Was wäre wenn? Die Dystopie einer komplett medialisierten Gesellschaft

Bild: MIke LIcht/ flickr.com unter: BY
Bild: MIke LIcht/ flickr.com unter: BY

Das Leben online wird für die Gesellschaft präsenter und immer wichtiger. Trotzdem können wir noch Dinge und Aktionen vor dem öffentlichen Blick verbergen. Doch was wäre, wenn nichts mehr geheim sein dürfte? Wenn digitale Medien nicht nur Hilfsmittel, sondern bestimmende Größen wären? Was wäre wenn? Die Dystopie einer komplett medialisierten Gesellschaft weiterlesen

Partnersuche im 21. Jahrhundert: Dating Apps – Ein Selbstversuch

Social Media, E-Mails, Online-Banking, Online-Shopping – ein großer Teil unseres Alltags ist mit dem Internet verbunden. Mit Dating Apps wie Tinder, Lovoo und Badoo oder Dating Plattformen wie Elitepartner und Paarship ist auch die Suche nach dem Partner und der großen Liebe endgültig im Zeitalter des Internets angekommen. Warum als Single nicht selbst den Versuch wagen?

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Gemeinschaft im Internet als Gefahr?

Wenn wir im Internet ausgeliefert  sind. Photo: Dennis Skley/ flickr.com unter CC- BY- ND
Wenn wir im Internet ausgeliefert sind.
Photo: Dennis Skley/ flickr.com unter CC- BY- ND

Das Internet bietet eine große Palette an neuen Möglichkeiten der Gestaltung unseres Lebens. Hand in Hand mit diesen neuen Möglichkeiten geht eine komplett neue Form der Realität – die nicht nur positive Seiten hat. Gemeinschaft im Internet als Gefahr? weiterlesen

“You blocked me on Facebook – and now you’re going to die”: Warum wir es uns überlegen sollten, die Freundesliste zu reduzieren

Der Schritt, jemanden aus seiner Freundesliste zu löschen, sollte nicht aus Ignoranz gemacht werden. Foto: Oli Dunkley/flickr.com unter CC-BY-NC
Der Schritt, jemanden aus seiner Freundesliste zu löschen, sollte nicht aus Ignoranz gemacht werden. Foto: Oli Dunkley/flickr.com unter CC-BY-NC

Es ist 2015. Das 21. Jahrhundert. Man sollte meinen, dass mittlerweile alle auch in diesem angekommen sind. Doch dann braucht es nur einen Klick auf seinem Smartphone oder Tablet und man liest die neuesten Sorgen, Problemchen und Meinungskundgebungen der sogenannten “Netties”. Mitglieder der Gruppe “Nett-Werk”. In fast allen Großstädten vertreten. “You blocked me on Facebook — and now you’re going to die”: Warum wir es uns überlegen sollten, die Freundesliste zu reduzieren weiterlesen

Heute schon gegoogelt? Ein Blick hinter die Kulissen des Internetriesen

Foto von Dajana Pürsten
Sechs Buchstaben, vier verschiedene Farben: Das Logo des Unternehmens Google (Foto: Dajana Pürsten)

So gut wie Jeder kennt und nutzt Google – doch dies bezieht sich vor allem auf die gleichnamige Suchmaschine. Der Begriff „googeln“ wurde längst in den Duden aufgenommen. Wie viel mehr hinter dem Unternehmen mit dem bunten Logo steckt, ist Vielen nicht bewusst. Ein Gespräch mit Dr. Ralf Bremer von Google Germany soll Licht in die dunklen Weiten des Google-Universums bringen. 

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Tilo Jung – „Jung & naiv“ in der Bundespressekonferenz

Grimme Online Award 2014. Preisträger Tilo Jung im Gespräch mit Anja Backhaus.Bild: Grimme Online Award/flickr.com unter CC-BY-ND-NC
Grimme Online Award 2014. Preisträger Tilo Jung im Gespräch mit Anja Backhaus. (Bild: Grimme Online Award / flickr.com unter CC-BY-ND-NC)

Tilo Jung revolutioniert mit seinem Video-Blog “Jung & naiv – Politik für Desinteressierte“ den Journalismus auf Youtube. Seit 2015 berichtet der 29-Jährige zudem von der Bundespressekonferenz. Wir waren dabei und wagen ein Porträt über sein Auftreten.

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„Was wir brauchen, sind Strukturen!“ – Auf ein Mittagessen mit Jens Best

Foto: Daria Prokhorova
Netzaktivist Jens Best: „Das Internet fällt nicht positiv vom Himmel, es kann nur so benutzt werden, wie die Gesellschaft drauf ist.“ (Foto: Daria Prokhorova)

Sein Ruf eilt ihm voraus, und auch wenn er diesen gerne manchmal reduzieren würde: „Der bleibt halt.“ Bei Pasta und Pizzabrot ergründet Netzaktivist Jens Best in Berlin, was Internet und Steinkeil gemeinsam haben, wie Bildung die digitale Öffentlichkeit retten muss und warum ein Verfassungsverrat nicht von der BILD-Umfrage abgestimmt werden braucht.

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Tracking: Die Webserie “Do Not Track” klärt auf

Internet Giants
Wie viel die Internet-Giganten an uns verdienen – Bild: Do Not Track / donottrack-doc.com/de

Es ist unlängst bekannt, dass Nutzer im Internet viel von sich preisgeben. Doch was kann die Auswertung dieser Daten für den Einzelnen bedeuten? Die preisgekrönte Webdoku-Reihe “Do Not Track” klärt auf. Tracking: Die Webserie “Do Not Track” klärt auf weiterlesen

Iran – ein Land zwischen Tradition und Moderne

Moschee in Kermanshah, Iran Bild: Shaghayegh
Moschee in Kermanshah, Iran
Bild: Shaghayegh

Eine junge Deutsch-Iranerin berichtet über ihre Reise in die Vergangenheit und das moderne Leben im Iran. Sie spricht über die engen Familienbande, das Verhältnis von Männern und Frauen und die vielen Unfreiheiten, die immer mehr junge Menschen ins Ausland treiben. Iran — ein Land zwischen Tradition und Moderne weiterlesen

Unabhängigkeit durch Crowdfunding

Crowdfunding ermöglicht die Finanzierung von Projekten ohne große Investoren, die sich in den Entwicklungsprozess einmischen. Wie sich das in der Videospielewelt auf das Verhältnis von Spielern und Entwicklern auswirkt, zeigt das ambitionierte Projekt Star Citizen von Wing Commander-Schöpfer Chris Roberts. Unabhängigkeit durch Crowdfunding weiterlesen

Ich hab’ ein Handy, also bin ich

Computer, Kamera, Kalender... ein Handy ist heute so viel mehr als ein Telephon (Bild: Vogelsberg)
Computer, Kamera, Kalender… ein Handy ist heute so viel mehr als ein Telefon (Bild: Vogelsberg)

Sieht man sich in der Bahn oder in einem Café heutzutage um, bietet sich ein immer gleiches Bild: Menschen, die sich über ihr Smartphone beugen und ihre Umwelt kaum mehr wahrzunehmen scheinen. Da drängt sich die Frage auf: Können wir heute überhaupt noch ohne Handy und Internet auskommen oder sind wir längst abhängig von diesen Medien geworden? Ich wage mich also an ein Experiment: Eine Woche kein Smartphone und kein Internet.

Die Reaktion meiner Freunde auf diese Ankündigung könnte meine Frage schon beantworten, sie reagieren verständnislos bis drastisch mit der Frage, ob ich den Verstand verloren hätte. Ich versichere ihnen, dass das nicht der Fall sei und dennoch beginne ich mich eben das zu fragen, angesichts der regelrecht entsetzten Reaktionen meiner Freunde. Und obwohl ich zu Beginn recht optimistisch war, was diesen Versuch angeht, fange ich an, mich vor ihm zu fürchten, noch bevor ich begonnen habe. Meine Freunde prophezeien mir schon, dass ich auf gar keinen Fall durchhalten werde. Dass ich einige Kompromisse machen muss, ist mir allerdings bewusst. Als Studentin und freie Mitarbeiterin einer Zeitung bin ich auf das Internet angewiesen, doch in allen anderen Dingen habe ich den festen Vorsatz, Handy und Internet unberührt zu lassen.

Mein Experiment beginnt an einem Sonntag. Viel Zeit also für mich, alle meine Schränke und Schubladen zu durchsuchen. Denn kein Handy zu benutzen heißt ja nicht nur auf das Telephonieren zu verzichten, sondern auch auf alle anderen Funktionen: Kurzmitteilungen, Internet, Kamera, mp3-Player, Wecker, Adressbuch, Taschenrechner, Uhr, Kalender, Spielzeug und je nachdem, welche Apps ich heruntergeladen habe, ist das Handy zudem noch Taschenlampe, Kompass, Navigationsgerät und, und, und… Die Liste lässt sich beinahe endlos fortsetzen und ich muss alle diese Gegenstände erst einmal wiederfinden, teilweise habe ich sie jahrelang nicht mehr angerührt. Nach einigem Suchen habe ich aber die wichtigsten Utensilien beisammen. Mein Handy landet trotzdem in meiner Tasche, wenn auch ausgeschaltet – nur für den Notfall.

Job und Studium ohne Internet? Geht gar nicht!

Im Rahmen meines Experiments merke ich schnell, dass ich an einigen Tagen beinahe nicht merke, dass ich Handy und Internet nicht benutzen wollte, an anderen aber hadere ich sehr mit diesem Versuch. Und natürlich gibt es immer wieder jene Tage, an denen ich arbeiten muss. In meinem Fall heißt dass, dass ich für die Zeitung unterwegs bin, zuhause den Artikel schreibe und ihn anschließend an die Redaktion maile – für meine Arbeit ist das Internet also unerlässlich, auch, da ich für den ein oder anderen Artikel online recherchieren muss. Auch als Studentin brauche ich das Internet: Uni-Mail, BASIS und eCampus sind für das alltägliche Studium unerlässlich, ebenso wie die Organisation meines Auslandsstudiums in Florenz, das im September beginnt. Gerade jetzt muss ich mein Learning Agreement fertigstellen und dazu brauche ich das Vorlesungsverzeichnis der Universität Florenz – einzusehen im Internet.

Als das Wochenende endet und ich wieder zur Uni muss, stelle ich fest, dass nicht alle meine Nachricht bekommen habe, dass Handy und Internet für mich tabu sind. Ich erhalte besorgte Anfragen, ob alles in Ordnung sei, ich vielleicht erkrankt sei oder aus unerfindlichen Gründen wütend, da ich ihre Nachrichten nicht beantwortet hatte. Von anderen bekomme ich erste süffisante Kommentare, wie es mir denn so ginge, wo ich doch praktisch in die Steinzeit zurückversetzt sei. Doch eigentlich geht es mir ganz gut. Einzig auffällig: An diesem Tag hatte ich mein Handy zuhause lassen wollen, doch der Griff danach kam ganz automatisch und so habe ich es denn also mitgenommen.

Ohne Handy den Alltag zu meistern ist gar nicht immer so einfach

Das Treffen mit Freunden stellt mich vor Herausforderungen. Meistens schließe ich solche nämlich mit wagen Zeit- und Ortsangaben, endend immer auf dem Satz „Ich ruf dich dann an.“ Doch das geht jetzt nicht, ich muss genaue Angaben machen und mich dann auch selbst bemühen, pünktlich zu sein. Und die ganze Zeit male ich mir aus, dass ich keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme habe, sollten entweder ich oder meine Freunde sich verspäten. Sich in einer Menschenmenge ohne Handy zu finden ist ja ebenfalls nicht leicht. Es geht dann aber doch alles gut.

Und solange ich bei meinen Freunden bin, fällt mir auch der Verzicht auf das Internet und das Handy nicht schwer. Verbringe ich jedoch einen Tag zuhause, ist das schon anders, denn ich bräuchte das Festnetz, um Kontakt zu ihnen aufzunehmen, und von Festnetz auf Handy anzurufen ist teuer. Außerdem kenne ich die Nummern meiner Freunde nicht auswendig, sie sind alle in meinem Handy gespeichert. Einen Brief zu schreiben lohnt auch nicht immer, oft sind es immerhin nur kurze Mitteilungen, die ich ihnen übermitteln möchte – kurz, aber deswegen nicht immer unwichtig.

Ganz wichtig werden Handys natürlich auch in Notfällen. In eben dieser Woche läuft mir nach einem Treffen mit Freunden in der Eifel ein Reh vors Auto, alles bremsen hat nichts genutzt. Nun liegt das Reh verletzt auf der Landstraße, kein Haus weit und breit. Da hilft nur eins: Handy raus und die Polizei benachrichtigen. Ich bin froh, dass ich es trotz des Experiments dabei hatte.

Noch etwas gestaltet sich als schwierig: Ich führe eine Fernbeziehung, mein Freund ist Italiener, lebt in Rom. Und wenn er nicht gerade in Deutschland ist oder ich in Italien bin, dann telephonieren wir für gewöhnlich mithilfe des Internets. Ein Verzicht auf das Internet würde nun teure Auslandsgespräche über Festnetz bedeuten – und da mache ich dann doch eine Ausnahme meiner Verzichtsübung, um mit ihm reden zu können. Überhaupt habe ich Freunde in aller Welt und ohne Internet wäre es viel schwieriger, den Kontakt zu halten. Für eine Woche ist das in Ordnung, aber auf Dauer halte ich es für kaum durchführbar.

Sie sind aus dem Alltag einfach nicht mehr wegzudenken: Handy und Internet

Mit Fortschreiten des Experiments bin ich denn zunehmend genervt von der Tatsache, nicht mal schnell bei den sozialen Netzwerken vorbeischauen zu können. Oft ist es auch nett, nicht ständig aufs Handy schauen zu müssen, ob ich nicht jemandem antworten muss. Aber wenn ich mal zwei Tage nicht in der Uni war, stört es doch, gar keinen Kontakt zu meinen Freunden zu haben. Nicht, dass Handy und Internet selbst mir fehlen, aber ich bekomme einige Dinge in meinem Freundeskreis nicht mehr mit, die wir ansonsten in Gesprächsgruppen online klären. Da ich in der Eifel wohne, kann ich immerhin auch nicht mal eben mit dem Fahrrad zu ihnen fahren – einige wohnen nämlich ganz schön weit weg.

Und so merke ich im Laufe der Woche, dass es verschiedene Faktoren – seien es meine Freunde, die Uni oder die Arbeit – gibt, die mich immer wieder zwingen, das Handy oder Internet zu benutzen. Trotz guter Vorsätze verging beinahe kein Tag, an dem ich nicht das eine oder das andere benutzt hätte. So resümiere ich also: Ja, wir sind von Handy und Internet abhängig geworden, ohne geht es kaum mehr. Und irgendwie war ich schon froh, als diese Woche vorbei war. Auf Facebook wartete ein Haufen Nachrichten auf mich – es ist aber auch schön zu sehen, dass so viele Menschen mir geschrieben und an mich gedacht haben.