„Herzlich Willkommen hier in Finsdorf! Sieht aus wie ein Sargdeckel, könnte aber auch ein Sprungbrett sein.“ Stromberg geht in die letzte Runde. Die Ausstrahlung der vierten und bekanntermaßen letzten Staffel hat begonnen und bescherte Pro7 die besten Einschaltquoten, die jemals während der Serie zu verzeichnen waren.
16,6% Marktanteil sprechen eine deutliche Sprache und dokumentieren die Vorfreude, mit der der neueste Streich des stellvertretenden Leiters der Schadensregulierung M–Z in der Versicherungsgesellschaft „Capitol“, erwartet wurde. Die zweite Folge „Finsdorf“ des Stromberg-Doppelpacks am 03.11.09 auf Pro7 toppte diese Quote gar um 0,2%. Ein großer Erfolg für die Serie, die als „nicht massentauglich“ galt und auf eine seltsame Art und Weise zahlenmäßig nie so erfolgreich wie populär war. „Man verfüttert ja auch keine Pralinen an Schweine“.
Inhaltlich scheint viel zu passieren. Stromberg wird aufs Land versetzt, um eine kleine Außenstelle der Capitol „mit seiner Erfahrung, was Teamleitung anbelangt“ in Schwung zu bringen. In Wahrheit war sein skandalöses Verhalten für die Zentrale nicht mehr tragbar, was seine Abschiebung an einen Ort bedeutete, wo er mangels Relevanz den geringsten Schaden anrichten könnte. Zudem übernimmt Tanja die Abteilungsleitung, Ernie verfällt in Depressionen und es bahnt sich eine neue Frau in Strombergs Leben an. Ob, wie und wann dieser wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren kann, bleibt offen. Zumindest hält er Kontakt zu seinen alten Kollegen, „schon aus privaten Knick-Knack-Gründen“, wie er zwinkernd erwähnt. Die Vorfreude auf viele Abende voller Fremdscham darf also weiterhin bestehen.
„Der Papa, der wird hier bald… äh… richtig Chef!“
Das Finale der vierten Staffel soll ein Kinofilm werden, dem viele mit Skepsis entgegensehen, schließlich ist es oft eine undankbare und schwierige Aufgabe, eine etablierte Serie mit festem zeitlichen Rahmen und immer wiederkehrenden Strukturen der Spannungserzeugung in einen Film zu „übersetzen“.
Die deutsche Serie rund um den „fiesesten Chef der Welt“, die stark von der britischen Serie „The Office“ inspiriert wurde, hat ein furioses Finale vor sich. Nachdem der Start geglückt ist, bleibt zu hoffen, dass das Ende ähnlich einschlägt. Und selbst wenn nicht: „Man schneidet sich ja nicht gleich den Kopf ab, nur weil man mal’n paar Schuppen hat“.
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