Sabine Lewitscharoff über das Schreiben

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Bachelor mit Kind

von Marlena Stöhrmann

Es ist 1:40 Uhr nachts und ich wache auf dem Sofa auf. Von der Tagesschau habe ich noch nicht einmal die Hälfte mitbekommen. Alles tut weh. Dabei wollte ich doch noch 30 Seiten für gegenwartssprachliche Linguistik lesen und mich für das Seminar in Medienkommunikation besonders gut vorbereiten.

Schlafen die Kinder? Mist – der Große hustet wieder so schlimm.marlena stöhrmann mutter_kind Ich schalte den Fernseher aus, bereite die Schulranzen und das Frühstück für morgen früh vor. Morgen früh, das heißt in vier Stunden und 20 Minuten.

Meine Fehlzeiten sind schon ausgeschöpft

Ich bin 28, Studentin und alleinerziehende Mama von drei Kindern zwischen drei und acht Jahren. Vor Studienbeginn dachte ich: “Wie gut, dass es den Bachelor gibt!” So sind es nur noch drei anstatt viereinhalb Jahre bis zum Abschluss.

Nach zwei Monaten an der Uni stellt sich heraus, dass es komplizierter ist als gedacht. Das Arbeitspensum ist enorm. Der Stoff zu viel. Meine Fehlzeiten in zwei Vorlesungen sind ausgeschöpft und Weihnachten steht vor der Tür.

Wann höre ich auf, eine gute Mutter zu sein?

Wie viel Verständnis kann ich erwarten? Sind Plätzchenbacken im Kindergarten und Theateraufführungen in der Schule wirklich akzeptable Gründe für mein Fehlen? Wann höre ich auf, eine gute Mutter zu sein und wann fange ich an, eine bessere Studentin zu werden?

Meine Freunde und Kommilitonen klopfen mir auf die Schulter und bewundern mich: “Mensch, wie schaffst du das bloß?”. „Gute Frage!“ denke ich mir und lächle nur betreten. Schon nach zwei kurzen Monaten frage ich mich, ob ich meinem Anspruch als Studentin gerecht werden kann, wenn ich eine gute Mutter sein will.

Alles hängt an einem dünnen Faden

Ich weiß, ich bin ein Härtefall. Doch inwieweit darf ich auf Verständnis hoffen? Wie schmal ist der Grat wirklich? Alles hängt an einem dünnen Faden. Mein Unileben hängt von meiner Nachbarin und von meiner Babysitterin ab. Und davon, was der Tag mit sich bringt. Doch meine Unileistung hängt mit mir.

2:24 Uhr. Noch drei Stunden und ein bisschen. Beim Einschlafen gehe ich noch einmal in Gedanken durch, ob alles erledigt ist und denke wieder an die 30 Seiten in Linguistik. Ich frage mich, ob ich wohl mit dem Tempo des Bachelorstudiums mithalten kann? Solange die Atemlosigkeit nicht zum Herzstillstand führt….

9 comments to Bachelor mit Kind

  • Conny

    Wann höre ich auf eine gute Mutter zu sein?

    Genau um 1:40, als du um Aufmerksamkeit bettelnd einen Text verfasst hast anstatt zu schlafen. Solange du dafür noch Zeit hast kann es so schlimm nicht um dich bestellt sein. Sorry, wir kennen uns nicht und würden wir uns im wirklichem Leben über dem Weg laufen würde ich dir offen ins Gesicht schreien das du mal die Augen öffnen solltest.

    Du bist Mutter drei kleiner Kinder, weil du es so wolltest. Du bist alleinerziehend, weil du es so wolltest. Du studierst, weil du es so wollest. Jede Entscheidung hast du selbst gefällt. Dann steh auch dazu und hör auf zu jammern. Frauen wie du kotzen mich echt an. Frauen die immer ihre Kinder als Entschuldigung für ihr Versagen vorschieben.

    Ich bin selbst alleinerziehende Mutter und gehe voll arbeiten. Vierzig Stunden die Woche, um mir und meinen Kindern ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen. Ich schufte mir den Arsch ab, weil ich mir niemals nachsagen lassen will, dass ich nicht alles getan habe, um meinen Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich habe mir geschworen es niemals so weit kommen zu lassen mich in eine Abhängigkeit zu begeben und meinen Kindern etwas vorzuleben was es nicht wert ist. Ich habe für mich diese Entscheidung getroffen allein zu leben, weil ich mit dem Leben in gemeinsamer Zweisamkeit/Einsamkeit nicht glückllich war. Ich habe diese Entscheidung auch für meine Kinder getroffen und nun muss ich sie mit auffangen und auch die Vaterrolle mit übernehmen.

    Aber das tut hier nichts zur Sache.

    Wie bestreitest du deinen Lebensunterhalt? Lass mich raten. Vater Staat greift dir ein wenig unter die Arme. Und weil das allein niemals ausreicht, hälst du dir einen Mann, welcher sicher auch der Grund ist, warum du deinen Mann verlassen hast. Und ich bin mir sicher, dass dieser Mann ganz sicher nicht bei dir gemeldet ist, denn dann würde das Geld ja wieder nicht ausreichen. Vater Staat bezahlt dir sicher auch deine Studiengebühren und unterstützt dich bei der Betreuung der Kinder, oder zumindest bei der Finanzierung der Betreuungskosten.

    Ich glaub ich muss hier nicht weiter schreiben, ich denke du weißt sehr genau worauf ich hinaus will. Du bekommst alles in den Hintern gesteckt und das nur, weil du nicht ehrlich bist. Und du hast nicht mal den Anstand es für dich zu behalten. Damit spuckst du allen anderen Frauen, die mit offenen Karten spielen und sich Tag für Tag abschuften mitten ins Gesicht. Und du? Du weißt das ganze noch nicht einmal zu schätzen! Du jammerst auch noch rum. Sorry, von mir bekommst du kein Mitleid! Du hast es wirklich nicht verdient. Kümmere dich um deine Kinder, anstatt mitten in der Nacht so unverschämte Texte zu verfassen.

    Du darfst mir gern darauf antworten! Bin gespannt drauf was du zu sagen hast. Aber einen Rat geb ich dir noch mit auf dem Weg. Irgendwann rächt sich alles im Leben und Lügen kommen immer raus!!!

  • Stephan

    Ich bin doch immer wieder von den Kommentaren hier fasziniert… Sie sollen ja darauf abzielen, den eigentlichen Artikel zu kritisieren (positiv oder negativ versteht sich). Das Lustige (na vielleicht auch eben das Traurige) dabei ist: Gerade die negative Kritik wird oft auf so denkbar ungünstige Weise formuliert, dass sie genau nach hinten los geht und sich der / die Kommentarautor/in selbst in weit größeren Misskredit bringt, als es der / die Artikelautor/in je getan hat.

    Mann Conny… ganz ehrlich: dein Roman hört sich tausendmal frustrierter an, als alles, was Marlena Stöhrmann von sich gegeben hat. Du hast dir hier echt mal den Frust über dein eigenes verkorkstes Leben von der Seele geschrieben, was? Was maßt du dir an, der Autorin hier Sätze wie “Frauen wie du kotzen mich echt an. Frauen die immer ihre Kinder als Entschuldigung für ihr Versagen vorschieben.”, “Und weil das allein niemals ausreicht, hälst du dir einen Mann, welcher sicher auch der Grund ist, warum du deinen Mann verlassen hast.” oder “Du bekommst alles in den Hintern gesteckt und das nur, weil du nicht ehrlich bist.” um die Ohren zu hauen? Noch ein schönes Zitat von dir: “Kümmere dich um deine Kinder, anstatt mitten in der Nacht so unverschämte Texte zu verfassen.” – danke gleichfalls kann ich da nur sagen! Ich sehe keinen einzigen unverschämten Satz im Originalartikel, während deiner kaum einen akzeptablen enthält.

    Was nehmen sich Leute wie du bloß raus… und komm mir jetzt bitte bloß nicht mit der “du bist ein Mann und hast sowieso keine Ahnung von alledem also halt die Fresse”-Nummer, denn damit würdest du dich endgültig auf dein eigenes Klischee festnageln.

  • Anja

    Traurig, Conny,

    dass du mit deinem Kommentar einmal mehr belegt hast, wie weitverbreitet Stutenbissigkeit ist. Da ist eine junge Frau mit drei Kindern, die gerade vielleicht deswegen mehr aus ihrem Leben machen will, und was tust du? Verurteilen, dich selbst mit deiner Geschichte in den Mittelpunkt drängeln, einen Leidenskonkurrenzkampf konstruieren (“Seht her! Ich bin eine Märtyrerin, gehe 40h arbeiten trotz meiner Kinder, ohne zu klagen!”), persönlich und unsachlich werden.
    Ich gebe lieber einer jungen Frau mit Ambitionen eine Starthilfe, die u.a. von meinen Steuern getragen werden, als einer frustrierten und neiderfüllten Frau wie dir Recht, die es zur Maxime erhoben hat, auf andere herunterzu”kotzen”.

  • Claudia Klatt

    mich würde schon mal interessieren wie marlena stöhrmann ihr studium finanziert?
    conny hat etwas übertrieben, aber teilweise mit sicherheit recht.
    stephan scheint auf frau stöhrmann zu stehen…stimmts???

    liebe anja….welche verantwortungsvolle, liebevolle, normale mutter von drei kleinen kindern geht denn bitte studieren?

    sorry, aber verantwortungsbewußtsein sieht anders aus….das hätte man sich alles vorher überlegen müssen. sie ist 28 jahre alt und damit schon nicht mehr im normalen studentenalter. es sieht für mich so aus, als würde marlena stöhrmann ihrer karriere hinterher laufen…

    ich denke an die kinder. ein studium mit einem kind ist bestimmt schon schwer zu schaffen, ohne das kind zu vernachlässigen. wie sieht das erst mit drei kindern aus?

  • Nadine Preibisch

    Ohne Seminarleistungen kann das Seminar nicht angerechnet werden und folglich wird man nicht für die Modulprüfung zugelassen, die man bestehen muss, um sich irgendwann “Bachelor” nennen zu können. Dieser Artikel war eine solche Leistung. Hätte die Autorin den Schlaf vorgezogen, es wäre kontraproduktiv für sie und ihr Studium gewesen.

    @ Conny: Ein Studium ist ebenfalls sehr zeitaufwendig und deshalb solltest du sie doch gut verstehen. Ich finde eure Situation sehr ähnlich, ehrlich gesagt.

  • Marlena

    UUUIIII…da hätt ich ja mal früher reinschauen sollen…oder?
    Hier geht es a richtig ab!

    Liebe Conny, ich werde hier mit Sicherheit nichts zu deinem Kommentar schreiben um mich zu rechtfertigen.
    Nur soviel zu Dir: Du gehst tatsächlich 40 Std die Woche arbeiten? Wo sind denn deine Kinder dann?
    Du lebst allein? Wo ist denn der Vater? Ach, der zahlt nichts?? Ja, Schatz, so sind sie.

    Es kommt mir wirklich so vor, als hätte ich dich mit meinem Artikel persönlich angegriffen. Frag dich doch bitte mal, woher du diesen Hass auf mich hast. So wie Du schreibst , könntest Du glatt mein Exehemann sein.
    Ich hoffe Du hast ein wenig Frust ablassen können und kannst Dich nun wieder deinen Kindern widmen. Meine spielen grade und habe eine riesige Lego-Hotwheel-Garage gebaut. Echt großartig!!!
    Achja,liebe Conny, alles Gute.

    Jeder, der denkt , das eine studierende Mutter ihren Egotrip durchzieht, ist vielleicht selbst auf einem oder kennt keine einzige persönlich.

    Ich studiere, damit ich meinen Kindern Antworten geben kann , damit ich mich geistig weiterentwickeln kann, damit ich meine Kinder NICHT als Grund vorschieben muss , keinen Beruf zu haben oder Ähnliches.
    Ich studiere, weil ich genau so die meiste Zeit für sie habe und trotzdem etwas für mein Leben tue. Und mal ganz ehrlich ,Leute : Welche alleinerziehende Mutter muss denn nicht arbeiten? Und wer ist denn dann für die Kinder da?

    Ich studiere, nicht aus Gründen der Karrieregeilheit oder aus Gründen der Selbstverwirklichung.
    Ich studiere, damit meine Kinder und ich in drei / vier Jahren auf Besseres hoffen können.

    Ich gehe nachts am Wochenende arbeiten, damit meine Kinder und ich ein besseres Leben haben, als dasjenige , was uns als Familie ohne Vater “zustünde”.Und damit ich die Tage mit ihnen verbringen kann.
    Ich beziehe Bafög, ja.
    Und das nicht, weil ich ein Sozialschmarotzer bin, sonder weil ich es genauso mache , wie jeder , der nicht von seinen Eltern finanziert wird. Muss ich mich dafür etwa entschuldigen?

    Und noch etwas, meine Lieben: ich habe den Artikel nicht geschrieben um Mitleid oder Ähnliches zu erregen, sondern um für mehr Flexibilität an der Hochschule zu werben. Für mehr “Autarkie” im Studium.
    Ich jammere nicht wegen meines Lebens mit meinen Kindern,dem Studium,dem Haushalt und dem Job. Ich liebe es!!
    Ich meinte nur, dass es schwieriger ist, als es sein muss.
    Interprätiert doch, was ihr wollt, ich habe meine Seminarleistung abgegeben und bin raus.

    @ Caludia Klatt :
    Wie bitte?? “Welche verantwortungsvolle, liebevolle, normale mutter von drei kleinen kindern geht denn bitte studieren? ”
    Aus welchem Jahrhundert bist Du eigentlich?
    Kennste eigentlich auch nur eine junge Mutter? Alle meine Freundinnen, die Mutter sind, alle Muttis aus dem Kindergarten und aus der Schule gehen arbeiten. Ich habe meinen Werdegang unterbrechen müssen ,weil ich Kinder haben wollte. Und nun? Ab nach Hause hintern Herd und nichts anderes leben aus dem Muttersein? Welche gute , verantwortungs – und liebevolle Mutter konzentriert sich ausschließlich auf ihre Kinder? Meinst Du wirklich, dass es für Mutter und Kind gesund ist? Mann, überleg mal, und schreib mir dann nochmal.

    machts gut…muss jetzt zum Kinderarzt :)

  • Marlena

    Und noch etwas:
    habe ich mich tatsächlich über mein Leben mit Studium und drei Kindern beschwert?

  • Angie

    Liebe Leser,

    ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll, während ich diesen Stream lese.
    Zuerst: Marlena, ich wünsche Dir viel Erfolg! Ich finde es toll, dass Du als alleinerziehende Mutter dreier Kinder nicht die Mühe scheust, den Weg in einen Beruf zu finden, der (wie man am gelungenen Artikel zu erkennen vermag) Deinem Potenzial entspricht. Daumen hoch und weiter so!!!
    Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass man drei Kinder beispielsweise mit dem Gehalt einer Kassiererin ernähren kann. Wie allgemein bekannt, kann sich heutzutage nicht einmal eine “intakte” Familie erlauben, dass ein Partner zu Hause bleibt.
    Mein Mann und ich, beide Verwaltungsangestellte im mittleren Dienst kommen mit unserem Gehalt bei einem Kind gut über die Runden, am Ende des Monats ist doch eine große Null auf unseren Kontoauszügen verzeichnet. Also nochmal: Weiter so!
    Zu der hier geäußerten Negativkritik an vorliegendem Artikel kann ich nur mit Unverständnis reagieren. Ich lese den Medienblick, weil ich es sehr schätze, geistreiche Texte junger Menschen dargeboten zu bekommen. Beim Lesen der obigen Kommentare dachte ich zunächst, ich sei im Forum der Blödzeitung gelandet, aber die angegebene URL widerlegt dies eindeutig.
    Der zuerst verfasste Kommentar enthält lediglich persönliche Anfeindungen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Verfasser dem Inhalt nicht ganz folgen konnte, denn da Marlena um 1:40 die Schulranzen packen musste, kann der Artikel nicht in Echtzeit verfasst worden sein. Aber das ist nebensächlich. Aufgrund der obigen Behauptungen Marlena lüge, betrüge oder habe ihren Mann verlassen gehe ich als Leser davon aus, dass da jemand persönlich mit dieser jungen Frau abrechnen möchte. Es ist deutlich erkennbar, dass man sich angeblich nicht persönlich kennt, woher dann diese Behauptungen? Pfui Teufel, Zeuge einer derartigen Mobbingattacke zu werden. So etwas hat hier keinen Platz! Vielleicht reagiere ich ein wenig empfindlich, schließlich hat jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber das hier grenzt ja schon an Rufmord und dieser ist strafbar. Sowas muss man sich nicht gefallen lassen. Aufgrund meiner Arbeit bei der Polizei kann ich Dir, liebe Marlena, nur dazu raten, dies zu dokumentieren. In einem Punkt hat Conny recht: Irgendwann rächt sich alles im Leben und Lügen kommen immer raus. Sogar meine Oma sagte schon immer zu mir: Pass auf, mein Kind, dem da oben entgeht NICHTS.
    Danke fürs Lesen, das musste mal raus. Hoffe, mal wieder etwas von Dir zu lesen, Marlena, Du hast eine schöne Schreibe.

    Angie

  • [...] Herz für Kinder. Es ist schon fast zwei Jahre her, dass wir einen Erfahrungsbericht über das Studieren mit Kind veröffentlicht haben. Seitdem hat das Thema nichts von seiner Dringlichkeit verloren: Laut den [...]

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