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Die Generation Papier ist noch nicht ausgestorben

In unserer Reihe “Blick des Tages Spezial” für die Juni-Ausgabe diskutieren Persönlichkeiten aus Journalismus, Medien, Online und Offline unser Leitthema “Print-am-Ende?” Heute: Nils Herbstrieth von Die-Stadtredaktion.de.

“Print am Ende? Wenn alle so mit dem Internet und Online-Medien umgehen würden, dann wäre Print am Ende – oder fast am Ende. Überall online, den ganzen Tag im Büro, den Abend auf dem Sofa oder Mobil unterwegs. PC`s, Laptops, PDA’s, Iphones und -pods, Spielkonsolen und Fernseher – alles mit Netzanschluss. Jederzeit bereit mal kurz reinzuschauen, zu googeln oder selbst was einzustellen. Alles kein Problem und ganz normal. Aber, die Generation Papier ist noch nicht ausgestorben. Die Betonung liegt auf noch.

Wer braucht Papier auf dem heute Morgen schon die Nachrichten von Gestern stehen. Einmal überflogen und schon im Altpapier. Papier ist viel zu wertvoll für kurzlebige Nachrichten, Neuigkeiten, Meldungen – die sind digital viel besser aufgehoben, aktueller, schneller da und auch morgen noch einfach recherchierbar. Tageszeitungen sollten sich Gedanken machen. Print wird es trotzdem immer geben, Bücher sowieso, aber auch Zeitschriften und Magazine, eben alles was nicht am nächsten Tag schon wieder überholt ist. Letztendlich entscheidet der Nutzer mit seinem Verhalten – und das Verhalten ändert sich. Heute noch Generation Papier, morgen die digital natives …… da kann man sich gut vorstellen, wohin die Reise geht.

Die-Stadtredaktion.de ist nicht angetreten, um Printmedien den Garaus zu machen. Sie ist entstanden aus Unzufriedenheit mit der lokalen Berichterstattung der Heidelberger Monopol-Zeitung. Nur eine Quelle für lokale Informationen und Veröffentlichungen ist an sich schon schlecht, wenn dies dann bewusst oder unbewusst zu manipulativer Berichterstattung führt, geht das gar nicht. Heidelberg ist da kein Einzelfall, in vielen kleineren Städten und Gemeinden gibt es immer öfter diese Situation. Und immer öfter springen dann private Initiativen, Vereine, Existenzgründer oder ähnliches ein, um zumindest eine zweite Quelle für lokale Informationen und Meinungen zu etablieren.  Die-Stadredaktion.de ist ein Beispiel dafür, weitere Beispiele aus der direkten Umgebung: bruchsal.org oder heddesheimblog.de. Momentan meistens auf selbstständiger oder ehrenamtlicher Basis, ein funktionierendes Geschäftsmodell für diese Art Medium gibt es bisher nicht.”

Nils Herbstrieth ist Architekt und Vorsitzender der “Stadredaktion”, für die er regelmäßig schreibt.

1 comment to Die Generation Papier ist noch nicht ausgestorben

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