Bucht in Griechenland © Christina Seggebäing
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Reisen in Coronazeiten – Urlaub mal anders

Das Coronavirus hat die Reisewelt in den vergangenen Monaten durchweg lahmgelegt. Grenzen wurden geschlossen, Ausgangsverbote wurden erteilt und das öffentliche Leben dadurch weitgehend runtergefahren. Bis zum 14. Juni verhängte das Auswärtige Amt eine weltweite Reisewarnung. Für die Tourismusbranche bedeutet dies noch immer erhebliche finanzielle Einbußen. Gerade sind Sommerferien und damit eigentlich die perfekte Zeit für den jährlichen Sommerurlaub. Doch welche Reisemöglichkeiten gibt es aktuell und was ist, wenn man vielleicht gar nicht verreisen möchte?

Von Christina Seggebäing

Auch wenn seit dem 15. Juni fast alle deutschen Außengrenzen wieder geöffnet sind und die Reisewarnung für die meisten europäischen Länder aufgehoben wurde, muss man sich als Urlauber*in noch immer auf Einschränkungen einstellen. Von Quarantäne-Pflicht nach der Ein- oder Ausreise über Anmeldeformulare bis hin zu Temperaturmessungen an Flughäfen – die Vorschriften und Regelungen sind in jedem Land Europas verschieden. Darüber hinaus wird von offizieller Seite zur Vorsicht geraten. So weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass sich Touristen selbstständig über die Situation und mögliche Reise- und Sicherheitshinweise in ihrem Reiseland informieren sollen. Denn eine Reisewarnung kann auch wieder ausgesprochen werden, sofern ein Land 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen aufweist – und das kann erfahrungsgemäß recht schnell gehen.

Flugzeug © Christina Seggebäing
Flugzeug © Christina Seggebäing

Trotz der Möglichkeit, europäische Länder zu touristischen Zwecken zu bereisen, haben viele Menschen auf Inlandsreisen umgebucht. Ein naheliegender Grund dafür ist vor allem die Sorge vor Ansteckung auf dem Reiseweg oder im Urlaubsland selbst. Schockierende Bilder von vollen Partymeilen auf Mallorca wirken dabei auch nicht sonderlich einladend. Beim Urlaub im eigenen Land muss derzeit bis auf die bekannten Hygienevorschriften auch kaum mit Einschränkungen gerechnet werden. Dann wird es in diesem Jahr doch die Nordsee anstatt Malle und statt dem Flugzeug nimmt man das Auto? Auch dies ist aktuell nicht ganz unbedenklich. Denn beliebte Orte im Inland sind seit dem Ferienstart stark besucht: Überfüllte Strände, wildes Campen und die Missachtung der Hygiene- und Abstandsregeln sind dabei keine Seltenheit. Die Bundesregierung rät den Bürgern davon ab, überhaupt zu verreisen – egal ob ins Ausland oder innerhalb des Landes. Denn die Ansteckungsgefahr sei immer hoch. Die Entscheidung wie und ob eine Reise angetreten wird, bleibt letztlich den Reisenden selbst überlassen. Eins steht jedoch fest: Die Reisebedingungen im Jahr 2020 sind anders und um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, müssen Kompromisse eingegangen werden. Verantwortungsvolles Reisen ist in diesem Jahr besonders wichtig.

Aber was ist, wenn man wegen des Coronavirus gar nicht reisen möchte? Für diejenigen, die ihren Sommerurlaub aufgrund der aktuellen Situation komplett streichen, gibt es auch Möglichkeiten, sich den Urlaub nach Hause zu holen. Dabei sind ein wenig Kreativität und Fantasie gefragt. Mit den folgenden fünf Tipps lässt sich Urlaubsfeeling auch ganz einfach Zuhause schaffen!

Kulinarische Reise

Wie wäre es mit einer kulinarischen Reise durch die Küche? Besonders intensiv kann das Urlaubsgefühl sein, wenn man es über den Geschmackssinn aufnimmt. Über die typische Küche eines Landes lässt sich nämlich auch Kultur erleben. Im Netz finden sich zahlreiche Kochkurse mit Schritt-für-Schritt Anleitungen in Text- oder Videoform. Damit lassen sich kulinarische Köstlichkeiten problemlos Zuhause zubereiten. Beim Nachkochen von Speisen aus dem liebsten Urlaubsland kann man sich gedanklich dorthin zurückversetzen lassen. Mit der passenden Musik ist das Erlebnis dabei noch intensiver!

Virtuelle Reise

Fernweh lässt sich auch mit einer virtuellen Reise stillen. Wie wäre es also mit einer Reisedoku oder dem Entdecken von Sightseeing Highlights über Google Street View? Ganz ohne große Menschenansammlungen lassen sich dort Sehenswürdigkeiten aus aller Welt entdecken: Von der chinesischen Mauer über den Eifelturm bis hin zum Machu Picchu sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eine Alternative dazu sind virtuelle Touren über 360-Grad-Fotos und -Videos. Diese kann man beispielsweise auf der Website „360cities.net machen, bei der zahlreiche solcher Aufnahmen zur Auswahl stehen. Auch virtuelle Besuche von Museen sind möglich. So hat sich Google Arts & Culture mit weltweit knapp 2000 Galerien und Museen zusammengetan und virtuelle Rundgänge erstellt. Dabei kann man sich durch die ausgestellten Werke klicken oder sich selbst interaktiv durch die einzelnen Bereiche navigieren. In einigen Fällen sorgt ein Audio-Guide für ein umfassenderes Erlebnis.

Sprache lernen

Wie kann man sich einem Land näher fühlen, wenn nicht durch die Landessprache? Kultur kann man besonders gut über die Sprache eines Landes erleben. Sei es online mit Sprach-Apps wie Duolingo und Babbel oder doch mit einem klassischen Sprachkurs im kleinen Kreis. Sprachen lernen macht dabei nicht nur Spaß, sondern bereichert sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben – und die neuen Sprachkenntnisse lassen sich natürlich anwenden, sobald man sich wieder wohl fühlt, zu verreisen. Also eine perfekte Vorbereitung auf zukünftige Urlaube.

Sortieren alter Urlaubsbilder

Eine weitere Idee, um sich in den Urlaub zurückzuversetzen, ist das Stöbern durch alte Urlaubsfotos. Vor allem im Urlaub werden viele Bilder aufgenommen, denn schöne Momente werden besonders gerne festgehalten. Häufig schlummern diese jedoch für lange Zeit auf dem Handy oder der Festplatte des Computers – und das ohne Verwendung zu finden. Wie wäre es also mit der Gestaltung eines Fotoalbums oder dem Erstellen einer Collage für die eigene Wohnung? Dabei erhält man nicht nur ein schönes Endprodukt, sondern auch die Möglichkeit, den letzten Urlaub Revue passieren zu lassen.

Heimat erkunden

Nur weil man nicht verreisen möchte, heißt das noch lange nicht, dass man sich nur Zuhause verschanzen muss. Vielleicht eröffnet sich dadurch sogar die Möglichkeit, die eigene Umgebung besser kennenzulernen. Mit Ausflügen in der Gegend lässt sich nämlich viel neues entdecken – denn häufig wird das, was direkt vor der Nase liegt, am Ehesten übersehen. Wie wäre es also mit einem Ausflug in die Natur, dem Besichtigen sehenswerter Architektur oder einer Wandertour im Umkreis? Mit unterschiedlichen Aktivitäten im Freien lässt sich der Urlaub Zuhause auch abwechslungsreicher gestalten – und die Decke fällt einem dabei auch nicht auf den Kopf.

Urlaub Zuhause muss nicht langweilig sein!

Es zeigt sich: Urlaub Zuhause muss nicht eintönig sein, sondern kann auch viel Abwechslung bieten. Doch auch für diejenigen, die gerne reisen möchten, gibt es Optionen. Dabei ist es jedoch ratsam, touristische Hotspots zu meiden und sich im Vorfeld gut über die Situation am Urlaubsort zu informieren. Denn nur so lässt sich eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindern. Verantwortungsvolles Reisen ist hier das Stichwort.

 

Beitragsbild: Christina Seggebäing

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