gender equal opportunity or representation
Aktuelles Frauenfrage - Kolumne Gesellschaft Kultur

„Ich glaube, ich bin eine Feministin.“

Auf dem Women G20 Gipfel äußerte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie glaube, eine Feministin zu sein, mit fremden Federn wolle sie sich jedoch nicht schmücken. Ivanka Trump hingegen scheint von ihrem Sein als Feministin vollkommen überzeugt, ausgerechnet die Tochter des oftmals sexistischen US-Präsidenten Donald Trump. Was ist überhaupt eine „gute“ Feministin und warum brauchen wir sie?

„Frauenfrage“ eine Kolumne von Louisa Albrecht

Feminismus ist, das sieht leider nicht nur Donald Trump so, ein Begriff, der ziemlich oft ziemlich negativ behaftet ist, mit nervtötenden und überflüssigen Gleichberechtigungsdebatten und der Kritik an männlichen Privilegien.
Damit haben wir zwar schon mal ein Problem, aber noch keine Antwort auf die Frage: was Feminismus eigentlich ist und wieso wir ihn brauchen.
(Lustig, dass es der Feminismus ist, oder?)

Was also ist Feminismus?

Für die meisten ist Feminismus einfach nur Männerhass, das ist aber nicht der Sinn der Sache.
Laut unserer allwissenden Quelle Wikipedia ist Feminismus: (abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französisch féminisme) bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine soziale Be51235ac3681989906c6c3a085e1e234cwegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.

Zusammengefasst: Feminismus = wissenschaftliche und soziale Bewegung, die sich (für Menschenwürde, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung von Frauen und) gegen Sexismus einsetzt. Sexismus kann sich übrigens auch gegen Männer richten! Also Männer: auch ihr könnt vom Feminismus profitieren.
Diese Bewegung, die sich Feminismus nennt, kann allerdings nicht ganz so einfach zusammen gefasst werden,  wie ich das gerade getan habe. Vor allem deswegen nicht, weil sie in jedem Land anders ist. In den USA beispielsweise gibt es den Feminismus schon wesentlich länger, als in Deutschland (könnte auch daran liegen, dass es „Das Deutschland“ noch nicht so lange gibt, Mauerfall hin oder her). Die Situation der Frauen ist also eine andere, die Menge an Vorbildern unterschiedlich. Müsste ich aus dem Stehgreif mehrere amerikanische und deutsche Feministinnen nennen, so fielen mir definitiv mehr amerikanische ein, und euch?
Um es in meinen eigenen Worten zu erklären:
Feminismus ist (oder sollte es zumindest sein):

  • Eine (gesellschaftliche) Bewegung
  • Profitabel für beide Geschlechter, weil sowohl Männer als auch Frauen auf der Erde leben
  • Etwas, dass die Situation verbessern und geschlechterspezifische Diskriminierung abschaffen soll

Feminismus ist nicht (oder sollte zumindest nicht):

  • Menschen ausschließen / diskrimminieren
  • Ungerechtigkeiten erzeugen

Frauen, die sich bewusst/ freiwillig dazu entscheiden, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder großzuziehen und somit vom Geld ihres Mannes abhängig sind etc., können meiner Meinung nach genau so gute Feministinnen sein, wie eine Frau, die ein sich selbst ernährt.
Womit sich auch die Frage erübrigt, ob es bessere und schlechtere Feministinnen gibt. Das ist kein Wettbewerb, wer überzeugter ist und sich mehr einsetzt.
Jedenfalls nicht, wenn ihr mich fragt.

Wie werde ich denn überhaupt Feministin?

Angela Merkel äußerte, dass sie glaube Feministin zu sein. Sicher schien das nicht zu sein und so stellt sich die Frage: Wie werde ich überhaupt Feminist*in?
Durch Erkenntnis, würde ich sagen, denn Feminismus fängt da an, wo Menschen feststellen, dass es nicht gerecht zugeht, wenn Mann und Frau nicht dieselben Rechte und Freiheiten haben (zitiert nach Katrin Rönicke in „Ab wann bin ich Feminist*in?“).
Viele sagen auch, es gäbe zwei Arten von Menschen: 1. Die normalen, 2. Die Sexisten. Womit die Antwort lauten würde: Mensch wir Feminist*in durch gesunden Menschenverstand

Wozu brauchen wir Feminismus überhaupt?

Für mich ist die Antwort simpel: Für Gerechtigkeit. Für die Menschheit.
Das klingt jetzt ziemlich pathetisch, trifft es aber am besten. Wie oben bereits erwähnt, profitieren nicht nur Frauen vom Feminismus und wenn es mehr Gerechtigkeit gibt, ist das für alle besser.

Welche Vorbilder gibt es momentan?

Viele denken jetzt, sie müssten sich an so lauten Feministinnen wie Femen oder Pussy Riot orientieren, doch ist das der einzige Feminismus, den es gibt? Ich denke nicht.
In der Einleitung habe ich bereits zwei Namen genannt. Angela Merkel und Ivanka Trump.
Insbesondere letzte als Vorbild zu sehen, mag schwer fallen, ich persönlich weiß zu wenig über die First Daughter, um da etwas zu zu sagen. Angela Merkel hingegen, habe ich zwar nie als „aktive Feministin“ wahrgenommen, jedoch als Vorbild. Eine starke, mächtige Frau. Eine Frau, die allen zeigt: Wir könne  das genau so gut wie die Männer.feminismus-symbol
Eine der jüngeren, bekannteren und auch aktiven Feministinnen dürfte Emma Watson sein. Viele kritisieren, dass sie sich selber wieder auf ihre Rolle als Hermine reduziert (in ihrer UN-Rede), dennoch finde ich es gut, dass eine so bekannte Person sich so offen dafür einsetzt. Hermine war vermutlich eine der coolsten Figuren in Harry Potter und entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, die man Emma Watson schenkt.
Allerdings gibt es auch männliche Feministen (die ich an dieser Stelle einfach mal dem Rolling Stones Magazin entnehme):

  • Daniel Craig (interessant, die meisten James Bond Filme haben schließlich ziemlich fragwürdige Frauenbilder, Craig selber hat das vor dem Erscheinen von „Spectre“ allerdings kritisiert)
  • Kurt Cobain (hat zu Lebzeiten oft Frauenkleider getragen und sich gegen Homophobie und Sexismus ausgesprochen)
  • Daniel Redcliffe (Schauspielkollege Emma Watsons, der die Genderdebatte überflüssig findet, weil alle Menschen gleich sein sollten, manche Magazine bezeichnen ihn allerdings auch naiv z.B. im Punkt geschlechterspezifische Bezahlung)
  • John Legend, die Beastie Boys, Prince Harry und noch viele weitere mehr… das gibt doch Anlass zur Hoffnung?

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