bücher zweimal lesen
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Lohnt es sich, Bücher ein zweites Mal zu lesen?

Menschen lassen sich leicht unterteilen – in jene, die Bücher nur einmal lesen, und jene, die ein Buch gerne öfters lesen. (Naja, über die, die gar nicht lesen, sprechen wir an dieser Stelle mal nicht.) Doch lohnt es sich überhaupt, ein Buch zu lesen, dass mensch bereits kennt?

von Louisa Albrecht

Mein Freund gehört zu jenen, die Bücher quasi nie ein zweites Mal lesen; Handlung und Auflösung sind ja bekannt! Das sehe ich ehrlich gesagt total anders.

Wer mich kennt, weiß, dass ich unheimlich viel lese … der zumindest in gerne. Als Kind hatte ich keine besonders große Auswahl an Büchern, jedenfalls nicht viel mehr, als die Dorfbücherei, mein Geburtstag und Weihnachten zu bieten hatten. Seit ich Rezensionsexemplare kriege, ist das anders. Dass ich ein Buch ein zweites Mal lese kommt nur noch sehr selten vor, eine der wenigen Ausnahmen war hier bisher Harry Potter und selbst davon habe ich dieses Jahr erst Band 1+2 gelesen (letztes Jahr habe ich die ganze Reihe dreimal gelesen… nur so als Vergleich 😉 )

Wenn ich ein Buch erneut lese, dann lerne ich immer noch etwas neues über die Figuren. Je nachdem wie lange es her ist, dass ich das Buch zuletzt gelesen habe, entdecke ich Szenen neu, die ich schon längst wieder vergessen hatte. Oder es fallen mir Kleinigkeiten auf, jetzt, da ich mich nicht mehr nur auf den Hauptplot und sein Verstehen konzentriere, sondern auch den Kopf „frei“ habe, für all die Details (ich lese tendenziell sehr schnell, was leider dazu führt, dass auch mal etwas überlesen wird).

Abgesehen davon kann es schön sein, zurück zu kommen. Bei Harry Potter ist dieser Effekt besonders stark. Die Bücher zu lesen hat für mich etwas vom Umlegen einer flauschigen Kuscheldecke. Dank The perks of being a wallflower fühle ich mich verstanden  und weniger alleine im Anderssein. Panem weckt fast schon Kindheitserinnerungen und lässt mich wieder in meinem allerersten Fandom schwelgen. 20.000 Meilen unter dem Meer oder auch Die Reise zum Mittelpunkt der Erde hingegen finde ich einfach immer noch ziemlich cool.

Natürlich gibt es Bücher, die nur einmal wirklich funktionieren, weil die gesamte Spannung auf den Überraschungseffekt und den Moment der Auflösung ausgelegt ist. Das sind für mich jedoch keine wirklich guten Bücher. Vielleicht sind sie gut, aber die wirklich guten Bücher sind für mich jene, die immer wieder gelesen werden können. Und wieder. Es gibt sogar einen Krimi, den ich sehr liebe, den ich immer wieder lesen kann (Die Nacht der roten Katze). Doch ich habe auch schon viele Bücher gelesen, die nach einmal lesen ausgelesen sind, weil sie nicht mehr mitreißen. Wenn der Schreibstil gut ist, werden sie vielleicht noch einmal gelesen, aber sonst wohl eher nicht, was ich mega schade finde! Bücher werden schließlich dafür geschrieben, dass sie jemand liest!

Ein wenig kann ich natürlich verstehen, dass jedes Leseerlebnis einzigartig und völlig neu sein soll. Aber manchmal möchte ich einfach gerne wiederkommen.

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