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Mein Leben auf 18 m²

Da die finanzielle Lage von Studenten bekanntermaßen meist nicht so rosig aussieht (ich bin da leider auch keine Ausnahme), blieb mir die Wahl zwischen einer WG oder dem Studentenwohnheim. Mir sind meine eigenen vier Wände lieber. Dort bin ich wenigstens ganz allein für das Chaos in Küche, Bad und Schlafzimmer verantwortlich. Also war meine Entscheidung gefallen – Ein Zimmer im Studentenwohnheim sollte mein neues Zuhause werden.

Seit einem Semester wohne ich nun im Studentenwohnheim Römerlager in Bonn-Castell. Dass ich dort meine neue Heimat gefunden habe, war eher ein Zufall. Im ersten Semester bin ich jeden Tag 1 ½ Stunden mit Bus und Bahn zur Uni gefahren. Aber nach einem Semester hatte ich das Pendeln einfach satt. Es war Zeit für mich von zu Hause auszuziehen, um in Bonn nicht nur zu studieren, sondern auch zu wohnen, Freunde zu treffen, zu feiern und zu relaxen – eben einfach zu leben.

Wie ich nun mal so bin, hatte ich natürlich die Bewerbungsfrist für Zimmer im Studentenwohnheim verpasst. Aber das Glück schien auf meiner Seite zu sein, denn zufällig waren in verschiedenen Wohnheimen noch Zimmer frei. Mit dem festen Vorhaben heute noch eine neue Bleibe in der Tasche zu haben, machte ich mich direkt auf den Weg nach Bonn.

Große Ansprüche ganz klein

Beim Studentenwerk angekommen ging die Sucherei los. Ein Zimmer mit eigener Küche und eigenem Bad sollte es sein. Natürlich nicht zu teuer und möglichst nah an der Uni, schließlich hatte ich jetzt wirklich genug von öffentlichen Verkehrsmitteln. Viel übrig blieb da leider nicht mehr. Nur das Römerlager klang in meinen, vielleicht doch zu anspruchsvollen Ohren, ganz gut: 18 qm inklusive Bad und kleiner Küchenzeile, möbliert, direkt am Rhein, zehn Minuten mit dem Rad von der Uni entfernt, für 234€ im Monat. Das konnte ich armer Student mir sogar gerade noch leisten.

Der einzige Haken an der Sache: Ich musste den Vertrag direkt unterschreiben, ohne auch nur einen winzigen Blick auf das Gebäude, geschweige denn in das Zimmer geworfen zu haben. Mit einem etwas mulmigen Gefühl unterschrieb ich also meinen ersten Mietvertrag.

Jetzt konnte ich aber nicht mehr länger warten! Ich musste mein neues, zukünftiges Heim einfach sehen. Zum Glück war die Hausverwalterin gerade da und zeigte mir sogar eines der freien Zimmer. Ich war total erleichtert. Alles war sauber, gepflegt, hell und freundlich, wenn auch nicht sonderlich modern eingerichtet. Aber mit dem ein oder anderen schicken Teil von Ikea stellte ich es mir richtig gemütlich vor.

Ich musste den Mietvertrag direkt unterschreiben

Als es vier Wochen später ans Einrichten und Dekorieren ging, wurde mir klar, wie klein 18 qm wirklich sind. Fünf Schritte und schon steht man vor dem Fenster, dem Ende der Wohnung. Und auch sonst braucht es nur eine kleine Drehung und man hat den restlichen Teil der Wohnung ohne Probleme im Blick. Mit tatkräftiger Unterstützung habe ich es aber doch irgendwie geschafft meinen ganzen Kram unterzubringen. Und die Eingangstür geht sogar noch auf.

Jetzt nenne ich diese 18 qm schon seit sechs Monaten mein Eigen und ich habe sie richtig lieb gewonnen. Ich freue mich auf das kommende Semester, wer weiß, welche Ereignisse im Römerlager noch auf mich warten. Auch wenn ich alleine wohne, bin ich dank meiner über 500 Nachbarn nie einsam und an der Bar im Keller oder bei den ganzen anderen Veranstaltungen trifft man immer wieder ein neues Gesicht.

Manchmal lohnt es sich einfach die Katze im Sack zu kaufen, denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und gewonnen habe ich das Gefühl zu Hause zu sein in meinen eigenen, wenn auch kleinen, vier Wänden. Für mich braucht dieses Zuhause-Gefühl einfach nicht mehr als 18 qm.

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