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Aktuelles Alltag Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Mitgemeint ist NICHT mitgedacht!

Inzwischen dürften wohl alle von der Sparkassen-Kundin gehört haben, die sich nicht länger mit dem generischen Maskulinum zufrieden geben will. Unnötiger Blödsinn oder ein absolut richtiger und wichtiger Schritt?

„Frauenfrage“, eine Kolumne

von Louisa Albrecht

Beide Geschlechter zu nennen gefährdet die Lesbarkeit eines Textes!*
Frauen sind doch NATÜRLICH mitgemeint.
Die Formulare zu ändern wäre doch viel zu teuer…

Es gibt viele Argumente, die gegen geschlechtergerechte Sprache sprechen, doch sind sie stichhaltig? Ist es wirklich für ALLE Beteiligten besser, wenn ausschließlich die männliche Form genannt wird?
Würden Männer sich einfach mitgemeint fühlen, wenn wir im generischen Femininum schreiben, lesen, reden, denken, leben würden?
Ich denke nicht.

Dadurch, dass nur Männer genannt werden, werden auch nur sie gedacht, umgekehrt wäre es genauso. Durch die männliche Form entstehen Stereotypen und die explizite Nennung von Frauen irritiert, sie wurden also doch nicht mitgedacht.
Ein gutes Beispiel hierfür findet sich in der Studie einer Stuttgarterin Professorin. Wurde nach Lieblingssportlern gefragt, wurden hauptsächlich Männer genannt, fragte man nach Sportlern und Sportlerinnen stieg der Frauenanteil.
Das kenne ich auch von mir selber, abgesehen davon, dass, historisch bedingt, es in vielen Feldern generell wenige erfolgreiche und bekannte Frauen gibt. Und die, die es gibt, werden kaum allgemein für ihre Leistungen honoriert.
A propos historisch: Es wird argumentiert, die Sprache sei ja historisch so gewachsen und nicht einfach so veränderbar. Googlen, simsen, reinsneaken… fällt euch was auf? Das sind alles keine gewachsenen deutschen Wörter und viele verwenden sie dennoch ganz selbstverständlich.
Warum also keine geschlechtergerechte Sprache?
Weil es angeblich umständlich ist. Ja. Ich weiß. Aber wenn wir eine gerechte Gesellschaft wollen, müssen wir den Hintern hochkriegen. Wir alle. Wer gegen eine Sprache ist, die alle einschließt, ist meiner Meinung nach gegen eine gerechte Beteiligung aller in der Gesellschaft oder verkennt zumindest die herrschende Ungerechtigkeit.
Für mich ist so etwas wie KundInnen, LehrerInnen übrigens die beste Lösung.

 

 

 

 

 

*ich fürchte, dass diese Kolumne keine Lösung für Menschen außerhalb der Geschlechterbinärität bietet und hoffe, ihr mögt es mir zunächst verzeihen.

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