Generation Y
Aktuelles Gesellschaft

Protestiert unsere Generation zu wenig?

Wir sind die Generation Y. Warum wir so heißen? Weil wir alles hinterfragen. Y gesprochen wie im Englischen – why. Um das ‚warum‚ dreht sich auch der heutige Eintrag. Warum geht unsere Generation nicht auf die Straße? Warum protestieren wir nicht?

 

Generation Y.

Wir sind die Skeptischen, die Nachhakenden, die, die nicht alles als gegeben hinnehmen.

Wir sind die hoch qualifizierten jungen Menschen, die mit ihrer Andersdenke manchem Arbeitgeber den letzten Nerv rauben.

Wir sind die Harmoniebedürftigen, die Veganer, die meditierenden Pseudobhuddisten mit Yoga Matte.

Aber was wir definitiv nicht sind – die Demonstranten.

 

Stellt sich die Frage: Warum ist das so?

Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug protestwürdige Themen.

Eines dieser Themen, das auf kurz oder lang jeden von uns betreffen wird, ist der Klimawandel. Die Generation Y ist angesichts der Tatsache, dass sie unmittelbar von dem Klimawandel betroffen sein wird, erstaunlich inaktiv.

Keine Anti-Atomkraftartige Bewegung, keine Banner, nicht einmal am Earth Day schalten wir für eine Stunde unsere Lichter aus!

Klar, wir fahren Fahrrad und benutzen Jutebeutel und sind vegan, aber machen wir das wirklich aus Überzeugung, oder ist das nicht eher ein modischer Lifestyle?

Wir setzten uns nicht für die Emanzipation der Geschlechter ein, obwohl wir klar wahrnehmen, dass im Jahr 2017 Frauen immer noch benachteiligt werden.

Wir meckern zwar, dass die Mietpreise bis ins Unermessliche steigen, aber gemeckert wird nur im kleinen Kreis und irgendwo kommt man dann ja doch immer unter.

Wir finden es ganz und gar nicht nett, dass die NSA uns ausspioniert, aber letztlich ist auch das keines größeren Aufhebens wert, denn hey, das gehört im digitalen Zeitalter nun mal einfach dazu!

 

Sind wir etwa so uninteressiert? Eine Generation voller Politikbanausen?

Nein. Wir sind keine Politikbanausen. Wir sind über die Missstände dieser Welt informiert, wir schauen uns die Nachrichten an und wissen, wo die Probleme unserer Gesellschaft liegen. Wir haben die tagesschau App auf unserem Handy und verstehen die politische Satire der heute show.

Aber wieso sind wir dann nicht am Christopher Street Day dabei und demonstrieren gegen die Diskriminierung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender (LGBT)? Warum laufen wir nicht Sonntags bei den Pulse of Europe Bewegungen mit, um ein Zeichen für Europa zu setzen?

 

Na, weil wir keine Lust haben, in Krawalle involviert zu werden! Weil es ja auch keine echte Bewegung gibt, die sich für all diese Themen einsetzt. Wenn das irgendjemand organisieren würde, würde man ja auch hingehen, aber es organisiert ja keiner. #sorrynotsorry

Und außerdem BRINGT DAS JA ALLES AUCH GAR NICHTS! Wieso sich jedes Wochenende in die bibbernde Kälte stellen, wenn die Politiker ja doch nichts daran ändern? Wieso sich für den Klimawandel einsetzen, wenn diejenigen, die echte Lösungen bringen könnten, in den großen Konzernen anderer Länder sitzen?

Uns genügt es sich solidarisch auf Facebook zu zeigen.

Die Frankreich Flagge auf dem Profilbild beispielsweise – die ist doch was tolles. Man zeigt Flagge – im wahrsten Sinne des Wortes – ohne zu viel Verantwortung zu übernehmen.

So geht bei der Generation Y politisches Engagement.

 

Mir fehlt die Leidenschaft an und in der Politik!

Hitzige Diskussionen. Menschen, die sich für ihre Überzeugungen einsetzen, und nicht nur auf Wählerfang sind! Junge Menschen, die in die Politik gehen, um zu verändern und nicht nur ihr eigenes Prestige aufbauen und Karriere machen wollen.

 

Die Generation Y hinterfragt zwar, belässt es aber gern dabei.

Es ist eine Generation die sehr Ich-Bezogen denkt und ihr Leben auch genauso ausrichtet.

Das Individuum wird hochgelobt und mehr Toleranz wird für Individuen eingefordert, aber letztlich bleibt es nur bei der Toleranz.

Und wie mein Englisch Lehrer schon so schön sagte: »Toleranz ist nichts anderes als arrogante Gleichgültigkeit!« Hört, hört!

Letztendlich ist auch dieser Text nichts anderes als ein leeres Hinterfragen.

Kein Aufruf zum Protest. Keine Einladung zu einer Veranstaltung.

Nur ein Text, der wieder irgendjemanden dazu animieren soll, irgendetwas zu organisieren.

 

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