Die Juli-Umfrage zur Sonderedition

Die internationalen Studis, die sich für diese Ausgabe des Medienblick ins Zeug gelegt haben, waren sogar für uns im Tonstudio und haben Jingles produziert. Doch welcher Jingle ist der beste? Welcher passt zu uns? Hört rein und stimmt mit ab! "Which Jingle Rings Your Bell?"

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Indymedia

“Indymedia ist ein Kollektiv von unabhängigen Medienorganisationen und hunderten von JournalistInnen, die nichthierarchische, nicht konzerngebundene Berichterstattung leisten. Indymedia ist eine demokratische Medienplattform für die Verbreitung einer radikalen, sorgfältigen, und leidenschaftlichen Sicht der Realität”.  logo

So lautet das Credo auf der deutschen Indymedia-Homepage, eine der auch “Independent Media Centers” (IMCs) genannten Onlineplattformen, derer es mittlerweile über 200 weltweit gibt. Diese Plattformen sehen sich dem Ideal des Graswurzeljournalismus verpflichtet, was bedeutet, dass jede und jeder hier Nachrichten liefern und lesen kann. Die Berichte kommen von unten, eben von der Wurzel des Geschehens und direkt von Betroffenen oder Beteiligten. Der Inhalt der Indymedia-Seiten ist rein nutzergeneriert.

Dabei sind die Artikel meist hochpolitisch, oft haben sie auch einen brisanten Inhalt. Wer zum Beispiel ausführliche Informationen über Aufstände in Südamerika sucht, die von der etablierten Presse nur am Rande behandelt werden, kann hier fündig werden. Beinahe zu jedem politischen Sujet, aber auch zu Themen wie Medien oder Kultur bietet Indymedia zahlreiche Artikel. Oft sind diese aus subjektiver Sicht verfasst, beinhalten teilweise eine starke Polemik und gehen weit über solche Meldungen hinaus, die man abends im Fernsehen sehen kann.

Politische Massenkommunikation auf die ungewöhnliche Art

Da sich unter den alternativen Inhalten auch sehr linksradikale finden lassen, wurde das deutsche IMC zwar zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtet. Andererseits hielten viele den Ansatz einer bürgergemachten Nachrichtenplattform für so vorbildlich, dass Indymedia Deutschland unter anderem für den Grimme Online Award nominiert war und 2008 von der Public Interest Registry mit einer org-Domain ausgezeichnet wurde.

Interessant ist die Art und Weise, wie auf Indymedia Massenkommunikation betrieben wird. Der Prozess der Nachrichtensendung ist weder linear noch hierarchisch, hier gehört die Leserschaft gleichzeitig zu den Verfasser/innenn. Obwohl die Community weit verstreut ist, identifizieren sich die Mitglieder untereinander – durch die Transparenz und Authentizität der Meldungen ist gegenseitiges Vertrauen gewährleistet.

Partizipative Teil-Öffentlichkeit

Die IMCs sehen sich nicht, wie frühere Verfechter/innen einer Gegenöffentlichkeit, in Konkurrenz zu den Massenmedien. Sie sehen sich als alternatives Informationsangebot, an dem aktiv teilgenommen werden kann, und wollen ein Bewusstsein für gesellschaftliche Mitspracherechte schaffen. Wer also genervt ist vom immergleichen Agenda-Setting, Gatekeeping und co., sollte sich vielleicht einmal auf Indymedia umsehen. Zwar entsprechen nicht gerade alle Artikel den eigenen Vorstellungen, sie wirken aber erstaunlich professionell und übersichtlich – und wem das nicht reicht,der kann ja selbst eine Nachricht verfassen.

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