Bildbearbeitung, dieses Semester wurde folgerichtig auch ein Blog erstellt. Dieses “Medienkompetenz-Center” ist zwar für Außenstehende vermutlich relativ uninteressant. Für die Studierenden bietet sich hier jedoch die Möglichkeit, den Umgang mit dem Web2.0 zu üben. Wer im Netz noch nie etwas veröffentlicht hat, lernt hier, Tags zu nutzen, andere Beiträge zu bewerten und auf seine Quellen zu achten.

Das Ganze wird bestimmt nicht von allen ernst genommen – es ist aber ein Bestandteil modernen Lernens, der an Schulen und Hochschulen viel wichtiger werden sollte. Dass aber viele trotz lückenhafter Bildungsangebote das Beste aus den digitalen Möglichkeiten machen, hat beispielsweise die Bildungsstreikbewegung gezeigt. Hier beweg(t)en sich die Streikenden sicher durch StudiVZ, Twitter und Co. – und betreiben selbstverständlich auch einen eigenen Blog. Wenn das so gut funktioniert, und schließlich auch die Unileitung selbst fleißig twittert, stehen Pflichtstunden zum Web2.0 vielleicht bald in jedem Kurriculum.

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