
Er war der Steigbügelhalter Hitlers, zeitweise der Herr über Presse und Film und Deutschlands erster Medienmogul – trotzdem dürfte der Name „Alfred Hugenberg“ den meisten Menschen nicht viel sagen.
Von Antonia Süsser und Ines Kirchner
Hugenberg (*1865) war ein Kind der konservativen Kaiserzeit und setzte sich schon früh für die später nationalsozialistischen Ziele ein. Doch das allein reichte ihm nicht. Als der Berliner Lokalanzeiger die Hoffnung auf Krieg schürte, erkannte Hugenberg die Macht der Propaganda: Er wollte die Presse als meinungsbildendes Medium und Waffe der Informationsverbreitung beherrschen.
Sein Einfluss reichte bis in die Filmbranche…
Unterstützt von Freunden aus der Stahlindustrie legte Hugenberg den Grundstein seines bald folgenden Imperiums: Zahlreiche Spendengelder verhalfen zum Beispiel zur Gründung der Auslands Anzeigen GmbH (ALA), zum Aufkauf einer der größten Nachrichtenagenturen des deutschen Reiches, der Telegraphen Union (TU), und zur Übernahme des Scherl-Verlages 1916 (u.a. Berliner Lokalanzeiger, Echo, Der Kinematograph).
Mit Materngesellschaften verbreitete er für ihn relevante Artikel in Vordrucken an finanzschwache Zeitschriften sowohl in der Stadt als auch in Provinzen. Nach und nach vergrößerte Hugenberg seinen Besitz, zuletzt 1927 mit dem Aufkauf der insolventen UFA.
So reichte sein Einfluss schließlich auch bis in die Filmbranche.
…doch er wollte in die Politik
1929 erreichte Hugenbergs Imperium eine Größe von nie zuvor dagewesenem Ausmaß. Obwohl ihm diese Vormachtstellung durchaus bewusst war, reichte sie dem machthungrigen Mann noch immer nicht. Ein Aufstieg in der Politik war nun sein erklärtes Ziel. Bislang Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), gründete er zusammen mit dem damals noch unbekannten Adolf Hitler den „Reichsausschuß für das Deutsche Volksbegehren“.
Als „Deutschnationale Front“ träumten beide von der Stellung als Führer Deutschlands.
Dementsprechend fuhren auch Hugenbergs Medien eine klare Linie: Kapitalistisch, autoritär-antidemokratisch, nationalistisch, kurz: Ein knallhartes rechtskonservatives Programm ist die Basis für alle journalistischen Tätigkeiten. Statt den Leser zu “überfordern”, sollten ihm die Zeitungen eine klare vorgebildete Meinung aufdrängen.
Ein Mitarbeiter des Hugenbergkonzerns sagte über die vorherrschende Gesinnung der Zeit: „Was ist Wahrheit?“ – Drei Wochen Pressearbeit und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderlegbar, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.“
Ein knallhartes rechtskonservatives Programm ist die Basis für alle journalistischen Tätigkeiten
So war es allerdings nicht verwunderlich, dass Hugenbergs Anstrengungen nicht nur ihm, sondern auch Hitler den Weg zur Macht ebneten. Die NSDAP, die Partei Hitlers, wurde durch Kampagnen des Hugenbergkonzerns auch bis in die hintersten Ecken des Landes bekannt, während Hugenbergs DNVP in den Hintergrund rückte. Bei den Wahlen 1933 verzehnfachten sich die Anhänger der NSDAP. Hugenberg wurde in Hitlers Augen eine Art Juniorpartner. Nichtsdestotrotz konnte Hitler nur durch eine Koalition mit der DNVP die Macht ergreifen.
Hugenberg wurde Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung – doch es dauerte nicht lange, bis Hugenberg sein Amt niederlegte und sich die DNVP auflöste. Auch sein Konzern glitt aus seinen Händen und ging an Goebbels über. Bis zum Jahr 1944 war Hugenberg komplett machtlos.
Die weitere Entwicklung ist bekannt. Weitgehend unbekannt, aber nicht zu unterschätzen, war Hugenbergs Einfluss auf dem Weg dorthin.
Er war der Steigbügelhalter Hitlers, zeitweise der Herr über Presse und Film und Deutschlands erster Medienmogul – trotzdem dürfte der Name „Alfred Hugenberg“ den meisten Menschen nicht viel sagen.
Ob als Mitbegründer des Alldeutschen Verbandes 1891 oder durch starke nationalpolitische Einflussnahme auf Waisenkinder in der Ostmark – als Kind der konservativen Kaiserzeit (*1865) kämpft Hugenberg schon früh für den Erhalt der deutschen Rasse.
Doch das allein reicht ihm nicht. Seine Karriere wird beschleunigt mit der Direktorstelle beim Kanonenkönig Krupp – damals Deutschlands größter Rüstungsbetrieb. Währenddessen schürt der Berliner Lokalanzeiger die Hoffnung auf Krieg, die Stunde der Alldeutschen sollte schlagen. Hugenberg erkennt die Macht der Propaganda: Die Presse als meinungsbildendes Medium und Waffe der Informationsverbreitung – genau die will er beherrschen.
Unterstützt von Freunden aus der Stahlindustrie legt Hugenberg den Grundstein seines bald folgenden Imperiums: Zahlreiche Spendengelder verhelfen zum Beispiel zur Gründung der Auslands Anzeigen GmbH (ALA), zum Aufkauf einer der größten Nachrichtenagenturen des deutschen Reiches, der Telegraphen Union (TU), und zur Übernahme des Scherl-Verlages 1916 (u.a. Berliner Lokalanzeiger, Echo, Der Kinematograph).
Mit Materngesellschaften verbreitet er für ihn relevante Artikel in Vordrucken an finanzschwache Zeitschriften sowohl in der Stadt als auch in Provinzen. Nach und nach vergrößert Hugenberg seinen Besitz, zuletzt 1927 mit dem Aufkauf der insolventen UFA. Somit reicht sein Einfluss auch bis in die Filmbranche.
1929 erreicht Hugenbergs Imperium eine Größe von nie zuvor dagewesenem Ausmaß – diese Vormachtstellung ist ihm durchaus bewusst, reicht ihm allerdings immer noch nicht: Ein Aufstieg in der Politik ist nun sein erklärtes Ziel. Bislang Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) gründet er zusammen mit dem damals noch unbekannten Adolf Hitler den „Reichsausschuß für das Deutsche Volksbegehren“. Als „Deutschnationale Front“ träumen beide von der Stellung als Führer Deutschlands.
Dementsprechend fahren Hugenbergs Medien eine klare Linie: Kapitalistisch, autoritär-antidemokratisch, nationalistisch, kurz: Ein knallhartes rechtskonservatives Programm ist die Basis für alle journalistischen Tätigkeiten. Immer dabei: Der Gedanke, dass es den Leser überfordert, sich aus verschiedenen Artikeln eine Meinung zu bilden, lieber sollten Zeitungen dem Leser eine klare vorgebildete Meinung aufdrängen. Ein Mitarbeiter des Hugenbergkonzerns über die vorherrschende Gesinnung der Zeit: „Was ist Wahrheit?“ – Drei Wochen Pressearbeit und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderlegbar, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.“
Doch nicht verwunderlich, dass Hugenbergs Anstrengungen nicht nur ihm, sondern auch Hitler den Weg zur Macht ebnen. Die NSDAP, die Partei Hitlers, wird durch Kampagnen des Hugenbergkonzerns auch bis in die hintersten Ecken des Landes bekannt, während Hugenbergs DNVP in den Hintergrund rückt. Bei den Wahlen 1933 verzehnfachten sich die Anhänger der NSDAP und Hugenberg wird in Hitlers Augen Juniorpartner. Nichtsdestotrotz kann nur durch eine Koalition mit der DNVP die Macht ergriffen werden. Hugenberg wird Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung während Hitler die Massen führt. Es dauert nicht lange, bis Hugenberg sein Amt niederlegt und sich die DNVP auflöst. Auch sein Konzern gleitet aus seinen Händen und geht an Goebbels über. Bis zum Jahr 1944 ist Hugenberg komplett machtlos.
Die weitere Entwicklung ist bekannt: als Propagandapaar führen Hitler und Goebbels das Deutsche Reich in den zweiten Weltkrieg. Nicht zu unterschätzen: Hugenbergs Einfluss auf dem Weg dorthin.
Zu Hugenbergs Imperium soll dieser Link: http://www.polunbi.de/inst/hugenberg.html
Antonia Süsser & Ines Kirchner

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