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Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Medien und Geschlechterklischees

Von alles schaffender berufstätiger Mutter über „nur“-Hausfrauen, deren größte Freude es ist, das neue Reinigungsmittel zu haben bis zu super starken Männern oder solchen mit Männergrippe ist alles dabei. Doch sind diese Geschlechterdarstellungen wirklich ausdifferenziert?
„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Da ich meine aktuelle Hausarbeit über Geschlechterklischees in sozialen Medien und der Werbung schreibe, war es wohl unvermeidlich, euch in einer Kolumne daran teilhaben zu lassen.
Habt ihr euch schon mal Gedanken über die total überzeichneten Geschlechterklischee-Darstellungen in Medien gemacht? Die, über die wir den Kopf schütteln und uns denken: Wie quatschig, so ist doch niemand!
Es gibt inzwischen eine relativ große Bandbreite an Werbefiguren. Die wenigsten von ihnen schaffen es, die durchschnittliche Person von nebenan zu sein. Stattdessen stellen sie etwas bestimmtes dar.
Männer und Frauen in bestimmten, uns allen bekannten Positionen. (Da ich noch nie Werbung gesehen habe, in der LGBTQ*-Menschen als solche relevant gewesen wären, kann ich zu ihnen jetzt leider nichts sagen).
Ist euch mal aufgefallen, dass trotz allem, die Frauen immer noch hübsch, jung, faltenfrei sind? Und wenn sie erkennbar berufstätig sind, dann haben sie überhaupt keine Schwierigkeit, ihren Job (in dem sie gefühlt aber trotzdem nie die Chefin sind) und die beliebige Anzahl von Kindern sowie die häusliche Verpflegung von Männern zu gewährleisten. Wenn sie nicht gerade fröhlich in weißer Unterwäsche über die Wiesen hüpfen, weil sie ja –was ein wunderbares Glück- ihre total diskreten und unbemerkbaren Tage haben?
Und Männer… die werkeln entweder an ihrem Handwerksprojekt oder kommen nach Hause und werden umsorgt. Die einzige echte Ausnahme, die ich da kenne, ist die Werbung von einem Anti-Erkältungsmedikament, bei dem eine männliche Comicfigur ziemlich fertig deswegen ist.
Sehe ich jedoch mal einen backenden Vater? Eine Mutter, die mit ihren Kids Fußball spielt? Eher mal nicht. Jedenfalls nicht in meiner Werbewelt. Trotz aller Diversität, die den lieben langen Tag in den sozialen Medien gepredigt wird, ist die Werbung noch relativ rückständig. Plakatwerbung meines Empfindens nach sogar noch mehr, als TV-Werbung. Habt ihr da mal drauf geachtet?
Habt ihr euch je dabei ertappt, wie ihr das bewusst in Frage stellt? Habt ihr womöglich schon mal der Redaktion geschrieben?
Wenngleich wir stereotypisierende Werbung bemerken, finden wir uns meist nur damit ab. Und dadurch wird es auch nicht besser.
Ich will eine Schlammschlacht, zwischen Müttern und Söhnen, nach denen nicht die Frau die Wäsche wieder reinigt und Werbung für rosa glitzende Ponys, in der die Väter sich freuen, mit ihren Töchtern genau das zu tun.
Mal davon ganz abgsehen davon, dass die Mädels auch gerne im Schlamm spielen dürfen und die rosa Ponys sicher auch Jungs gefallen könnten.

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