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Das Auge isst mit

Essbares spricht alle Sinne an – von einer einfachen Mahlzeit bis zur opulenten Tafel, immer lassen sich auch Geruch, Aussehen und Haptik der Speisen erfahren. Vor allem der optische Aspekt beschäftigt seit ewigen Zeiten Künstler und Gestalter und seit der Erfindung des Films natürlich auch dieses Medium.

Cézanne: Stillleben mit Birnen

Essen ist nicht nur Selbsterhaltung, es ist auch ein Kulturprodukt. Und damit ein Themenkomplex, den man aus allen erdenklichen Sichtweisen beleuchten könnte – genau wie die gemeinsame Mahlzeit einen sozialen und kommunikativen Aspekt besitzt, ist das Lebensmittel an sich nicht nur kulinarischen, sondern auch historischen und ästhetischen Kategorien unterworfen.

Nahrung in der visuellen Kunst

Jeder kennt Bilder von Mahlzeiten. Stillleben mit angebissenen Pasteten, antike Darstellungen von Festtafeln, Gemälde gebratener Fische. Und Obstarrangements, soweit das kunsthistorische Auge reicht. Eine neuere Komponente bilden Film und Fotografie mit ihren naturalistischen Darstellungsmöglichkeiten. Während letztere sogar eine eigene Sparte der “Food-Fotografie” entwickelt hat, existiert noch keine eigene Genre-Bezeichung für Filme über Essen. Trotzdem gibt es unendlich viele davon.

Aktuell laufen zwei Filme über die Leinwände, die das Thema schon im Titel tragen: “Soul Kitchen”und “Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen”. Auch wenn das eine ein moderner Heimatfilm ist und das andere eine 3D-Familienkomödie, drehen sich doch beide ganz entscheidend ums Essen. Sie zeigen, wie essenziell und selbstverständlich die Auseinandersetzung damit ist. Nahrung ist ein zentraler Schnittpunkt von Leben und Kunst.

Kulinarisches Kino

Szene aus Eat Drink Man Woman

Die Liste anderer Beispiele ist lang: “Eat Drink Man Woman”, “Chocolat” oder “Zimt und Koriander” sind nur einige davon. Auch Dokumentationen gibt es mehr als genug. Interessant an diesem kulinarischen Kino ist vor allem, wie gut sich Lebensmittel rein optisch darstellen lassen. Ohne das Essen zu riechen, anzufassen und zu schmecken, sind wir trotzdem fasziniert von der Bildsprache der Kochkunst.
Manchmal bekommen wir sogar Hunger von all den gesehenen Köstlichkeiten. Und da stellt sich nicht nur die Frage, wieweit sich unsere Sinne gegenseitig beeinflussen können, sondern auch, ob es nicht Zeit für ein neues Filmgenre ist.

Übrigens: in der Kunsthalle Düsseldorf ist noch bis zum 28. Februar eine Ausstellung über Lebensmittel als künstlerisches Material zu sehen.

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