Sabine Lewitscharoff über das Schreiben

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Schnell, direkt und einfach – so ist Twittern: Alles, was wichtig ist, muss in 140 Zeichen gesagt werden. Eine E-Mail-Adresse und ein Username reichen, schon kann losgezwitschert werden. Die Textinformation kann auf unkomplizierte Weise vielen Usern zugänglich gemacht werden, jeder Tweet ist für jeden lesbar. Es sei denn, man schlüpft unter den Schutz der Privatsphäre, was die Kommunikationsmöglichkeiten allerdings erheblich einschränkt.

Und so kurz und schnell wie die Anwendung ist auch die Geschichte von Twitter. Von Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams gegründet, begann Twitter im März 2006 als Forschungs- und Entwicklungsprojekt innerhalb der San Franciscoer Podcasting-Firma Odeo und wurde noch im gleichen Jahr ein Produkt der Firma Obivous.

Nur ein Jahr nach seiner Gründung folgte für den Web-Dienst im März 2007 der Gewinn des “South by Southwest Web Awards” in der Kategorie “Blogs”. Einen Monat später gliederte Obvious Twitter als eigenständige Firma aus, die bis heute ein globales Firmenkonzept verfolgt. So gab der Internet-Dienst Mitte April 2008 in seinem Blog bekannt, dass er eine Version für japanische Benutzer geschaffen habe, denn Japanisch ist heute nach Englisch die am zweithäufigsten verwendete Sprache bei Twitter.

Seit gut drei Jahren ist der Internet-Dienst nun, über die individuelle Kommunikation hinaus, vielfältig einsetzbar. Anfangs noch als egozentrische SMS an alle belächelt, hat es Twitter inzwischen in den medialen Mainstream geschafft. Maßgeblichen Anteil daran hatten Großereignisse wie die US-Wahl, die Attentate von Mumbai und nicht zuletzt die dramatische Notwasserung eines Airbus im Hudson-River, die in Bildern Sekunden nach der Landung via iPhone rund um die Welt geschickt wurde.

Öffentliche Einrichtungen, die Politik und Prominente haben längst Gefallen an diesem noch jungen Dienst gefunden. So unterhält die US-Weltraumbehörde NASA Twitterfeeds zu diversen Projekten. Die Wahlkampfteams des neuen US-Präsidenten Barack Obama kommunizierten per Twitter ebenso wie verschiedene Politiker in Deutschland im Wahlkampf zur Landtagswahl in Hessen dieses Jahres. Durch seinen Kurznachrichten-Charakter sind Hinweise auf aktuelle Ereignisse bei Twitter oft schneller zu finden, als redaktionell bearbeitete Medien dies leisten können.

Twitters Kultstatus verbreitet sich demnach derzeit überall wie das tägliche Vogelgezwitscher im Morgengrauen und ist in nur drei Jahren zum meist diskutierten Internet-Dienst geworden.

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