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Aktuelles Alltag Gesellschaft

SchwarzRotGold – Schwarz sein in Deutschland

Mir war lange Zeit gar nicht bewusst, dass es bereits eine kleine Bewegung in Deutschland gibt, die genau dieses Thema behandelt, bis ich auf den Film von Jana Pareigis „Afro.Deutschland“ gestoßen bin. Begeistert habe ich den Rest der Nacht nicht mit schlafen, sondern mit vielen weiteren YouTube Videos über Schwarze, die in Deutschland leben, verbracht. Die differenzierte und eben nicht radikale Darstellung, wie man sie oft aus den USA kennt,  hat mich fasziniert, und so habe ich mich dazu entschieden, meine eigenen Erfahrungen zu teilen.

„Schwarz sein in Deutschland“ eine Kolumne von Rahel Tekle

Im Grunde genommen war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich der Reihe „Schwarz sein in Deutschland“ widmen würde.

Wenn ich ehrlich bin, finde ich das Thema ermüdend. Jeden Tag einer Minderheit anzugehören, ist verdammt anstrengend. Man fällt immer auf. Man ist immer die Ausnahme.  Ich möchte ein aktuelles Beispiel geben:

In meinem Soziologie Kurs ging es in dieser Woche um Normen, Werte und Sozialisation. Soweit alles normal (*pun intended*). Bis meine Dozentin fragte, ob es etwas oder  jemanden innerhalb unseres Kurses gibt, der außerhalb der Norm liegt. Es war klar, dass diese Frage auf mich und meine Hautfarbe abzielte. Mit einem schnellen Handheben und „Ich“- Gerufe meinerseits bin ich den anderen zuvorgekommen, das Offensichtliche hervorzuheben. Was auf den ersten Blick als „krass“ rüberkommen mag, war eigentlich nur eine Anreihung solcher Fragen. So durften sich wenige Minuten vorher die Raucher im Kurs outen. Das war nicht weiter ein Problem.

Aber beim Thema Hautfarbe bemerkte man, dass meine Dozentin, zumindest in den Augen der anderen Kursteilnehmer, ein potentielles Minenfeld betreten hatte. Das fand ich schade. Ich verstehe es, aber es ist dennoch schade. Denn genau an solchen Reaktionen merke ich, weshalb es für viele ein Problem ist über die (schwarze) Hautfarbe zu sprechen.

Es ist ein Tabuthema.

An sich ziemlich blöde, weil es bei der ganzen Debatte rund um den sogenannten Rassismus um die Pigmentierung der Haut geht. Nicht um Rassen, die es biologisch unter Menschen gar nicht gibt. Nein. Es geht darum, dass manche Menschen dunkler sind, als andere.

Zieht euch das mal rein!

Bei der Causa Hautfarbe handelt es sich um einen geschichts-politischen Konflikt, dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. Aber Geschichte kann neu geschrieben werden.

Das beste Beispiel: Barack Obama, der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

In dieser Reihe soll es aber nicht um Schwarze in Amerika gehen, wobei das sicherlich auch Thema wird, da es durchaus ein wichtiger Faktor in vielerlei Hinsicht ist. Es soll um den Alltag eines schwarzen Menschen, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, gehen.  Dass meine Ansichten subjektiver Art sind und ich nicht für alle Schwarzen spreche, möchte ich hierbei deutlich betonen.

Ich möchte auch euch, die Leser, ausdrücklich dazu auffordern mir Fragen, Anregungen und Kritik mit auf den Weg zu geben. Diese Reihe soll vor allem zu einem Austausch anregen – ohne Berührungsängste, ohne Tabus.

Naja, nicht ganz ohne. Respekt, fordere ich ein.

Aber das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

 

 

 

 

4 thoughts on “SchwarzRotGold – Schwarz sein in Deutschland

  1. Hey , Super Thema….
    Da bin ich sehr gespannt welche Facetten Du zu dem Thema noch beleuchten wirst. Ich selbst bin eher braun als schwarz, von der Hautfarbe( 50% GHANA-50% Deutschland) Im Grunde wird da aber gefühlt nur ein sehr geringer Unterschied gemacht, im realen Leben. Auch nicht , wenn Du wie ich in Deutschland geboren bist…
    Minenfeld….. trifft es ganz gut, jedenfalls für die Heuchler, die überkorrekten.
    Eine klare Ablehnung finde ich als Person immer einfach ! Schwierig finde ich das Gerede um den “ Heißen Brei“ . Es gab und gibt aber auch das Gegenteil. Leute , die einen cool finden , weil man schwarz ist.. Nun ja zumindest auf den ersten Blick. Die Klischees wenn auch „positiv“ besetzt nerven dann irgendwann schon. Mal sehen was Du so zu Papier bringst. Gruß Andreas

    1. Danke!
      Ich fänds toll, wenn Du mir Feedback zu den jeweiligen Texten gibst und erzählst, ob Du andere Erfahrungen gemacht hast. Braun zu sein, wirft schließlich oft auch einen Konflikt mit Schwarzen UND Weißen auf, die behaupten, man wäre nicht „richtig“ schwarz und habe deshalb Nichts zu melden. Vollkommener Schwachsinn.
      Ich freue mich über jeden Kommentar! 🙂 Viele Grüße, Rahel

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