In unserer Reihe “Blick des Tages Spezial” für die Juni-Ausgabe diskutieren Persönlichkeiten aus Journalismus, Medien, Online und Offline unser Leitthema “Print-am-Ende?” Heute: Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti.
“Print ist nicht am Ende, muss sich aber neue Formate erschließen, die online den Printbereich ergänzen können. Anstatt über Drei-Stufen-Tests oder ein neues Leistungsschutzrecht solle man vielmehr nachdenken, wie Journalismus sich in einer vernetzten Umgebung weiterentwickeln kann.
So könnten sich Recherche und Produktionsabläufe stärker auf die Leser ausrichten, die gezielt auch in Rechercheprozesse eingebunden werden können. Das kann zu einer neuen Veröffentlichungsdynamik und zu neuen Formaten führen. Nachrichten könnten nicht mehr wie bisher mehrfach produziert, sondern eher referenziert bzw. verlinkt werden. So frei werdende redaktionelle Kapazitäten können verstärkt in eigene, originelle Beiträge investiert werden.
Außerdem können Daten bzw. Informationen von Dritten für neue Dienste aggregiert und journalistisch aufbereitet werden. Beispielsweise könnten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihre aus Gebühren finanzierten Inhalte mit Creative-Commons-Lizenzen auszeichnen und als Seed-Inhalte für neue, durchaus kommerzielle themen-, nutzer- oder ortsbezogene Angebote zur Verfügung stellen. Schließlich können Redaktionen Social-Web-Tools nutzen, um interne Abläufe effizienter zu gestalten.”
Christiane Schulzki-Haddouti ist seit 1996 freie Journalistin. Seither hat sie in über 50 Tageszeitungen, Online-Medien, Fachzeitungen und -zeitschriften veröffentlicht. Sie hat mehrere Bücher verfasst und herausgegeben. Ihre Berichterstattung befasst sich durchgängig mit der gesellschaftlichen Relevanz von Informationstechnologien sowie relevanten Technologietrends. Sie bloggt u.a. auf KoopTech und twittert regelmäßig.
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