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Aktuelles Kultur

Salomé wird aufgeführt – Ein Interview mit der BUSC

Salomé – ein Drama welches einen großen Skandal auslöste, doch heutzutage zu den etablierten Bühnenstücken zählt, soll demnächst von der Bonn University Sahekspeare Company (BUSC) aufgeführt werden.

Von Nadja Hochholz

Medienblick: Könntest du Salomé kurz beschreiben und erklären, warum ihr euch für dieses Drama entschieden habt?
Lisa G.: ‚Salomé‘ ist die biblische Geschichte der Enthauptung Johannes des Täufers, wiedergegeben und ausgeschmückt von Oscar Wilde. Wilde verwandelt die in der Bibel recht kurz gefasste Erzählung in ein dichtes Drama, in dessen Kern es um Liebe, Zurückweisung und Obsession geht.

Meine eigene Faszination für das Stück setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: zum einen ist es ein Stück mit einer vielschichtigen, spannenden Frau als zentraler Figur und das hat leider nach wie vor einen gewissen Seltenheitswert. Zum anderen ist es ein Stück, mit dem ich persönlich viele Kindheitserinnerungen verbinde, da meine Großmutter die Oper liebt (die auf der deutschen Übersetzung basiert).

Medienblick: Du sprachst nun schon Salomé an, welche ja zu den Gründen gehörte, weswegen das Stück damals für Skandal sorgte. Habt ihr das Drama auch ausgewählt um eine Art Zeichen zu setzen?

Lisa G.: Da kann ich natürlich jetzt nicht für alle sprechen, die das Stück gewählt haben, aber ich denke schon, dass wir im Allgemeinen mit all unseren Projekten ein Stück weit eine Aussage machen wollen, sei es nun politisch oder zwischenmenschlich.

Medienblick: Welche Besonderheiten haben die Figuren, die ihr interpretiert?

Lisa G.: Eine große Besonderheit, gerade im Vergleich zu vielen anderen Stücken, ist sicherlich dass es keinen klaren Sympathieträger gibt, dem das Publikum das ganze Stück über „folgt“. Alle Charaktere sind extrem auf sich selbst bezogen, manche sogar sehr bewusst, und damit schaden sie anderen und gelegentlich auch sich selbst. Man ist als Zuschauer also im Endeffekt gezwungen, sich für das geringste Übel zu entscheiden.

Medienblick: War es schwer, für die jede Rolle eine/n passende/n Darsteller/in zu finden?

Lisa G.: Nicht sehr, nein – bei der BUSC bewerben sich regelmäßig viele gute Leute. Und wir freuen uns auch immer über Nachwuchs! Es ist immer schön zu sehen, dass trotz der großen Konkurrenz um unsere Freizeit so viele bereit sind, ihre Zeit und Kraft ins Theater zu investieren.

Medienblick: Wie kann man euch denn erreichen, sollte man Interesse am Schauspielern haben?

Lisa G.: Wir sind über Social Media gut erreichbar, und haben auch eine eigene Website. Ansonsten gibt es jeden Monat einen Stammtisch, bei dem man ganz unverbindlich mal reinschnuppern kann. Und natürlich kann man uns auch einfach nach einer Aufführung ansprechen!

Medienblick: Gibt es sonst noch etwas von deiner Seite aus, das du bzgl. Salomé sagen möchtest?

Lisa G.: Eigentlich nur, dass ich mich riesig freue, dass ich dieses Stück inszenieren durfte! Das hat mir großen Spaß gemacht, und ich kann es kaum erwarten, das Stück dann ab nächster Woche endlich auch auf der Bühne der Brotfabrik zu sehen.

Medienblick: Und wir freuen uns natürlich auch! Falls euer Interesse geweckt wurde, schaut doch bei den Aufführungen vorbei! Sie finden vom 6.-8. und 10.-13. Juli statt. Für mehr Informationen könnt ihr hier klicken!

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