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Aktuelles Alltag Frauenfrage - Kolumne Gesellschaft

Ist Feminismus sexistisch?

Per Definition glauben Feministen an die Gleichberechtigung der Frau  in allen gesellschaftlichen Bereichen. Zudem streben sie eine Veränderung der gesellschaftlichen Rolle an- doch was ist ihr Preis?

„Frauenfrage“, eine Kolumne von Louisa Albrecht

Die Gleichberechtigung von Frauen ist ein erstrebenswertes Ziel, wie ich finde. Es ist wichtig, dass sich dafür eingesetzt wird und eine Schande, dass es so lange dauert und schwierig ist.
Doch wieso ist es so schwierig?
Weil Frauen den Männern etwas wegnehmen?
Theoretisch auf keinen Fall, praktisch sehen das einige bestimmt anders. Die Veränderung der gesellschaftlichen Rolle- klingt banal, umfasst aber ca. 50% ebendieser. Wie kann diese sich jedoch ändern, ohne, dass es die anderen 50% nicht betrifft?
Die Antwort lautet: Gar nicht.

Feminismus verändert die Gesellschaft und verunsichert einige. Manche sind auch davon genervt und andere fühlen sich womöglich sogar ausgeschlossen- denn Feminismus geht im theoretischen Konstrukt von 2 Geschlechtern aus und verstärkt somit den vorherrschenden Geschlechterbias, also das Konzept, nachdem es nur zwei Geschlechter gibt.
Zudem wird sich durch den Feminismus sehr für die Rechte von Frauen eingesetzt- und wer kümmert sich um die Rechte für Männer? Soweit ich weiß gelten für sie einfach die normalen Menschenrechte. Aber wenn wir Menschenrechte und Frauenrechte haben, sind dann a) Frauen keine Menschen? b) Frauen so viel schutzbedürftiger? c) Männer die Norm?
Vom Gefühl her würde ich sagen, dass momentan alles drei gilt. Alles drei wäre absolut kontraproduktiv für eine Gesellschaft der gleichberechtigten Geschlechter und vor allem Menschen.

Zusammengefasst klingt das alles ziemlich negativ.
Aber das muss es nicht und darf es auch nicht.
Feminismus darf nicht sexistisch werden.
Wir müssen die Männer mitnehmen auf unserem Weg und den Feminismus in beide Richtungen wirken lassen. Denn wenn Feminismus an die Gleichberechtigung der Frau im Verhältnis zum Mann glaubt, gilt das auch umgekehrt. Dem Feminismus müssen beide Geschlechter wichtig sein. Denn Feminismus kann nicht nur für Frauen wirken, er wirkt sich zwangsläufig auf die ganze Gesellschaft (samt Geschlechtern die nicht in den klassischen Bias passen) aus und das müssen wir uns immer wieder bewusst machen.

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