von Markus Leschinski
Als Vorsitzender der PCA wurde 1934 der irisch-stämmige Joseph Ignatius Breen ausgewählt. Der bekennende Katholik stellte sich bald als richtige Wahl für den Posten des PCA-Vorsitzenden heraus. Er galt als kompromisslos, wenn es um den Production Code ging und hatte in Zensurangelegenheiten immer das letzte Wort. Dies war wichtig, um den vorwiegend christlichen Organisationen, die für eine staatliche Zensurregelung waren, den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Hollywood bestimmt noch selbst
Mit der Einführung des Codes und der PCA als eigenes exekutives Organ hat die MPPDA eine Katastrophe für die Filmproduktion in den USA abgewandt: eine staatliche Kontrolle, die womöglich noch von Bundesstaat zu Bundesstaat anders ausgesehen hätte.
Joseph Breen konnte sich Fehler oder Unaufmerksamkeiten bei der Durchsetzung dieser selbst auferlegten Zensur also nicht erlauben. Der Ruf einer besonderen Härte und der gewissenhaften Pflichterfüllung haftete ihm bald an.
Wer hat hier das Sagen?
Breen selbst wurde zu einer Konstante, einer Instanz in Hollywood. Kein Film wurde mehr veröffentlicht, ohne dass er grünes Licht gab: es gab keinen Weg, der an ihm vorbeiführte. Er übte das Amt des PCA-Vorsitzenden bis zum Jahr 1954, also genau 20 Jahre, aus. In dieser Zeit drückte Breen wie kein anderer vor oder nach ihm dem amerikanischen Film seinen persönlichen Stempel auf. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass er der mächtigste Mann im amerikanischen Filmgeschäft war; die Auswirkungen des Production Codes auf die heutige Filmproduktion in den USA sind einzig und allein sein Vermächtnis.
Nach seinem Ruhestand wurde die PCA unwichtig. Die Durchsetzung des Hays Codes ließ bis zum endgültigen Ende der Selbstzensur im Jahre 1967 zusehends nach.
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