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	<title>MEDIENBLICK BONN &#187; Flashmob</title>
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		<title>Nur mal kurz versammeln und 10.000 Hamburger bestellen</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 16:31:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Haupt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2009: Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Flashmob]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wie aus dem Nichts tauchen sie an öffentlichen Plätzen auf &#8211; Menschenansammlungen, die etwas Skurriles und für Unbeteiligte höchst Irritierendes veranstalten. Hunderte fallen bei einer Fastfood-Kette ein, um alle gleichzeitig einen Hamburger zu bestellen, applaudieren ohne Grund mehrere Sekunden lang, oder legen sich spontan gemeinsam auf den Boden. Genauso schnell, wie sie gekommen <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/ruckblick/oktober-2009/nur-mal-kurz-versammeln-und-10-000-hamburger-bestellen">Nur mal kurz versammeln und 10.000 Hamburger bestellen</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://medienblick-bonn.de/ruckblick/oktober-2009/nur-mal-kurz-versammeln-und-10-000-hamburger-bestellen"><img class="alignright size-medium wp-image-1888" title="Burger_Perfect" src="http://medienblick-bonn.de/wp-content/uploads/2009/09/Burger_Perfect-225x300.jpg" alt="Burger_Perfect" width="225" height="300" /></a>Wie aus dem Nichts tauchen sie an öffentlichen Plätzen auf &#8211; Menschenansammlungen, die etwas Skurriles und für Unbeteiligte höchst Irritierendes veranstalten. Hunderte fallen bei einer Fastfood-Kette ein, um alle gleichzeitig einen Hamburger zu bestellen, applaudieren ohne Grund mehrere Sekunden lang, oder legen sich spontan gemeinsam auf den Boden. Genauso schnell, wie sie gekommen sind, lösen sich die Massen auch wieder auf, als wäre nichts geschehen. Und das alles vor unwissenden Passanten. Organisiert wird das Ganze via E-Mails, Social Networks á la StudiVZ oder per Mobiltelefon. Flash-Mob nennt sich dieses Gesellschaftsspiel, das inzwischen zu einem weltweiten Phänomen geworden ist. Doch seit wann gibt es den Trend zum öffentlichen Flashmobbing überhaupt?<span id="more-1428"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Flashmobs sind in Deutschland derzeit in aller Munde. Doch so neu ist die Idee gar nicht. Erste Überlegungen zu diesem gesellschaftlichen Phänomen wurden bereits 2002 durch den amerikanischen Sozialwissenschaftler Howard Rheingold angestellt, der bereits in seinem Buch <em>Smart Mobs: The Next Social Revolution</em> auf das Potenzial sozialer Massen verwies.<strong><em> </em></strong>Bill Wasik, Chefredakteur des New Yorker <em>Harper&#8217;s Magazine</em>, nahm diese Idee auf und rief im Sommer 2003 zum ersten Flashmob auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Aufruf verbreitete sich per E-Mail wie ein Lauffeuer. So kamen mehr als hundert Menschen in ein Kaufhaus in Downtown Manhattan, um sich angeblich gemeinsam einen „Liebesteppich“ zu kaufen.<strong> </strong>In New York folgten daraufhin schnell weitere Aktionen. Eine Gruppe  versammelte sich in eine Hotel-Lobby, um dort unvermittelt 15 Sekunden tosend zu applaudieren. Andere stürmten ein Schuhgeschäft, um sich als Touristen auszugeben. Wieder ein anderer Flashmob geschah im Central Park und ahmte Vogelgezwitscher nach.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Flashmobs werden weltweit zum Renner</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ausgehend von den USA verbreitete sich der neue Trend schnell nach Europa, Australien und Asien.<em> </em>Der erste Flashmob in Europa ereignete sich im Juli 2003 in Rom, als 300 Leute einen Musik- und Buchladen “stürmten”, um nach nicht vorhandenen Produkten zu fragen. Nachdem die ersten Aktionen ein großes Medieninteresse erzeugten, ebbte die Welle der Flashmobs vorerst wieder ab. Doch nur wenig später entdeckten politische Organisationen das Format für sich. So tauchte das Phänomen erneut in den Medien auf und inspirierte diverse Nachahmer. Die Zahl der reinen Spaß-Flashmobs stieg erneut.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf das steigende Interesse verweist auch  die Kurve von Google Trends, die seit Beginn 2008 deutliche Zuwächse in Bezug auf die Suchanfragen für den Begriff “Flashmob” aufweist. Seitdem haben sich zahlreiche unterschiedliche Flashmob-Arten entwickelt. So gibt es beispielsweise den <em>Frozen Flashmob</em>, bei dem die Flashmobber zu einem festgelegten Zeitpunkt bzw. auf ein bestimmtes Signal wie versteinert stehen bleiben, bis sich der Flashmob wieder auflöst, oder aber den <em>Naked Flashmob</em>, bei dem sich die Teilnehmer nackt oder spärlich bekleidet in der Öffentlichkeit unters Volk mischen. Besonderes Aufsehen erregte ein sogenannter <em>Food Flashmob</em> im März 2008 am Berliner Ostbahnhof, wo mehrere Hundert Menschen eine Fastfood-Kette stürmten und mit ihrer Bestellung von mehr als 10.000 Burgern sogar ein Weltrekord aufstellten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine weitere Spielart ist der <em>Silent Flashmob</em>, der häufig in der Form von <em>Silent Discos</em> veranstaltet wird. So versammelten sich beispielsweise im Frühjahr 2006 etwa 4000 Teilnehmer in Londoner U-Bahn-Stationen, um ausgelassen zu der Musik zu tanzen, die sie über ihren MP3-Player hörten. Ein ähnliches Ereignis in Washington D.C. erreichte große Aufmerksamkeit, weil erstmals eine Flash-Mobberin aufgrund ihres lautlosen Tanzens vor dem Jefferson Memorial von der Polizei abgeführt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders großer Beliebtheit erfreut sich der<strong> </strong><em>Pillow Fight Flashmob</em>. Anlässlich des jährlich stattfindenden internationalen Pillow Fight Day versammelten sich im März 2008 erstmals in über 25 Städten, von Amsterdam über Dubai, London, Los Angeles und Shanghai bis nach Sydney, Tausende von Menschen um eine gigantische Kissenschlacht abzuhalten. Mit über 5000 Teilnehmern allein in New York markiert diese Aktion den bis dato größten Flashmob.</p>
<p style="text-align: justify;">Während Flashmobs ursprünglich als rein private Spaßveranstaltung gedacht waren, haben mittlerweile auch Firmen und Unternehmen die Idee als Marketingzweck für sich entdeckt. Aufgrund der einfachen Durchführbarkeit und dem geringen Budgetaufwand werden viele Flashmobs in Zukunft sicherlich werblich motiviert sein.<strong><em> </em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Man darf gespannt sein, welche Aktionen den Flashmobbern auf der ganzen Welt noch einfallen werden!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stephanie Haupt</strong></p>
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		<title>Wie kommt eigentlich der Flash zum Mob?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 07:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cordula Luckassen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2009: Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Flashmob]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">(flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich, auch Blitzauflauf). Mittlerweile ist das Phänomen des Flashmobs nahezu jedem ein Begriff: eine geplante Zusammenkunft von möglichst vielen Menschen an einem Ort zu einer bestimmten Zeit mit einer gemeinsamen Aufgabe. Das kann die Party auf Sylt, eine Massen-Burgerbestellung am Drive-In oder ein plötzliches Stillstehen <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/ruckblick/oktober-2009/wie-kommt-eigentlich-der-flash-zum-mob">Wie kommt eigentlich der Flash zum Mob?</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>(flash – Blitz; mob – von mobilis – beweglich, auch Blitzauflauf). Mittlerweile ist das Phänomen des Flashmobs nahezu jedem ein Begriff: eine geplante Zusammenkunft von möglichst vielen Menschen an einem Ort zu einer bestimmten Zeit mit einer gemeinsamen Aufgabe. Das kann die Party auf Sylt, eine Massen-Burgerbestellung am Drive-In oder ein plötzliches Stillstehen wie beim „Frozen“-Flashmob in der Grand Central Station in Manhattan sein. Der Flashmob hat schier unendlich viele Gesichter. Aber wie plant man einen solchen Event ohne im Vorhinein zu viel Aufmerksamkeit zu wecken? Wie motiviert man möglichst viele Leute zum Mitmachen und kommuniziert gleichzeitig präzise Anweisungen zur geplanten Aktion?<span id="more-1403"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der erste Flashmob 2003 in New York brauchte zwei Anläufe, bis er so durchgeführt werden konnte, wie Initiator Bill Wasik es sich ausgemalt hatte. Damals erkundigten sich 100 Flashmobber bei dem erstaunten Verkäufer eines Kaufhauses nach einem Teppich, den sie für ihre „Liebes-Community“ suchten. Womöglich scheiterte der erste Versuch an der nicht ganz unkomplizierten Planung und Organisation einer solchen Veranstaltung, bei der die Teilnehmer einander gänzlich fremd sind. Daher scheint es logisch, dass Flashmobs bis zur verstärkten Nutzung der Internetkommunikation eher als lokal beschränkte Ereignisse in Erscheinung traten.</p>
<p style="text-align: justify;">In den vergangenen Jahren hat sich viel getan. In Zeiten von E-Mail und Chatkommunikation sowie diversen Diensten und Plattformen wie Skype, MySpace und StudiVZ, deren Nutzung heutzutage fester Bestandteil unseres Alltags geworden ist, bedarf es lediglich der richtigen Instrumentenauswahl zur Verbreitung der Flashmob-Informationen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Internetkommunikation als entscheidender Faktor</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sowohl Büro- als auch soziale Kommunikation verläuft zu einem entscheidenden Teil über Mobiltelefone und Internetdienste. Eine StudiVZ-Gruppe „Flashmob im Hofgarten“ ist, als Beispiel, schnell gegründet und findet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die gewünschte Aufmerksamkeit. Dass dieses Vorgehen vielversprechend sein dürfte, lassen die 300 Treffer bei der Gruppensuche im StudiVZ mit dem Stichwort „Flashmob“ durchaus vermuten.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier haben nahezu alle größeren und auch viele kleinere Städte ihre Flashmob-Gruppe. So auch Bonn. Im zugehörigen Forum werden neue Aktions-Ideen diskutiert, aber auch konkrete Termine zu bereits geplanten Flashmobs schnell verbreitet. Ähnlich verhält es sich mit Twitter. So organisierten Fans von Michael Jackson nach dessen Tod spontan über Twitter Tanz-Flashmobs, bei denen jeweils Hunderte Fans den berühmten Moonwalk des Künstlers nachmachten.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie die Aktionen abgelaufen sind und Passanten das unerwartete Treiben überrascht und ungläubig beobachten, kann man hinterher meist auf Videoplattformen wie YouTube bestaunen. Unter den knapp 17.000 eingestellten Filmchen zum besagten Thema findet sich alleine auf YouTube vom <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BJHbx5OZDh0">Kreisverkehr-Flashmob</a> in Lübeck bis zum <a href="http://www.youtube.com/watch?v=VQ3d3KigPQM">T-Mobile Dance</a> alles, was den begeisterten Aktiv-Mobber oder auch neugierigen Beobachter interessiert. YouTube dient sowohl als Inspirationsquelle als auch Verbreitungsplattform des Phänomens Flashmob. Die Videos dienen als eine Art viraler Motor für die Verbreitung der Aktions-Botschaften.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Organisiert unorganisiert</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nicht wenige Flashmobs sorgen zudem über eigene Homepages für den nötigen Zulauf. Der Initiator des sogenannten „<a href="http://www.anti17august.info/">Bunten Krachmacher-Flashmobs</a>“, das sich gegen die deutschlandweit angekündigten Nazi-Flashmobs am 17. August richtete, veröffentlichte dort Choreographie mit Zeit- und Ortsangaben bis hin zum Hinweis der Uhrensynchronisierung mit der Atomuhr. Natürlich durfte am Ende der Hinweis zur Weiterverbreitung und Werbung in Blogs, Chats, Foren, per SMS und Mundpropaganda nicht fehlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass neue digitale Verbreitungswege und klassische Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgreich ineinandergreifen, zeigt auch das Beispiel von Christoph Stüber: Stüber rief nach seinem Beziehungs-Aus im Internet zur <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WKJJqZrcr6E">Strandparty auf Sylt</a> auf. Dass diesem Aufruf 13.000 Partywütige folgten und in Sylt einfielen, dürfte ihn ziemlich überrascht haben, wollte er doch nur ein bisschen mit rund 100 Bekannten feiern.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Mitmach-Internet hat uns eine neue Form der realen Interaktion und Kommunikation beschert. Jeder kann sich anschließen, jeder kann einen eigenen Mob initiieren. Dass Kontrolle sowohl bei der Verbreitung als auch bei der Art des Flashmobs komplett außen vor ist, liegt in der Natur der Sache und macht den Reiz der Aktions-Form des Flashmobs aus. Um so spannender, was uns in Zukunft noch erwartet.</p>
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		<title>Der Flashmob-Boom &#8211; Soziologische Annäherung an ein Phänomen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 11:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Haupt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oktober 2009: Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Flashmob]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ein neuer Trend erobert Städte auf der ganzen Welt. Wildfremde Leute verabreden sich via Internet, um dann den öffentlichen Aufstand zu proben. Von Massenkissenschlachten über ausgelassene Tanzgelage bis hin zur Stürmung eines Kaufhauses, die Palette der so genannten Flashmobs ist groß. Doch was veranlasst Menschen dazu, ein scheinbar sinnloses Massenspektakel zu veranstalten?</p>
<p style="text-align: <p>Lies weiter in <a href="http://medienblick-bonn.de/ruckblick/oktober-2009/der-flashmob-boom-soziologische-annaherung-an-ein-phanomen">Der Flashmob-Boom &#8211; Soziologische Annäherung an ein Phänomen</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Ein neuer Trend erobert Städte auf der ganzen Welt. Wildfremde Leute verabreden sich via Internet, um dann den öffentlichen Aufstand zu proben. Von Massenkissenschlachten über ausgelassene Tanzgelage bis hin zur Stürmung eines Kaufhauses, die Palette der so genannten Flashmobs ist groß. Doch was veranlasst Menschen dazu, ein scheinbar sinnloses Massenspektakel zu veranstalten?<span id="more-1426"></span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Offensichtlichster Grund für die Teilnahme an einem Flashmob ist sicherlich der Spaß und die Ausgelassenheit, die mit dem Ereignis verbunden sind. Das Ganze hat etwas Kindlich-Spielerisches, dass uns auch im Erwachsenalter ein Stück Kindheit zurückzubringen scheint. Doch reicht dieser Grund aus, um den regelrechten Flashmob-Boom der letzten Monate in Deutschland zu erklären?</p>
<p style="text-align: justify;">Die soziologische Betrachtung der Flashmobs steckt noch in den Kinderschuhen, rückt aber zusehends ins Blickfeld wissenschaftlicher Untersuchungen. So widmete sich auch die Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Rahmen des Hauptseminars <em>Visuelle Soziologie </em>im Sommersemester 2009 dem neuen Forschungsfeld. Die Seminarteilnehmer konzipierten eigens einen Flasmob, der im Juli auf der Hofgartenwiese in Bonn stattfinden sollte. Das Ergebnis des Ideenprozesses war der Flashmob <em>Der rote Teppich wird ausgerollt&#8230;</em>, bei dem, wie der Namen schon sagt, ein roter Teppich als Ort der sozialen Inszenierung im Hofgarten ausgelegt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Hofgartenwiese als ,,Mikrokosmos des sozialen Lebens“, so Kathrin Rosi Würtz, die Dozentin des Seminars, eigne sich hervorragend, um sich dem Flashmob in soziologischer Hinsicht zu nähern. Untersucht wurde dabei insbesondere, wie sich die Akteure spontan inszenieren, wenn ihnen mitten im Alltagsleben ein roter Teppich ausgelegt wird. ,,Die Art und Weise, wie sich Menschen auf und um den roten Teppich benehmen, ist das Entscheidende für uns. Welche Wechselwirkungen zwischen den Akteuren können wir beobachten? Bilden sich Gruppen, wer interagiert mit wem? Welche Kleidung, Frisuren etc. tragen unsere Flashmob-Teilnehmer? Wie schlüpfen Unbeteiligte spontan in die Star- oder Publikumsrolle? Welche Körperbewegungen können wir beobachten?“, so Würtz zu den Untersuchungsgegenständen des Flashmobs.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>70 Minuten Video, über 600 Fotos</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Um dabei möglichst umfangreiche Ergebnisse zu erzielen, wurde das Spektakel mit 10 Kameras aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen. Jede Kameraposition hielt einen bestimmten Aspekt wie beispielswiese Mimik und Gestik der Teilnehmer oder den Übergang von der Publikums- zur Starrolle fest. Bei dem siebenminütigen Flashmob entstanden ca. 70 Minuten Videomaterial und über 600 Fotos.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach Ansicht von Kathrin Rosi Würtz kommen Flashmobs in erster Linie auch ,,aufgrund eines Verlangens nach gemeinschaftlichen Erlebnissen und Gefühlen zustande. Aber nicht jeder Flashmob ist nur auf das reine Erlebnisgefühl ausgerichtet.“ So können Flashmobs ihrer Meinung nach auch durchaus ,,hybride Mischformen“ annehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Motivation für eine Teilnahme ist somit sicherlich auch der Umstand, Teil etwas Großes sein zu können, und das, ohne viel Aufwand oder Zeit dafür aufbringen zu müssen. Aufmerksamkeit ist den Teilnehmern schließlich beim Flashmobbing garantiert. So entdecken auch immer mehr Unternehmen den Flashmob für kommerzielle Zwecke: Eines der größten und dabei auch erfolgreichsten Ereignisse war eine Aktion von T-Mobile, bei der einige Hundert Menschen im Liverpooler Hauptbahnhof für einen Werbespot der Firma aus heiterem Himmel zu tanzen begannen.<em> </em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Weit über reinen Spaß hinaus</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Flashmobs können also weit mehr als reine Spaßveranstaltungen sein. Für die Einen sind sie pures Vergnügen, für Andere hingegen schlummert in ihnen ein soziales bzw. politisches Potential, welches man sich zu Nutzen machen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">So thematisierte der amerikanische Medientheoretiker Howard Rheingold bereits 2002 in seinem Buch <em>Smart Mobs: The Next Social Revolution </em>die soziale Funktion des Internets und in diesem Zusammenhang auch der Flashmobs. So gibt der “Blitzlauf“ dem Medium Internet eine neue Komponente, indem er die Fähigkeit besitzt anonyme, virtuelle Gemeinschaften in die Realität zu transformieren. Dies alles geschieht zudem mittels des Web 2.0 in rasender Geschwindigkeit und mit unglaublicher Flexibilität.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Reiz der Flashmobs liegt somit nach Kathrin Rosi Würtz in ,,der Verzahnung von multimedialen Praxisfeldern der Kommunikation, wie etwa Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten über studiVZ.net oder facebook und der daran anknüpfenden Real Life Face-to-Face-Interaktion im öffentlichen Raum wie beispielsweise in der Fußgängerzone.“</p>
<p style="text-align: justify;">Howard Rheingold prägte in seinem Buch auch den Begriff des so genannten Smart Mob, bei dem sich Gruppen mittels Internet oder SMS zusammenschließen, um gesellschaftliche oder politische Ziele zu erreichen oder um bessere Verhältnisse zu schaffen.<strong> </strong>So haben sich im Januar 2001 Hunderttausende auf den Philippinen zu einer Spontandemonstration versammelt, um den korrupten Präsidenten Estrada zu stürzen.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mehr oder minder klare Abgrenzung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Motivation an einem Flashmob teilzunehmen hängt so sicherlich auch von dessen Form ab.  So unterscheidet man zwischen dem oben thematisierten Smart Mob und dem klassischen Flash Mob, den man auch als Artistic Mob bezeichnen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide haben scheinbar nicht wirklich viel gemeinsam, sind Flashmobs doch ausdrücklich spielerisch und unpolitisch und entsprechen vielmehr einer Art Performance-Kunst. Doch auch im Spaßmob schlummert ein gewisses soziales Potenzial, welches aber bislang nicht vollends genutzt wird. Das mag daran liegen, dass der politisch und revolutionär motivierte Mob durch unruhige und unsichere Gesellschaftsverhältnisse begünstigt wird. Der Artistic Mob wird von unserer Spaßgesellschaft eher um seiner Selbst Willen gefeiert. Dennoch wirken auch bei dieser Art des Spaß-Mobs unbewusste Kräfte, die Menschen zur Teilnahme verleiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Sinne des amerikanischen Soziologen Erving Goffman könnte man die Flashmobs auch als eine Verletzung der Interaktionsordnung sehen, welche geltende Normen für kurze Zeit außer Kraft setzen können. Den Flashmobbern ermöglicht der “Blitzlauf“ somit einen Ausbruch aus dem Alltag und dem festen Korsett bestehender Regeln. Vielleicht boomt auch gerade deswegen seit geraumer Zeit das chaotische Flashmob-Fieber im sonst stets geregelten und ordentlichen Deutschland. So kann man sich schließlich in der Masse verstecken und Dinge tun, die man sonst nicht machen wurde. Flashmobs können so als eine Art Ventil zur Kompensation von Unterdrücktem fungieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Einer erfolgreichen Zukunft der Flashmobs dürfte also eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Schließlich gibt es eine Vielzahl an Gründen, sich zu beteiligen. Doch wie bei jedem Boom kann man nie genau wissen, wie lange dieser anhält. Vielleicht stirbt der Flashmob also auch wieder genauso schnell aus, wie er gekommen ist. Doch noch bleibt Zeit, das Phänomen weiter zu untersuchen. ,,Interessant für uns ist, welche innovativen Ideen die aktiven Flashmobber in der Zunkuft umsetzen werden und welche flashmobartigen Interventionen öffentliche, soziale Räume auf welche Art und Weise beeinflussen werden“, so Kathrin Rosi Würtz, die weitere Flashmobs zur Untersuchung soziologischer Sachverhalte nicht ausschließt.</p>
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