von Sabrina Bauer
Im Zeitalter der schwindenden Rohstoffe und der Weltwirtschaftskrise sucht man nicht nur nach neuen Recyclingmöglichkeiten, sondern stellt zudem noch die Anforderungen, nicht ausschließlich nützliche, sondern auch stylische Produkte zu entwerfen. Eine ökologisch korrekte Lebensweise ist daher längst zu einem Lifestyle avanciert.
Für fast jeden Lebensbereich existieren bereits ökologisch korrekte Varianten: viele Modelinien bieten neue Kreationen an, die auf aggressive Färbemethoden verzichten und aus natürlichen Fasern hergestellt werden. Die Bandbreite der Modeunternehmen reicht von H&M bis hin zu Adidas und Stella McCartney. Den Modeketten folgt die Möbelindustrie, die schadstofffreie Einrichtungsgegenstände produziert und auf tropische Hölzer verzichtet.
Selbst Bereiche mit hoher Umweltbelastung wandeln sich langsam zu ökologischen Pioniergebieten: das Hybridauto als Fortbewegungsmittel ist längst nicht mehr die höchste Stufe der Umweltfreundlichkeit, auch der Freizeitsektor wurde bereits erobert.
Der Diskobesuch als Stromsparmaßnahme
So kann man beispielsweise den Strom in der Rotterdammer Disko “Club Watt” durch Tanzen selbst erzeugen; denn die Rotation des Bodens sorgt hierbei für eine energiesparende Variante des Nachtlebens. Der Ausdruck “die Tanzfläche zum Beben oder glühen bringen” erhält dadurch eine völlig neue (ökologische) Bedeutung.
Die umweltfreundlichste Variante, Studienmaterialien oder Einkäufe zu transportieren wäre wohl, natürlich neben dem Verzicht auf Plastiktüten, eine Tasche aus Lkw-Plane oder Tetrapaks zu benutzen. Viele Firmen, wie z.B. “ehrenwert” benutzen für ihre Taschen LKW-Planen und Nylon mit Klettverschluss. Aber nicht nur die Plane als Transportsicherungsmaterial wird verwertet, sondern auch im Inneren eines Autos findet sich weiteres Material: die Autogurte. Sie dienen als Tragegurt. Das Label „berlinbag“ bietet online einen Taschen-Konfigurator an, mit dessen Hilfe man seine eigene individuelle Tasche aus LKW-Planen und Nylon kreieren kann. Die Internetseite wirbt mit 40 Millionen Kombinationen und verspricht so ein einzigartiges Ergebnis. Der Kunde wird zum Designer, der sich auf eine stabile und belastbare Tragemöglichkeit freuen kann.
Taschen aus LKW-Planen sind im Trend
Ein höheres Maß an Kreativität und auch Fingerspitzengefühl bzw. handliches Geschick erfordert die eigene Produktion solcher Taschen, denn im Handel sind bereits Bücher zum Thema „Taschen aus LKW-Planen selber nähen“ zu erwerben. Hierbei steht ebenfalls das Internet helfend zur Seite: auf mehreren Seiten kann man die Bastelanleitung zu Taschen aus Tetra Paks einsehen. Voraussetzung wäre selbstverständlich der Konsum von einigen Litern Saft oder Milch, was aber in der kalten Jahreszeit nicht sonderliche Probleme verursachen sollte (bei der Aussicht auf heißen Kakao könnte man wohl 21Tüten erreichen). Als Trägergriffe werden Rolladengurte und Hohlnieten empfohlen.
Wer schon bei der Weihnachtsbastelei verzweifelt ist, der kann über verschiedene Online-Shops und in der Bonner Innenstadt bei „herzeloyde“ Taschen und vieles mehr erstehen. Der Designer Martin Klüsener entwirft seit 2005 Gürtel und Geldbörsen aus Feuerwehrschlauch unter dem Namen „Feuerwear“. Durch Polyestergarn und die innere Gummierung werden die Accessoires reiß- und sogar feuerfest. Der Hersteller unterstreicht die Individualität seiner Produkte und verweist auf die Geschichte jedes einzelnen Schlauchs, denn es werden ausschließlich gebrauchte Materialien verwendet.
Leider ist Individualität eng mit der Kostenfrage verknüpft. Trotzdem: wer kann schon von seiner Tasche behaupten, dass sie im früheren Leben Brände beseitigt hat oder welcher Gürtel hat schon mal die Ladung eines LKWs gesichert?


Wir müssen verantwortlich mit unseren Rohstoffen umgehen. Taschen aus LKW-Planen sind absolut im Trend und sehen unglaublich schön aus. Und Hauptsache: sie sind ökologisch.