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Ein Ausflug in die Vergangenheit

Besuch von Hitler und Goebbels bei der UFA

Die Ufa war der nationale Filmkonzern Deutschlands und wollte auch so verstanden werden. Dank der engen Verbindung zum Staat und der Deutschen Bank beherrschte die Ufa die deutsche Filmindustrie von 1917 bis 1945. Eine Spurensuche

von Franziska Gross und Daniela Frerix

1917 erkannte Erich Ludendorff die Bedeutung des Films für die Kriegspropaganda und forderte in einem Brief an das Kriegsministerium die „Vereinheitlichung der deutschen Filmindustrie“. Seine Forderung wurde aufgegriffen. Anfang 1918 wurde die Universum Film AG ins Handelsregister eingetragen.

Auch wenn Deutschland aller Kriegspropaganda zum Trotz den Krieg verlor, wurde die Ufa bald zu einem mächtigen Konzern. Mit einem Grundkapital von 25 Millionen Mark erkaufte sie sich eine Vormachtstellung auf dem nationalen und internationalen Markt. Sie übernahm kleinere Konkurrenzfirmen und verpflichtete renommierte Regisseure und Schauspieler. Das übergeordnete Ziel waren fortan die so genannten „Prestigefilme“, mit denen die Ufa den in den 20er Jahren dominanten Hollywood-Produktionen die Stirn bieten wollte.

Und tatsächlich gelang der Aufschwung zum zweitgrößten Filmimperium der Welt und zur schärfsten Konkurrenz Hollywoods.

Verluste in zweistelliger Millionenhöhe

Hanna Ralph as Brunhild in “Die Nibelungen”

Monumentalstreifen wie „Die Nibelungen“ blieben in finanzieller Hinsicht allerdings nicht folgenlos für die Ufa. Mitte der 20er Jahre führten Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu einem Vertrag mit den US-Studios Paramount und Metro-Goldwyn-Mayer. Die Vertragskonditionen waren jedoch derart ungünstig, dass die Ufa sich noch tiefer in der finanziellen Misere verstrickte.
Das durch den Ehrgeiz, über Jahre hinweg mit Hollywood gleichziehen zu wollen, aufgebaute astronomische Haushaltsdefizit verringerte sich nicht.

Ganz im Gegenteil: Die mitten in der Ufa-Finanzkrise realisierte Großproduktion „Metropolis“ offenbarte noch einmal ganz deutlich das finanzielle Fiasko und markierte den Tiefpunkt in der Krise. Doch 1927 ebnete Alfred Hugenberg, Inhaber des gleichnamigen Medienkonzerns, den Weg aus der Misere.

Durch geschickte Aktieneinkäufe und komplexe Rettungspakete beseitigte er den Schuldenberg der Ufa von heute auf morgen. Er selbst wurde Vorsitzender des Aufsichtsrates, sein Vertrauter Ludwig Klitzsch Generaldirektor. In zähen Verhandlungen gelang es Klitzsch sogar, die kaum erfüllbaren Bedingungen des Parufamet-Vertrages zu lockern. Trotz der erzkonservativen Einstellung Hugenbergs erfolgte zunächst keine Kursänderung bei der Ufa. Stattdessen hielt mit den nötigen finanziellen Mitteln auch der hohe Produktionsstandart wieder Einzug in den Studios in Babelsberg.

Propagierter Patriotismus in der NS-Zeit

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler begann eine von den Nazis propagierte „neue Zeit“ in Deutschland. Auch die Ufa blieb von den damit einhergehenden Veränderungen nicht verschont. 1933 präsentierte die Ufa den patriotischen U-Boot-Film „Morgenrot“ als Paradebeispiel für einen deutsch-nationalen Film, weitere solcher Produktionen sollten folgen.

Die gravierenden Veränderungen gipfelten in der Verstaatlichung der Ufa, die in den reichseigenen Medienkonzern, die Ufa Film GmbH (Ufi) integriert wurde. Die fortan produzierten Propagandastreifen, die sich in den deutschen Kinos trotz diverser Vorgaben nicht durchsetzen konnten, sind schließlich eine ganz eigene Geschichte.

2 comments to Ufa- Ein Ausflug in die Vergangenheit

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