Sabine Lewitscharoff über das Schreiben

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LaClínica - spanisches Gegenwartstheater

Seit 2007 hat die Bonner Romanistik ein besonderes Projekt aufzuweisen: LaClínica, eine Theatergruppe, die spanische Stücke auf deutsche Bühnen bringt. Zuletzt wurde das Drama “Perro muerto en tintorería” von der Autorin Angélica Lidell einstudiert, die Aufführungen fanden vergangenen Sommer in der Bonner Brotfabrik statt. Finnja Willner hat mitgespielt und uns ein paar Fragen beantwortet.

Raquael – Foto von Caroline Surmann

Kannst du kurz skizzieren, worum es in dem Stück ging und welche Rolle du gespielt hast?

Es ist ein sehr komplexes Stück, welches vor allem von der Sprache lebt. Die Handlung spielt in einer Wäscherei, in der der Wäschereibesitzer zu Beginn einen Hund umbringt. Nach und nach treten dann verschiedene Charaktere auf, wie ein angstbesessener Museumsbesitzer und seine Schwester, die als Prostituierte arbeitet. Im Hintergrund agiert zudem eine Art Strippenzieher, der die Individuen zu lenken scheint. Ich spiele die verwirrte, apathische Hundebesitzerin Raquael, die nicht sieht, dass ihr Hund die ganze Zeit tot daliegt. Diesen Charakter haben wir neu entwickelt, in der ursprünglichen Fassung gehörte er noch zur Rolle der Prostituierten. Insgesamt ist das Theaterstück sehr symbolisch und sozialkritisch – es zeigt, wie die ganze westliche Gesellschaft auf Gewalt und Sex aufgebaut ist und jeder darin allein aufs Chaos zusteuert.

War es schwierig, so ein komplexes Drama auf Spanisch einzustudieren?

Am Anfang haben wir natürlich nicht alles verstanden und mussten einzelne Passagen intensiv besprechen und übersetzen. Sobald man sich damit auseinandergesetzt hatte, ging aber auch das Sprechen gut und hat Spaß gemacht. Lidell hat eine sehr aussagekräftige und poetische Sprache benutzt. Meine Rolle hat aber zunächst sowieso nicht so viel Text!

Wie bist du denn zu LaClínica gekommen? Hättest du auch an einer deutschen Theater-AG teilgenommen?

Ja, warum nicht. Diese Gruppe leiten zwei Dozenten von uns, so hat sich das einfach angeboten und das Projekt hat mir gefallen. Vorher hatte ich aber noch nie Theater gespielt.

Wie oft habt ihr geprobt?

Anfangs einmal die Woche etwa vier Stunden, weil aber immer alle zu spät gekommen sind, hat es sich etwas gezogen… In den Semesterferien haben wir dann auch mal ein ganzes Wochenende zusammen geprobt, und je näher die Aufführung rückte, desto öfter mussten wir uns natürlich treffen. Dafür, dass es alles auf freiwilliger Basis lief, hat es aber wirklich gut geklappt.

Erzähl mal von den Reaktionen des Publikums – gab es viele Nachfragen zum Verständnis?

Es waren schon viele Leute im Publikum, die einfach gar kein Spanisch konnten und uns trotzdem sehen wollten. Die haben natürlich nicht alles verstanden, auch für solche, die die Sprache ein bisschen verstehen, war es schwer. Aber wir hatten eine deutsche Zusammenfassung verteilt, damit konnte man der Handlung folgen. Ansonsten waren die Reaktionen sehr positiv, unsere drei Vorstellungen waren ausverkauft und wir haben viel Lob bekommen.

Dann verrat doch noch, woher eigentlich der Name LaClínica kommt…

Ganz einfach: Das erste aufgeführte Stück der Truppe spielte in einer Klinik.

Die Arbeiten an einer neuen Produktion von LaClínica laufen, welches Stück präsentiert werden wird, ist aber noch geheim. Außerdem werden neue Mitglieder gesucht! Aktuelle Informationen gibt es hier.

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