Eine ganz schöne Sisyphusarbeit ist das. Die Filmspule aus der alten Spiegelreflex zu pulen ist gar nicht so einfach. Und um einen herum ist es stockduster! Bis das Foto entwickelt ist, perfekt belichtet und getrocknet, wird es weitere drei Tage dauern.
Da merkt man erst einmal wie einfach es einem die digitale Fotografie heutzutage macht. Knips! Und zack hat man ein perfekt ausgeleuchtetes Bild auf dem Display. Und wenn ich es ein bisschen “retroschick” haben möchte, bearbeite ich es kurz im Photoshop und habe ein schönes Schwarzweißbild. Wie früher.
Wie es früher wirklich war, haben zwei Kurse an der Uni Bonn erfahren dürfen. Dutzende Stunden haben die 16 Studenten aus unterschiedlichen Fachrichtungen im unieigenen Labor in der Alten Sternwarte, Poppelsdorfer Allee 47, zugebracht.
Analoge Fotokunst von Studierenden
Als andere bei 30 Grad im Schwimmbad am Stieleis knabberten, haben sie sich samstags in das dunkele zehn Quadratmeter kleine Labor zurückgezogen, um die eigenen Bilder zu entwickeln. Ungewohnt und faszinierend waren die Momente, als die vermeintlichen Abbilder der Realität in der Entwicklerflüssigkeit zum Vorschein kamen. Das ist der Moment in dem es sichtbar wird.
In den Seminaren „Analoge Photographie“, unter der Leitung des Fotografen Jochen Gast aus Koblenz, wurde in den letzten beiden Semestern schwarzweiße Fotokunst produziert. Die Studenten stellten eine Werkschau zusammen, die Arbeiten aus den vergangenen beiden Semestern präsentieren wird.
Ein Blick auf die Arbeiten lohnt sich
Das Institut für Kommunikationswissenschaften der Universität Bonn hat in der Vergangenheit bereits mit mehreren Ausstellungen auf sich aufmerksam gemacht. Nun folgt eine weitere. Unter dem Namen “Der Moment indem es sichtbar wird. Fotografische Trophäen.”, werden die Besucher der Alten Sternwarte ab dem 2. Dezember 2009, dem Dies Academicus der Universität Bonn, in den Genuss einer fast vergessenen Kunst kommen: die Kunst der analogen Fotografie. Ab 19 Uhr findet am IfK in der Poppelsdorfer Allee eine feierliche Vernissage statt, zu der alle Besucher herzlich Willkommen sind.
Ein Blick auf die Arbeiten der Studenten lohnt sich allemal.
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