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	<title>MEDIENBLICK BONN &#187; Haiti</title>
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		<title>Die Spendenbereitschaft war riesig</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 22:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philine Lissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[August 2010: Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Simone Pott]]></category>
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		<category><![CDATA[Welthungerhilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ein halbes Jahr ist es nun her, dass Haiti von dem wohl schwersten Erdbeben des 21. Jahrhunderts erschüttert wurde. Rund 300.000 Menschen kamen bei der verheerenden Naturkatastrophe nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ums Leben, ebenso viele wurden verletzt und mehr als eine Million Haitianer verlor ihr Heim. Neben vielen anderen Hilfsorganisationen waren auch Mitarbeiter <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/die-spendenbereitschaft-war-riesig">Die Spendenbereitschaft war riesig</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://medienblick-bonn.de/durchblick/interviews/die-spendenbereitschaft-war-riesig"><img class="aligncenter size-full wp-image-8876" title="thumbnail.aspx" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/07/thumbnail.aspx_.jpg" alt="" width="160" height="94" /></a>Ein halbes Jahr ist es nun her, dass Haiti von dem wohl schwersten Erdbeben des 21. Jahrhunderts erschüttert wurde. Rund 300.000 Menschen kamen bei der verheerenden Naturkatastrophe nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ums Leben, ebenso viele wurden verletzt und mehr als eine Million Haitianer verlor ihr Heim. Neben vielen anderen Hilfsorganisationen waren auch Mitarbeiter der Welthungerhilfe aus Bonn sofort vor Ort, um Nothilfe zu leisten. MedienblickBonn sprach mit der Pressesprecherin Simone Pott über die Aufbauarbeiten in dem Karibikstaat, über die Ernüchterung in der Entwicklungshilfe und über die Frage, ob Menschen auch in Zeiten knapper Kasse für die Ärmsten dieser Welt spenden.</strong><span id="more-8874"></span><em> </em></p>
<p>von Christina Betting</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Frau Pott, wie gehen die Aufbauarbeiten auf Haiti voran?</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_8875" class="wp-caption alignleft" style="width: 178px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-8875" title="simone pott" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/07/simone-pott-208x300.jpg" alt="" width="168" height="244" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Simone Pott</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Die Aufbauarbeiten verlaufen langsamer, als wir es uns wünschen. Aber es geht voran. Die Koordination zwischen den Hilfsorganisationen untereinander wie auch die Zusammenarbeit mit der UN funktioniert sehr gut. Aber die haitianische Regierung macht uns die Arbeit nicht leicht. Ein Problem sind die ungeklärten Besitzverhältnisse der Ländereien. Die Regierung hat auch ein halbes Jahr nach dem Erdbeben noch keine Flächen ausgewiesen, auf denen langfristig Unterkünfte für die vielen Menschen entstehen können, die durch das Erdbeben obdachlos geworden sind. Außerdem haben wir mittlerweile Probleme beim Zoll, die wir Anfang des Jahres in dieser Art noch nicht hatten. Heute müssen wir immer und immer wieder Genehmigungen, Papiere und Erlaubnisse vorlegen. Dadurch kommt unsere Arbeit natürlich ins Stocken.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wie versucht die Welthungerhilfe den Menschen vor Ort zu helfen?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Neben vielen kleinen Projekten konzentriert sich unsere Arbeit auf zwei Bereiche. Einerseits bieten wir den Menschen in den Städten Jacmel und Petit-Goâve die Teilnahme an dem Projekt „cash for work“ an. Dadurch erhalten mittlerweile rund 200 Familien in den Erdbebengebieten Geld dafür, dass sie den Schutt der Zerstörung wegräumen. Andererseits sind wir außerhalb der betroffenen Gebiete, also im Norden und Nordosten der Insel, aktiv. Rund eine halbe Millionen Menschen sind nach dem Erdbeben aus der zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince geflohen und zu ihren Familien aufs Land geflüchtet. Diese Familien haben wir mit Saatgut und Nahrungsmitteln unterstützt. Inzwischen ist das Saatgut aufgegangen und die Familien können sich davon weitgehend selbst ernähren.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Welche Vorkehrungen trifft die Welthungerhilfe angesichts der bevorstehenden Hurrikan-Saison in der Karibik?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Wir können nicht von heute auf morgen eine Millionen Menschen vor Hurrikans schützen. Wohin sollen denn all die Haitianer, die ihr Haus verloren haben und noch in Notunterkünften wohnen? Außerdem gab es auch schon vor dem schweren Erdbeben Hurrikans auf Haiti. Damit muss das Land, damit müssen die Haitianer leben.<br />
Aber trotzdem gibt es etwas, das wir tun können. Dazu gehört, dass wir die Häuser, die durch das Erdbeben nicht völlig zerstört wurden, reparieren. Außerdem bauen wir Übergangshäuser, in denen die Menschen rund zwei Jahre wohnen können. Und falls tatsächlich eine Hurrikan-Katastrophe eintreten solle, haben wir natürlich auch Pläne:<br />
Wir werden dann wieder stärker in die Nothilfe einsteigen und an die Opfer Plastikplanen, Lebensmittel und Wasser verteilen.<br />
<em><br />
Bisher ist nur ein Bruchteil der zugesagten Milliardenhilfen für Haiti bereitgestellt worden. Warum werden die Hilfszusagen nur zögerlich eingehalten?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich hat die internationale Staatengemeinschaft auf der Geberkonferenz im Mai rund zehn Milliarden Dollar für Haiti versprochen. Diese Gelder stecken zumindest teilweise sowieso schon in Hilfsprojekten in der Karibik. Da werden Gelder also einfach umgelenkt. Hinzu kommt, dass die politische Situation in Haiti problematisch ist. Der jetzige Präsident René Prévaler erfreut sich keiner großen Beliebtheit, darf aber bei der nächsten Wahl im November sowieso nicht mehr antreten. Experten gehen davon aus, dass mit dem Regierungswechsel auf Haiti politische Unstabilitäten einhergehen werden. Unter diesen Voraussetzungen kann man das Zögern der internationalen Staatengemeinschaft durchaus verstehen, wenn auch nicht gutheißen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em> Die Staatengemeinschaft zeigt sich also nur zögerlich großzügig. Wie sieht denn die Spendenbereitschaft der deutschen Bürger in Zeiten der Finanzkrise aus?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Erdbeben in Haiti war die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland riesig. Wir haben allein in den ersten vier Monaten nach der Katastrophe rund 20 Millionen Euro erhalten. Ob und inwieweit sich die Spendenbereitschaft der Menschen in Zeiten knapper Kassen weiterentwickeln wird, wissen wir allerdings noch nicht. Aber so viel kann ich schon sagen: Letztes Jahr haben wir vergleichsweise wenig private Spenden erhalten. 2009 war allerdings auch ein relativ ruhiges Jahr, in dem es zwar viele kleine Katastrophen gab, aber keine, die es bis in die Tagesschau geschafft hätte. In solchen Zeiten geht das Spendenaufkommen erfahrungsgemäß herunter. Menschen spenden eher für Katastrophen, die medial aufgearbeitet werden als für solche, von denen keiner weiß und die irgendwie auch keinen interessieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><em> Lange fehlte auch für die Probleme Südafrikas das mediale Interesse. Mit der Fußballweltmeisterschaft hat sich das grundlegend verändert. Aber kann das Land wirklich langfristig von dem sportlichen Weltereignis profitieren?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ein mediales Großereignis bietet natürlich die Chance, ein Land von einer anderen, einer positiven Seite zu zeigen. Das ist den Menschen in Südafrika zum Teil gelungen. Gleichzeitig gab es viele Beiträge, die unter anderen Umständen überhaupt keinen Platz in der Berichterstattung gefunden hätten. Dadurch haben Menschen auf der ganzen Welt den Kontinent Afrika besser kennengelernt. Das ist natürlich positiv. Aber ob die Rechnung, die da aufgemacht wurde, am Ende wirklich funktioniert? Ob sich die Investitionen in Fußballstadien, Hotels und Infrastruktur langfristig lohnen werden? Ich weiß es nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Machen Sie die Erfahrung, dass die Berichterstattung die Spendenbereitschaft für die Menschen in Afrika erhöht?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das ist schwer zu sagen und wird sich wohl erst in den nächsten Monaten zeigen. Vor der WM haben wir allerdings festgestellt, dass viele Menschen der Entwicklungshilfe in Afrika skeptisch gegenüberstehen. Es ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Der Kontinent ist bekannt für Korruption, Ungerechtigkeiten, Bestechung, Unterschlagung. Viele Menschen bekommen dann natürlich das Gefühl, dass ihr Geld in Afrika nichts bewirken kann. Sie glauben, dass sich die Afrikaner nie aus ihrer Notsituation befreien können. Warum sollen sie dann noch spenden? Deswegen ist es ganz wichtig, dass wir den Menschen vermitteln, dass mit ihrer Spende eine positive Entwicklung vorangetrieben wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Diese Vermittlung geschieht immer mehr über das Internet. So hat die Welthungerhilfe zum Beispiel ein <a href="http://www.facebook.com/Welthungerhilfe" target="_blank">Profil bei facebook</a> und <a href="http://twitter.com/Welthungerhilfe" target="_blank">twitter</a>. Welche Vorteile bietet diese Art der Kommunikation?</em></p>
<p style="text-align: justify;">Zum einen helfen uns diese neuen Kommunikationswege dabei, jüngere Menschen für unsere Ziele zu interessieren und zu begeistern. Zum anderen dient uns das Internet dazu, unsere Arbeit so transparent wie möglich zu machen und über unsere Projekte und Anliegen zu berichten. Transparenz ist wichtig, um glaubwürdig zu sein. Und Glaubwürdigkeit wiederum ist notwendig, um all den Menschen, die uns ihr Geld anvertrauen, nachvollziehbar zeigen zu können, wie wir dieses Geld einsetzen.</p>
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		<title>Studenten drehen Dokumentarfilm über Haiti-Unglück</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 22:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jessica Einspänner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blick des Tages - Archiv]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Unmittelbar nach dem Erdbeben in Haiti schnappten sich Studierende des Ciné Institute, Haitis einziger Filmschule, ihre Kameras und filmten das Unglück in den Straßen. Als diese Initiative publik wurde, lud man die Studis kurzerhand nach New York ein, wo ihre Aufnahmen jetzt professionell in einer Dokumentation verfilmt werden. Unser Blick des Tages vom 09.02.2010 &#62;&#62;</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.reuters.com/news/video/story?videoId=40090108&amp;videoChannel=1"><a href="http://medienblick-bonn.de/ruckblick/blick-des-tages-archiv/studenten-drehen-dokumentarfilm-uber-haiti-ungluck"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4107" title="bdt 09.02.2010 haiti studis" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2010/02/bdt-09.02.2010-haiti-studis-300x166.png" alt="" width="300" height="166" /></a></a>Unmittelbar nach dem Erdbeben in Haiti schnappten sich Studierende des <a href="http://www.cineinstitute.com/news/" target="_blank">Ciné Institute</a>, Haitis einziger Filmschule, ihre Kameras und filmten das Unglück in den Straßen. Als diese Initiative publik wurde, lud man die Studis kurzerhand nach New York ein, wo ihre Aufnahmen jetzt professionell in einer Dokumentation verfilmt werden. Unser <a href="http://www.reuters.com/news/video/story?videoId=40090108&amp;videoChannel=1" target="_blank">Blick des Tages vom 09.02.2010 &gt;&gt;</a></p>
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