Die Juli-Umfrage zur Sonderedition

Die internationalen Studis, die sich für diese Ausgabe des Medienblick ins Zeug gelegt haben, waren sogar für uns im Tonstudio und haben Jingles produziert. Doch welcher Jingle ist der beste? Welcher passt zu uns? Hört rein und stimmt mit ab! "Which Jingle Rings Your Bell?"

Archiv

Einloggen



Vorhang auf! Das Filmfest an der Uni Düsseldorf

von Patrick Agis-Garcin

Jedes Jahr im Herbst stellen die Mitglieder des Bachelor-Studiengangs „Medien- und Kulturwissenschaft“ der Uni Düsseldorf ihr eigenes Filmfestival auf die Beine. Das „Filmfest“ ist ein Kurzfilmwettberb – von Studis, für Studis.

Die Idee für das Filmfest wurde aus studentischer Eigeninitiative geboren. Der Auslöser: Jegliche Filmclubs, die der AStA in Düsseldorf einst anbot, wurden irgendwann eingestellt. Für Filmfreaks herrschte plötzlich eine gähnende kulturelle Leere. Seit vor rund sechs Jahren die erste Ausgabe des Kurzfilmwettbewerbs über die Bühne ging, hat sich das freilich geändert, denn nun heißt es einmal jährlich im November: Licht aus, Spot an!

Nachwuchs aus NRW

Gleich drei Tage wird der große Konrad-Henkel-Hörsaal der Philosophischen Fakultät zum Kinosaal umfunktioniert und jungen Filmemachern aus der Region NRW eine Plattform für ihre ersten Werke geboten. Möglich macht all das ein rein studentisches Team, das von Sebastian Fischer angeführt wird. Der 27-Jährige Projektleiter freut sich darüber, dass mit jedem neuen Jahr mehr Beiträge ins Rennen um den Publikums- und den Jurypreis geschickt werden: „Dieses Mal hatten wir fast 150 Einsendungen. Daraus haben wir eine Vorauswahl von 26 Kurzfilmen getroffen, die nun auf dem Filmfest gezeigt werden. Um junge Talente aus der Region zu fördern, haben wir in unseren Richtlinien festgelegt, dass es sich bei dem Wettbewerbsbeitrag um eine der ersten fünf Produktionen des Teilnehmers handeln und dieser aus Nordrhein-Westfalen kommen muss.“, so Fischer. Starre Genregrenzen kennt das Filmfest ansonsten nicht, die Bandbreite reicht vom Dokumentarfilm über Alkoholismus bis hin zum Animationsfilm über Milben.

Ein Vollzeitjob

Damit die Studis über den roten Teppich zum Kinoerlebnis im Hörsaal flanieren können, ist eine Menge organisatorischer Arbeit nötig. „Unser Team besteht dieses Jahr aus insgesamt 21 Leuten, die sich in verschiedene Abteilungen gliedern: Finanzen, Filmakquise, Party & Deko, Presse & PR, Sponsoring, Design und Technik“, erzählt Sebastian, der die verschiedenen Bereiche als Projektleiter koordiniert. „Für mich ist es ein Vollzeitjob, 30 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche sind völlig normal. Momentan erhalte ich täglich 60 bis 70 Anrufe, die mit dem Filmfest zu tun haben.“

Doch auch wenn die Mitarbeit am Filmfest viel Zeit, Kraft und Nerven kostet – die praktische Erfahrung aber, die man dabei sammelt, ist unbezahlbar: „In so manch zweimonatigem Praktika hängt man nur in der Ecke rum. Und in der Uni selbst herrscht oft ja auch mehr Theorie als Praxis. Da taucht man beim Filmfest in eine ganz andere Welt ein, in der man eigenverantwortlich handeln kann“, so Sebastian. „Außerdem ist es eine gute Vorbereitung auf die Berufswelt. Wir machen ja nichts anderes, als eine Dienstleistung für einen bestimmten Personenkreis anzubieten und uns dafür einen festen Zeitrahmen zu setzen.“

Die heiße Phase

Einen Tag vor der Eröffnung des Filmfests herrscht im Foyer der Philosophischen Fakultät reges Treiben. Alle Team-Mitglieder und freiwillige Helfer packen mit an und sorgen dafür, dass sich das sonst so triste Uni-Gemäuer feierlich dekoriert von seiner besten Seite zeigt. Projektleiter Sebastian hat alle Hände voll zu tun und kann kaum zwei Sätze beenden, ohne dass ihn jemand aus seinem Team um Rat fragt. Nicht weiter verwunderlich also, dass es in der heißen Projektphase öfters mal zu Querelen im Team kommt, denn die Anspannung ist groß. „Unmittelbar vor dem Fest kann es schon mal passieren, dass man nicht unbedingt nett zueinander ist. Aber spätestens, wenn am letzten Tag die Aftershowparty beginnt, fallen wir uns alle glücklich in die Arme“.

Ein gutes Jahr

Ein paar Tage später passiert genau das, denn das Filmfest war ein voller Erfolg. Zwar gab es auch die ein oder andere Panne, die für einen Schreckmoment sorgte – etwa der DJ, der sich zur Aftershow-Party verspätete. „Da hatten wir zwischenzeitlich ziemlich Panik“, erinnert sich Sebastian schmunzelnd. Am positiven Fazit kann ein solcher Zwischenfall aber nichts ändern: 600 Besucher pro Tag erwartete das Filmfest-Team zuvor – eine Prognose, die sogar noch leicht übertroffen wurde. Es war also ein gutes Jahr für das Filmfest. Und obwohl sich Sebastian vorher sicher war, dass das diesjährige Filmfest sein letztes sei – mittlerweile hat er es sich doch noch anders überlegt: „Eigentlich hatte ich mir geschworen, nicht mehr mitzumachen, weil mein Bachelor-Studium sich dem Ende zuneigt und die Arbeit fürs Filmfest so viel Zeit kostet. Aber irgendwie möchte ich im nächsten Jahr zumindest noch involviert sein“, grinst er.

Übrigens: Die nächste Ausgabe des Filmfests findet vom 24. bis 26. November 2010 statt.

2 comments to Vorhang auf! Das Filmfest an der Uni Düsseldorf

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>