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Ein farbloses Projekt - Schwarzweiße Fotokunst am IfK

Fotografieren ist mehr als nur das Schreiben mit Licht. Es ist eine Kunstform, die jedoch oft umstritten ist. Viele Menschen meinen, Fotografie sei lediglich die Abbildung der Realität und hätte somit keinen Anspruch darauf, als Kunst bezeichnet zu werden. Doch wer schon mal einige Stunden im Fotolabor zugebracht hat, merkt, dass dies keineswegs der Fall ist. Vielmehr kann der Fotograf mithilfe von Belichtungszeiten, Filtern und Farbe aus jedem Negativ ein ganz individuelles Kunstwerk schaffen. Diesen Prozess sind auch zwölf Studierende des Instituts für Kommunikationswissenschaften in ihrem Kurs „Analoge Fotografie“ durchlaufen. Und am Ende eröffneten sie Ihre eigene Vernissage.

In der ersten Stunde unseres Kurses habe ich mich ein wenig in den Physikunterricht der 10. Klasse zurückgesetzt gefühlt. Mit Bruchrechnung und Optik konnte ich damals nicht soviel anfangen, doch auf einmal schienen die ganzen Blendenwerte und Belichtungszeiten tatsächlich einen Sinn zu ergeben. Das ist der Vorteil an einem Praxiskurs: man kann endlich selbst einmal aktiv sein. Für uns hieß es also „do it yourself“.

Unser Kursleiter war ein Meister der Fotografie – im wahrsten Sinne des Wortes. Jochen Gast ist selbstständiger Fotograf aus Koblenz, der nebenberuflich an der Uni Bonn den Kurs „Analoge Fotografie“ betreute. Bereits im vergangenen Jahr hatte er einen Kurs bei uns am Institut für Kommunikationswissenschaften geleitet, in dem schon viele Kunstwerke entstanden sind.

Für die Studierenden hieß es “do it yourself”

Nachdem uns Jochen die Grundlagen der analogen Fotografie näher gebracht hatte, machten wir uns frisch ans Werk. Zu jeder Sitzung gab es ein Oberthema. Ob „Stadtmöbel“, „Alt und Neu“ oder „Porträts“: jedes Thema bot uns vielfältige Möglichkeiten unser Instrument, also die Spiegelreflexkamera, zum Einsatz zu bringen.

Die meisten von uns haben entweder Opa gefragt ob er noch eine alte Spiegelreflex im Keller hat oder sie wurde kurzerhand bei ebay bestellt. Was früher ein Vermögen gekostet hat bekommt man heute für rund 40 € in jedem Online-Auktionshaus oder auf dem Flohmarkt. Nun ja – auch die Fotografie geht eben mit der Zeit. Doch der Charme der analogen Fotografie bleibt.

Von diesem ganz besonderen Charme konnten sich auch die knapp 90 Besucherinnen und Besucher der Vernissage überzeugen, die am 2. Dezember in der Alten Sternwarte in Bonn stattfand. Bei Sekt und Häppchen wurden bis spät in den Abend hinein die Werke der Studierenden kritisch beäugt.

Sekt und Häppchen in der Alten Sternwarte

Die Ausstellung wird noch bis 31. März 2010 in der Poppelsdorfer Allee 47 zu sehen sein. Unter dem Namen „Der Moment in dem es sichtbar wird“ sind hier 52 Schwarzweiß-Fotografien zu sehen, die allesamt von den Teilnehmern der zwei Kurse „Analoge Fotografie“ produziert wurden.

Viele Tage haben wir in dem kleinen Fotolabor zugebracht und konnten im Schein der Rotlichtlampe die entstehenden Bilder bestaunen. Das war der Moment in dem sichtbar wurde. Was für uns in diesem Moment sichtbar wurde kann nun ein jeder an den Wänden in der alten Sternwarte ansehen. Ob es Kunst ist oder nicht muss dann ein jeder für sich entscheiden.

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