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Hurricane Festival 2017

Ich stand letzten Dezember an einem kalten, grauen Sonntagmorgen um kurz nach sechs an der Bushaltestelle, als eine Freundin mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mit aufs Hurricane Festival zu kommen. Übermüdet wie ich war, sagte ich in einem Anflug  von „Warum-eigentlich-nicht“ Gedanken kurzerhand zu. Zusammen mit 78 000 Besuchern feierte ich mich durch das Wochenende – immer mit einem leicht mulmigen Gefühl bezüglich der Sicherheitslage.

Das Wetter

Es hatte etwas amüsantes: Obwohl lange Zeit gutes Wetter prognostiziert wurde, kam es, wie hätter es auch anders sein sollen, ganz anders. Ein Unwetter zog am Donnerstag über Scheeßel. Noch nicht angereiste Besucher wurden gebeten, sich erst am nächsten Tag in Scheeßel einzufinden. So sind wir also am Freitag um drei Uhr in der Früh aufgestanden um gegen halb neun in Scheeßel einzutrudeln. Das Gewitter war dann zwar tatsächlich auch überstanden, insgesamt aber blieb das Wetter übers ganze Wochenende eher bescheiden. Mit viel Nieselregen und Regenschauern kam die Sonne nur selten durch.

Das Hurricane hat seinem Namen also alle Ehre gemacht. War aber alles halb so wild. Mit quietschgelben Gummistiefeln können Matsch und Regen mir nichts! Naja, außer am Sonntag – da haben auch die Gummistiefel nicht mehr geholfen und ich durfte bis in den Abend mit nasser Kleidung durchs Festivalgelände watscheln. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen – aber ein paar Becher Kaffee haben Abhilfe geschafft!

Die Bands

Mit einem Line Up, das sich sehen lassen konnte, tanzten sich die Hurricane Besucher durch den Tag. Neben den Hauptacts Green Day, Linkin Park und Casper sind auch bekannte Namen wie Imagine Dragons, Lorde, Mando Diao und Passenger vertreten.

Leider hat Green Day meiner Meinung nach sehr unsensibel auf die ohnehin schon leicht angespannte Stimmung reagiert, indem sie immer wieder laute Explosionen in ihre Show eingebaut haben. Jedes Mal sind also tausende Menschen erschrocken zusammengezuckt, wenn es mal wieder über das Gelände geknallt hat. Dass bei den Hauptacts zehntausende Menschen auf engstem Raum zusammengedrängt sind, ist dabei nicht wirklich hilfreich. Ich habe später gelesen, dass sie damit ein Zeichen setzen wollten. Das haben andere Bands auch gemacht, allerdings ohne alle zu Tode zu erschrecken.

Mein persönliches Highlight: Imagine Dragons. Pünktlich um Mitternacht tragen sie mit ihrem Song „Thunder“ die Festival Besucher in den Samstag. Mit einem Aufruf sich in diesen schwierigen Zeiten nicht einschüchtern zu lassen und einem Appell zum Frieden, strecken tausende Fans ihre Arme in die Luft und zeigen das Peace-Zeichen. Tolle Atmosphäre! Songs wie „Whatever It Takes“, „It´s Time“ und „Believer“ machen einfach Stimmung.

Auch andere Bands setzen ein Zeichen – manche auch gegen Donald Trump. „F*ck Donald Trump“, ruft der Frontmann der Band Highly Suspect, Johnny Stevens, den Zuschauern zu, begleitet von lautem Jubel.

Musik verbindet – das ist nichts neues, aber es ist jedes Mal faszinierend es mitzuerleben und ein Teil einer so großen Masse zu sein. Für einen der einprägsamsten Momente sorgte ganz unerwartet – Passenger. Mit ihrem letzten Song stimmen sie einen Chor an, der sich in seiner Stimmengewalt sehen lassen kann. Es war deutlich zu sehen, wie die Atmosphäre die noch relativ junge Band überwältigt. Mit glänzenden Augen stehen sie auf der Bühne und genießen den Moment. Klasse!

Diese Begeisterung reißt einfach mit – Fans und Bands gleichermaßen! Schade, dass sie bei manchen Bands irgendwann abnimmt oder gar ganz verloren geht. Lorde, ein internationaler Superstar, wirkte zwar auch begeistert, aber eben nicht ganz in dem Maße, wie es bei den kleineren Bands der Fall war. War aber gar nicht schlimm, war nämlich trotzdem geil. Ich muss es wissen, ich stand in der ersten Reihe und kann deshalb aus erster Hand berichten, dass Lorde einen fantastischen Friseur haben muss! Wie kann man so schön glänzende, volle Haare haben?! Und die Frau kann tanzen!

Ich könnte hier noch Seiten füllen mit meinen Eindrücken, der unterschiedlichsten Band, aber dafür fehlt leider Platz und bei euch sicherlich auch das Interesse. Daher zum Schluss eine (und auch meine) letzte Bands des Festivals: Die Antwoord. Während sie spielten, konnte man an den Gesichtsausdrücken der Zuschauer deutlich sehen, wer sie bereits kannte und wer naiv und unschuldig auf einen „normalen“ Gig wartete. Wenn ihr sie nicht kennt – schaut doch mal bei YouTube rein. Keine Worte werden dieser Band gerecht. Sie lieferten eine komplett verrückte Show ab, mit Tanzeinlagen, Kostümwechsel und einem Popoblitzer des Frontmanns.

Wer also geile Musik, dröhnende Beats, verrückte Kostüme, frittierte Schokoriegel und Bier zum Frühstück live erleben möchte, ist beim Hurricane gut aufgehoben. Zelten oder campen gehört natürlich dazu. Spaß hat’s allemal gemacht und die Chancen mich auf dem nächsten Hurricane anzutreffen, stehen gar nicht mal so schlecht. #nophotosplease

 

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