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[Rezension] Bird Box – Schließe deine Augen von Josh Malerman vs. Die Verfilmung

Wie alle guten Filme basiert auch Bird Box auf einem Buch. Der Netflix-Film wird als Horrorthriller angepriesen – doch wie gruselig ist seine Romanvorlage?

Das Buch

Malorie ist jung und erfährt gerade, dass sie schwanger ist. Seit Tagen verbreiten sich in den Nachrichten Meldungen von Menschen, die irgendetwas sehen und daraufhin Morde und Selbstmorde begehen. Wem kann man noch trauen? Wie lebt man ohne das Sinnesorgan, das in unserer Gesellschaft mit das Wichtigste ist?

Vier Jahre später entscheidet sie sich mit ihren Kindern, die auf die Namen Junge und Mädchen hören, die Reise über den Fluss zu wagen, wo es noch andere geben soll. Doch eine mehrtägige Reise auf einem Fluss, den man nie gesehen hat, mit zwei kleinen Kindern? Was, wenn etwas passiert und sie ins Wasser fallen? Was, wenn eines der Kinder seine Augenbinde abnimmt und etwas sieht?

Meine Meinung

Ich muss gestehen, dass ich Bird Box erst gesehen und dann gelesen habe und dementsprechende Erwartungen an den Horrorfaktor des Buches hatte. Dieser leidet gewissermaßen ein wenig darunter, dass Bücher nun mal deskriptiv vorgehen müssen, statt visuell und dementsprechend auch alles etwas kleinschrittiger erklärt wird. Das ist allerdings auch eine Stärke gegenüber dem Film, da man so mehr über Malories Gedanken erfährt. Wobei ich ja zugeben muss, dass ich fand, dass Malorie teilweise etwas sehr ruppig mit den Kindern umspringt. Es ist zwar klar, dass sie das nur zum Schutz der beiden tut, aber ihnen nicht mal richtige Namen zu geben und ihnen relativ oft zu drohen beziehungsweise sie euínzuschüchtern zeigt, wie extrem die Situation ist.

Obwohl das Buch in zwei Handlungssträngen erzählt wird, jetzt und der Beginn des Ganzen vor vier Jahren, und es keine Kennzeichnung der Kapitel gibt, findet man sich ohne Probleme in die beiden Perspektiven ein, da jedes Kapitel nur eine Zeit erzählt. Vielleicht hat es mir da aber auch geholfen, dass ich die parallele Erzählweise schon vom Film kannte.
Was mir auch sehr gut gefallen hat: Es wird auch auf die kleinen Dinge eingegangen, die uns im Alltag selbstverständlich erscheinen, eben weil wir uns umsehen können und uns so einen Eindruck verschaffen können. Aber nicht nur sind die Augen der Figuren ihr neuer großer Feind – auch andere, die womöglich absichtlich nach den Wesen Ausschau halten werden zur Bedrohung!
Obwohl es, mangels Sichtbarkeit, keine wirkliche Beschreibung der Wesen gibt, sind die Wesen sehr präsent und man hat auch als Leser das Gefühl, eines von ihnen könnte für einen jeden Moment zur tödlichen Gefahr werden, der Spannungsbogen ist also konstant hoch, was auch daran liegt, dass viele Fragen entstehen, diese aber erst sehr langsam nach und nach beantwortet werden. Etwas frustrierend sind allerdings einige logische Fragen zu den Wesen, die weder im Buch noch im Film ausreichend beantwortet wurden. Ob es einen zweiten Teil geben wird?

Fazit

Bird Box lohnt sich sowohl als Film als auch in Buchform – eine klare Leseempfehlung, aber nichts für schwache Nerven!

Bird Box – schließe deine Augen | Josh Malerman | 320 Seiten | 9,99€ | blanvalet (Randomhouse) – Rezensionsexemplar (Das Buch erschien vor ein paar Jahren auch unter dem Titel Der Fluss)

Originaltitel: Bird Box (Don´t open your eyes)

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