kinder oder karriere
Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaftsleben

Kinder oder Karriere

Ich bin jung, fast 20 und mein ganzes Leben liegt noch vor mir! Trotzdem stellt sich jetzt schon die Frage, was es werden soll: Kinder oder Karriere?

„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Das erste Mal setzte ich mich mit 16 mit der Frage auseinander, ob es später Kinder oder Karriere sein sollen. Ich hatte das Thema bei einem Rhetorikwettbewerb gezogen, bei dem die Finalisten Stegreifreden halten sollten.
Meine Rede begann mit den Worten „Das Thema, zu dem ich Ihnen etwas sagen darf, ist ein Thema, dass mich schon immer persönlich betroffen hat“, es folgte viel Gelächter aus dem Publikum, das ich lange nicht verstanden habe.
Ehrlich gesagt bis heute nicht.
Denn ist es nicht so, dass Kinder noch immer ein Karrierehindernis für Frauen darstellen? Dass Frauen keine Kinder kriegen, um Karriere zu machen? Und wie sie sich auch entscheiden, Kinder (-> „Nur Hausfrau“), Karriere („karrieregeil“) oder beides („Rabenmutter“)– in den Augen der Gesellschaft machen sie es immer falsch. Und dennoch ist es ein fast schon unumgängliches Thema in der Lebensplanung.

2019 werde ich wohl meinen Bachelor in Bonn machen und dann entweder arbeiten oder den Master dranhängen, je nachdem, wie es sich ergibt. Mit Anfang zwanzig Kinder zu kriegen ist quasi unvorstellbar. Aber wann dann? Nach zwei bis drei Jahren im Beruf, damit ich nicht so alt bin? Oder doch lieber erst mit Anfang dreißig, wenn ich mit beiden Beinen im Berufsleben stehe und auf eine Position sicher zurückkehren kann (falls das nicht nur ein Mythos ist)? Und was mache ich mit dem Kind oder gar den Kindern? Mit 6 Monaten in eine KiTa stecken, mindestens ein Jahr zu Hause bleiben oder gar drei?
Wie ich es auch drehe und wende, es gibt keine befriedigende Antwort.
Vielleicht sagt ihr mir jetzt, dass sich das schon alles ergeben wird und dass ich doch noch viel zu jung sei, um mir darum Gedanken zu machen, doch ich habe das Gefühl, ich müsste es schon.
Müsste mir zumindest einen groben Plan erstellen, um beides zu haben.
Für mich stand relativ früh fest, dass ich kein ODER, sondern ein UND will. Die Frage ist bloß, wie und wann?
Natürlich wird es sich schon irgendwie fügen und wer weiß, vielleicht werde ich auch irgendwann „aus Versehen“ schwanger und dann klärt sich diese Frage von alleine… aber ist es nicht traurig, dass ein grundlegender Baustein der Zukunftsplanung aus „Das wird sich schon fügen“ besteht? Bestehen muss?
Zum aktuellen Zeitpunkt habe ich das Gefühl, dass mein Lebensmodell nicht dazu taugt, die Zukunft sicher zu planen und irgendwie macht mir das Angst. Und euch?

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