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Rettet das Frankenbad!

Der ein oder andere mag es noch im Kopf haben – Ende April letzten Jahres wurde per Bürgerentscheid über eine Zentralisierung der Bonner Bäderlandschaft entschieden. Das Ergebnis fiel denkbar knapp aus: 51,64 Prozent stimmten für ein neues Schwimmbad und damit gegen die Sanierung des Kurfürstenbads in Bad Godesberg. Und eben auch gegen die Sanierung des Frankenbads in der Bonner Nordstadt.

Als vehemente Verfechterin der dezentralisierten Bäderlandschaft gebe ich mich mit so einem Ergebnis natürlich nicht zufrieden. An der laufenden Petition, die die Stadt zu einem Kurswechsel auffordert, habe ich mich daher selbstredend bereits beteiligt und hoffe natürlich, dass sich noch möglichst viele weitere dem anschließen werden. Vorm Frankenbad wird alle paar Tage ein kleiner Stand aufgebaut, der informiert und Unterschriften entgegennimmt. Schaut doch mal bei Gelegenheit vorbei.

Die Forderung „4 Stadtbezirke – 4 Schwimmbäder“ ist noch nicht vom Tisch. Besonders die Schulen brauchen Schwimmbäder, die zeitlich gut erreichbar sind. In einer Doppelstunde Sport darf nicht über eine Stunde für die Fahrzeit drauf gehen. Das wäre für viele aber bei einem zentralen Schwimmbad der Fall, und dann dürfen die Schulen sich erstmal überlegen, ob sich die Fahrt ins Schwimmbad überhaupt noch lohnt. Viele Kinder lernen erst in der Schule das Schwimmen und erwerben dort ihr erstes Schwimmabzeichen. Mancher mag jetzt sagen, dass es nicht Aufgabe der Schule sei, Kindern das Schwimmen beizubringen, dass dies nun eben wieder stärker in den Aufgabenbereich der Eltern fallen muss. Aber das geht an der Realität vorbei. Es kann nicht sein, das wir die Bildung wieder zurückstellen, das es wieder die Bildung ist, die einstecken muss. Und dann folgen in einigen Jahren Meldungen, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Ja verdammt noch mal, dem kann die Politik jetzt aktiv entgegen wirken!

Aber auch sonst ist es doch angenehmer ein Schwimmbad in unmittelbarer Nähe zu haben, das man in wenigen Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann. Ob man um ein paar Bahnen zu ziehen bis nach Dottendorf fährt, überlegt man sich da zwei Mal. Auch sehe ich das Problem, dass ein Schwimmbad nicht ausreicht. Schon im Frankenbad darf man sich zu Stoßzeiten mit vier bis sechs anderen Schwimmern eine Bahn teilen. Das wird dann schon langsam etwas zu eng. Selbst mit mehr Bahnen, vielleicht sogar einem zweiten Becken, kann das neue Schwimmbad sicher nicht ein ruhiges Schwimmerlebnis garantieren.

Nun verstehe ich ja auch die andere Seite. Die alten Schwimmbäder zu sanieren, ist teuer. Aber wenigstens wissen wir genau wie teuer. Über das neue Schwimmbad kann man das nicht sagen. Die Kosten unbekannt. Das finazielle Argument würde also erst ziehen, wenn die Baukosten niedriger oder gleich hoch wären und es sich dann bei Instandnahme tatsächlich rentieren würde. Auch dafür gibt es keine Garantie.

Ja, es gehen offenbar immer noch zu wenig Menschen ins Schwimmbad. Das heißt, auch die Haltungskosten rentieren sich nicht. Dabei sind die Zahlen der Schwimmer im Frankenbad wieder gestiegen. Und vielleicht würde auch eine Kampagne, die das Interesse am Schwimmen wieder erhöhen soll, helfen. Schwimmen, eine der gesündesten Sportarten überhaupt, macht schließlich Spaß. Es schont die Gelenke, steigert die Kondition, und verbessert das Herz-Kreislauf System. Und es entspannt vom Alltagsstress. Alles gute Gründe den Sport in der Öffentlichkeit stärker anzuwerben.

Schwimmbäder gehören in die Daseinsvorsorge. So wie wir auch Bibliotheken, Spiel- und Sportplätze in den unterschiedlichen Stadtteilen haben, sollten wir auch Schwimmbäder in den einzelnen Bezirken haben. Und jeder, der mal selbst im Frankenbad war, weiß, ja, eine Sanierung ist notwendig, aber schön schwimmen lässt es sich auch jetzt.

Mein Aufruf an Euch lautet also: Geht mehr schwimmen! Unterschreibt die Petition! Rettet das Frankenbad!

 

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