Von Laura Kastenholz
Die Bibliothek des Instituts der für Medienwissenschaft, Sprache & Kommunikation erstreckt sich über mehrere Räume und umfasst 30.442 Bände. Alle diese Bücher passen jetzt bequem in eine Handtasche – wenn man ein E-Book besitzt. Es wird viel Wirbel um dieses neue Medium gemacht. Aber leitet das E-Book tatsächlich eine neue „Ära des Lesens“ ein?
Schick sehen die neuen Reader ja aus. Vor allem mit dem Modell von Sony kann man sich sehen lassen, denn es kommt mit einer edlen Lederhülle. Ein E-Book-Reader ist in etwa so groß, wie ein normales Taschenbuch, wiegt mit ca. 270 Gramm aber höchstens halb so viel. Auf einen Reader passen ca.150-300 Bücher. Der Speicher lässt sich allerdings beliebig erweitern. Aber liest es sich auf diesem Gerät wirklich besser als ganz klassisch in einem Buch?
Der Bildschirm überzeugt mit überraschend guter Qualität. Kein Flimmern stört beim Lesen und der Kontrast ist gestochen scharf. Nachteilig ist jedoch, dass man nur bei ausreichender Beleuchtung lesen kann, denn der Bildschirm selbst erzeugt kein Licht.
Der Akku eines Readers hält für ca. 6.000 Seitenumschläge. Leser geben an, mit einer Akkuladung „locker eine Woche“ auszukommen. Ein Manko ist aber, dass der Akku nur über ein USB-Kabel aufgeladen werden kann. Das bedeutet, es muss immer ein PC in der Nähe sein, damit man das Lesevergnügen uneingeschränkt genießen kann. Hier zeigt sich wiederum der Vorteil eines normalen Buches. Licht braucht man zwar auch, aber dafür kann man immer und überall lesen und das, solange man will.
Das “Lesefeeling” fehlt
Zunächst muss man sich für ein Buch entscheiden, was gar nicht so einfach ist, wenn man eine kleine Bibliothek mit sich herumträgt. Ist der erste Schritt gemacht, kann es losgehen. Man kann die angezeigte Schriftgröße auf dem Reader in mehreren Stufen verstellen. Diese Funktion ist sehr hilfreich für Menschen mit Sehschwäche. Wer ein normales Buch nicht mehr lesen kann, kann hier die Buchstabengröße an seine Bedürfnisse anpassen.
Ein Nachteil ist aber, dass man häufiger umblättern muss, je größer die Schrift ist. Bei jedem klick mit der „Blättertaste“ flimmert der Bildschirm schwarz auf, bis die neue Seite geladen ist. Das kann bei großer Schrift und dementsprechend häufigem Umblättern wirklich stören. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gestaltet sich das Lesen auf dem Reader aber als angenehm, auch wenn das „Lesefeeling“ nicht ganz aufkommt.
Mit dem E-Book in der Uni
Gerade im Bezug auf die Uni ist der größte Vorteil eines E-Books seine Kompaktheit. Statt dicker Fachbücher muss man nur noch ein kleines und leichtes Gerät einpacken. Praktisch ist, dass der Reader PDF-Dateien liest, das vorherrschende Textformat auf eCampus. So kann man sich alle Texte der Dozenten bequem herunterladen.
Auch wer sich beim Lesen gerne Notizen macht oder Textstellen markiert kommt mit dem Reader nicht zu kurz. Hierfür benötigt man allerdings ein Modell mit Touch-Screen. Ein großes Problem ist aber, dass es kaum Fachliteratur im neuen E-Book Format gibt. Man muss also doch noch auf die gedruckten Versionen zurückgreifen.
Fazit einer Buchliebhaberin
Das E-Book überrascht durch seine gute Bildschirmqualität und schlägt damit sämtliche Vorurteile über unkomfortables Lesen in die Flucht. Auch geringes Gewicht und Größe bieten viele Vorteile, vor allem im Unialltag.
Für den privaten Gebrauch eignen sich Reader und E-Book vor allem dann, wenn man keinen Platz für dicke Wälzer hat. Wer jedoch Bücher nicht nur als Lese-, sondern auch als Sammelobjekte sieht, wird das volle Regal schnell vermissen. Ein Buch nimmt während wir es lesen ein Stück Persönlichkeit von uns an. Man findet z.B. hier und da einen Schokoladenfleck auf den Seiten oder Sand rieselt aus der Urlaubslektüre vom letzten Jahr. Das E-Book dagegen wird ein eher unpersönliches Medium sein. Es bleibt also abzuwarten, ob sich das neue Medium in der Welt der digitalen Medien etabliert oder ob es doch eher ein Nischenprodukt bleibt.
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Ich würde Gutenberg mit einem “T” schreiben. Gemeint ist nämlich nicht unser Verteidigungsminister, sondern der Erfinder des Buchdrucks
Ups, haha, das stimmt natürlich.
Es dankt: die Redaktion