dark-2590544_960_720
Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Über das Sicherheitsgefühl nachts, alleine – als Frau

Das Rad werde ich mit diesem Beitrag nicht neu erfinden, trotzdem möchte ich eine interessante Beobachtung mit euch teilen, die ich hier in der Schweiz zum Thema „sich als Frau (nachts) alleine unterwegs sicher fühlen“ gemacht habe.

„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Zu Hause, also in Deutschland, gehöre ich eher zum paranoiden Typ, der sich alle zehn Meter umdreht, vor allem abends, und es hasst, wenn jemand hinter einem geht. Schmale, dunkle Gassen umgeht man eher, Licht ist immer gut- viele andere Menschen? Umso besser. Um die Ausführung an dieser Stelle abzukürzen: Mit der Zeit habe ich gelernt, mir Sorgen um meine Sicherheit zu machen, wenn ich unterwegs bin. Wo genau ich mich befinde, ob in Hauptbahnhof Nähe oder in meinem kleinen Dorf auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause spielt dabei weniger eine Rolle als Uhrzeit und Helligkeit.
Als ich Dienstag mit ein paar anderen in Bern war, habe ich mich auch mit einer Studentin aus den USA unterhalten und sie erzählte, dass sie sich Sätze wie: Wo ist die nächste Bäckerei? beibringen lässt. Falls mal was passiert. (Warum dann ausgerechnet eine Bäckerei hilfreich sein soll, habe ich nicht rausgekriegt. Wäre eine Tankstelle nicht tendenziell eher offen?). Der Gedanke, dass also „etwas“ passieren könnte ist so omnipräsent, dass sie selbst im Auslandssemester, wo man sich ja entspannen soll, die Notwendigkeit sieht, Sätze zu lernen, die ihr zu Sicherheit verhelfen sollen. Was mir zudem ebenfalls klar aufgefallen ist: Die Beiläufigkeit und Selbstverständlichkeit.
Neu sind solche Verhaltensweise in der (weiblichen) Bevölkerung nicht, das ist mir natürlich (leider) bewusst… aber trotzdem.
Denn ich für mich habe festgestellt, dass ich sogar ziemlich oft alleine noch nachts unterwegs bin und mir eigentlich nie groß Sorgen mache. Zum einen, weil die Schweiz jetzt nicht gerade für ihre explodierenden Kriminalitätsstatistiken bekannt wäre, zum anderen, weil ich einfach nie gelernt habe, dass ich mir hier Sorgen machen müsste. Jedenfalls solange die Straße relativ leer ist.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.