Reisen mit dem Wohnmobil
Alltag

Mit dem Wohnmobil unterwegs: Tipps für sicheres Reisen

Es war eine sternenklare Nacht. Die Luft war noch warm und schmeckte nach Meer. Ich schaute in den Himmel und hörte gleichzeitig das Meeresrauschen des Atlantiks. Neben mir saß meine Freundin und schaute in die Ferne. Dass wir eines Tages am Atlantik Urlaub machen würden, verdanken wir Bruno. Bruno ist mittlerweile zehn Jahre alt und wiegt stattliche 3,5 Tonnen. Zusammen haben wir im letzten Sommer Frankreich, Portugal und Spanien erkundet. Bruno ist ein Wohnmobil und war unser zuverlässiger Begleiter im Sommer 2017. Neben all den schönen (und teuren) Erfahrungen überwiegte am Ende die Begeisterung für das Reisen mit einem Wohnmobil. Aber so ein Fahrzeug sollte beherrscht werden. Und damit die Reise mit dem Wohnmobil nicht im Unglück endet, solltet ihr unbedingt ein paar Regeln und Tipps kennen. Falls Ihr diesen Sommer mit dem Wohnmobil Europa erkunden wollt, solltet ihr diesen Artikel unbedingt lesen.

Der erste Eindruck zählt

Erste Regel: Kauft keinen Mist. Gebt lieber etwas mehr Geld für einen gebrauchten Wohnwagen aus – das verhindert böse Überraschungen. Holt euch beim Kauf professionelle Hilfe und prüft mit fachkundigen Freunden oder Bekannten das Fahrzeug. Macht Fotos und listet eventuelle Mängel auf. Denkt daran, dass ihr mit dem Wohnmobil nicht nur zur Tanke um die Ecke fahren wollt, sondern sehr, sehr weite Strecken zurücklegen werdet. Vergleicht im Internet Preise und checkt das Wohnmobil vor der ersten Reise am besten in einer Werkstatt durch. Euer Geiz nützt am Ende nichts, wenn das gebrauchte Teil sich nach 200 Kilometern als altersschwache Rostlaube entpuppt und bereits kurz hinter der Autobahnauffahrt den ersten Reifen verliert – oder den Auspuff.

Diese Checkliste hat sich bei unserem Kauf bewährt

  • Sind die Reifen in einen ordentlichen Zustand?
  • Sind die Dichtungen an den Fenstern oder der Luke dicht?
  • Gibt es großflächige Roststellen?
  • Funktioniert die Technik einwandfrei?
  • Schließen alle Türen ordnungsgemäß?
  • Ist das Dach dicht? (Achtet auf verräterische Wasserflecken)
  • Ist das Innere in einen guten Zustand? Muffelt es eventuell?
  • Ist das Getriebe in einen guten Zustand?

Diese Liste kann man noch um einige Punkte ergänzen. Aber euch ist hoffentlich klar, was ich damit bezwecken will: Kauft nicht die Katze im Sack. Seid kritisch, wenn euch das Wohnmobil extrem günstig angeboten wird. Ganz wichtig: Achtet unbedingt darauf, ob das Wohnmobil einen sicheren Stand hat, wenn ihr auf einen Stellplatz übernachtet. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr es nervt, wenn der ganze Wohnwagen schaukelt wie ein Schiff auf See. Wir haben uns vor Beginn unserer Reise Hubstützen besorgt. Durch diese hat nichts gewackelt.

Ist der Wohnwagen im guten Zustand? Dann kauft ihn, bevor sich ein anderes Pärchen für diesen tollen Urlaubsbegleiter entscheidet. Denkt an die Versicherungen, Anmeldungen und den ganzen Rest. Ist alles erledigt? Super, dann kann mit der Reiseplanung begonnen werden.

Sicheres Reisen mit der Checkliste

Doch bevor die Reise beginnen kann, solltet ihr eine Checkliste mit den Sachen anlegen, die ihr während der Reise braucht. Glaubt mir, nichts ist ärgerlicher als eine fehlende Reiseapotheke oder fehlende Batterien für die Taschenlampe. Hier eine kurze Checkliste mit Dingen, die ihr bei der Reise mit dem Wohnwagen mit euch führen solltet:

  • Reiseapotheke
  • Zusätzliche Batterien
  • Wärmeflasche
  • Verbandskasten (extrem wichtig!)
  • Genügend Wasser
  • Versicherungskarte
  • Reisepass
  • Fahrzeugpapiere
  • Krankenkassenkarte
  • Warndreieck
  • Feuerlöscher
  • Radkreuz
  • Wagenheber (beim Reifenwechsel unverzichtbar!)
  • Ersatzkanister (20 Liter)
  • Starthilfekabel
  • Abschleppseil
  • Ladegerät

Diese Liste kann natürlich noch beliebig erweitert werden. Mein Tipp: Geht von außen nach innen und notiert euch, was ihr täglich nutzen werdet und welche Notfälle eintreten könnten. Eins kann ich euch aber versprechen; ihr werdet garantiert etwas vergessen. Seien es die Badelatschen oder die Sonnenbrille. Die meisten Dinge kann man zur Not in jeden Supermarkt nachkaufen.

Verhalten bei einem Unwetter

Am Morgen schien noch die Sonne und plötzlich geht um euch herum die Welt unter? Extreme Unwetter kommen gerade im Sommer häufig vor. Wenn Ihr auf der Autobahn oder der Landstraße seid und über euch bricht das Unwetter los, sucht den nächsten Parkplatz und wartet, bis das Unwetter vorbei ist. Achtet darauf, dass ihr nicht direkt unter steilen Abhängen parkt. Gerade bei Starkregen können Schlammlawinen abgehen und das Wohnmobil unter euch begraben. Sichert nachts bei starkem Sturm euer Wohnmobil und räumt jeden Abend alle beweglichen Objekte in das Innere des Wohnmobils ein. Schließt die Dachluke, wenn ihr abends die nächstliegende Stadt erkunden wollt. Uns ist es einmal passiert, dass wir kurz am Strand waren und auf den Rückweg ein heftiger Sommerregen losbrach. Zum Glück hielt sich die Wassermenge im Wohnwagen in Grenzen.

Sicheres Verhalten bei einer Panne oder einen Unfall

Eine Panne auf der Autobahn oder Landstraße ist ärgerlich. Denkt immer daran, das Wohnmobil verkehrsgerecht zu sichern. Steigt nur mit einer Warnweste aus dem Fahrzeug und stellt das Warndreieck mit ausreichend Abstand zum Wohnmobil auf. Stellt euch bei einer Panne nicht direkt an die Straße, haltet genügend Sicherheitsabstand zum Wohnmobil und zur Straße und informiert den Pannendienst (da gibt es ja einen bekannten Pannenservice in Deutschland, der hilft euch auch im Ausland). Solltet ihr mit euren Wohnwagen in einen Unfall verwickelt sein, berücksichtigt folgende Punkte:

  • Sichert die Unfallstelle ab
  • Informiert die lokale Polizei
  • Notiert euch die Kontaktdaten der Unfallbeteiligten
  • Rechnungen oder Quittungen bei Reparaturen immer für die Schadensregulierung aufbewahren
  • Falls euer Wohnmobil gemietet ist: Immer den Vermieter informieren

Ich drücke euch die Daumen, dass euer Urlaub mit dem Wohnmobil pannen- und unfallfrei bleibt.

Unwegsames Gelände – Abkürzungen

Ich kenn da eine Abkürzung! Wenn ihr oder der Beifahrer diesen Satz sagt – ignoriert ihn. Abkürzungen gehen nie gut aus. Teils, weil die Abkürzungen sich als unwegsame Feld- und Wiesenwege entpuppen und man sich garantiert verfährt. Zusätzlich kennen viele Navigationsgeräte diese „kleinen“ Abkürzungen nicht. Zudem besteht die Gefahr, dass ihr nicht pünktlich den nächsten Stellplatz für euer Wohnmobil erreicht. Und Wildparken ist garantiert keine Alternative.  Bei unserer Reise wollten wir auch eine kleine „Abkürzung“ nehmen – und fuhren 20 Kilometer durch tiefe Schlaglöcher und sehr enge Straßen. Das Ende von Lied: Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und hatten mehrmals Panik, dass die Ölwanne reißt. Diese Erfahrungen möchte man lieber nicht haben.

Digital oder analog – richtig navigieren

Und plötzlich war das Display schwarz. Nichts ist ärgerlicher als ein Navigationsgerät, was nicht funktioniert. Und auch das Smartphone hat nicht immer in der tiefsten Pampa ein schnelles Netz. Die Rettung ist der gute alte Atlas. Analoges Kartenmaterial funktioniert auch ohne Funkloch oder Batterieschaden. Nur den Atlas lesen können solltest du schon. Wenn der Fahrer also wissen will, ob er die nächste Auffahrt nehmen soll, musst du schnell reagieren. Mein Tipp: Schaut euch die Route vorher im Atlas genauer an. Notiert euch wichtige Punkte auf der Route oder schreibt vorher den Routenverlauf auf. Natürlich könnt ihr auch mit Google Maps die geplante Route vorplanen und anschließend ausdrucken. Das erspart späte hektische Fahrmanöver und die eine oder andere „Abkürzung“.

Mit dem Wohnmobil sicher unterwegs – Fazit

Laue Nächte am Atlantik oder sonnige Tage im Herzen von Spanien? Mit einem Wohnmobil hat man die Freiheit, die ganze Welt zu erkunden – oder eben die nahen Nachbarländer. Mit der richtigen Vorbereitung und den hilfreichen Checklisten werdet ihr sicher einen großartigen Urlaub mit eurem Wohnmobil haben. Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem Abenteuer und passt auf euch auf!

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