von Prof. Dr. Caja Thimm
Die Medienlandschaft verändert sich in kaum fassbarer Geschwindigkeit. Das Internet ist rasend schnell geworden, ubiquitär und dient zunehmend als soziale Plattform für Aktivitäten aller Art. Mehr und mehr übernehmen Onlinemedien „traditionelle“ Funktionen – besonders auch im Bereich der journalistischen Informationsmedien. Das Internet ist zwar nicht das Ende der gedruckten Zeitung – so zumindest meine These – aber es nimmt ihr (mindestens) eine Funktion ab, die sie bisher zu erfüllen versuchte – bei der “Vermeldung” von Ereignissen kommt die Zeitung immer zu spät, ein unumkehrbarer Prozess.
Die zeitliche Distanz zwischen Ereignis und Öffentlichkeit wird immer geringer. Heute erreichen die Nachrichten das Publikum im Idealfall in Echt-Zeit – ein Bedürfnis, das durch das mobile Internet -und insbesondere Twitter – nun auch ortsunabhängig gestillt werden kann.
Kein Zeitungs – oder Zeitschriftenverlag kann heute mehr darauf verzichten, seine Inhalte auf mehreren Kanälen anzubieten: Zum Printprodukt treten Websites hinzu, es gibt auf diesen Websites Audio- und Video-Elemente, und zunehmend gehören auch mobile Angebote zum Angebotsspektrum der Medienhäuser. Die Nutzer und Nutzerinnen verlangen, dass sie Medieninhalte jederzeit, überall und auf allen Kanälen abrufen können. Die rapide Entwicklung von Bandbreiten und Speicherkapazitäten und das Nutzerbedürfnis führen zu neuen technischen Möglichkeiten. Ein Meilenstein dabei ist das iPad – an dem Promo-Video von „wired“ kann man erste Applikationen und ihre Folgen für die Printmedien gut erkennen!
Die aktuelle Ausgabe des Medienblicks widmet sich aus verschiedenen Blickwinkeln diesem Thema – sind die Printmedien am Ende? Wenn nicht – wie geht es dann weiter? Und: was heißt in diesem Zusammenhang „Qualitätsjournalismus“, oder anders gefragt: Was ist denn Journalismus überhaupt in Zeiten neuer Onlinekulturen?
Mit Dank für die vielen interessanten Beiträge aus der ganzen Republik wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
