Sinnbild für die interkulturelle Sensibilisierung: rubinsche Vase Bild: Nevit Dilmen/wikimedia.org unter CC-BY-SA
Aktuelles Alltag Frauenfrage - Kolumne Gesellschaft

Herrlich dämlich!

Die Beeinflussung der Sprache durch Männer ist unverkennbar, doch muss das so sein?

„Frauenfrage“ eine Kolumne von Louisa Albrecht

In meiner letzten Kolumne meinte ich, dass der Suffix *innen nicht nur nervig und sperrig, sondern auch ein wenig unnötig ist, doch es gibt noch viel mehr Probleme in der Sprache bezüglich der Geschlechtergleichheit.

Das ist ja herrlich!, ist eindeutig positiv gemeint, während etwas dämliches negativ ist. Tatsächlich leitet sich beides nicht von Herr und Dame ab, aber die Vermutung lag erstmal nahe, nicht wahr?

Ebenso wird im Deutschen sehr oft das Wort „man“ verwendet, was auf eine männliche Omnipräsenz in der Sprache schließen lässt. „Man“ kommt, ebenfalls wie herrlich und dämlich aus dem Mittel- bzw. Althochdeutschen* und leitet sich tatsächlich von Mann ab, wenngleich es „irgendwer, irgendjemand“ (und erneut: man[n]) bedeutet.  Diese drei Beispiele sind nur eine kleine Auswahl von unzähligen Beispielen, für die „männliche Dominanz“ der Sprache, was kann man also dagegen tun und muss da überhaupt etwas gegen unternommen werden?

Meine Antwort mag jetzt merkwürdig klingen, aber: Ich bin davon überzeugt, das Worte nur Bedeutungsträger sind. Das soll heißen, es wäre kein Problem, nur die „männliche“ Form zu verwenden, wenn die damit verbundene Assoziation die weiblichen Betroffenen ebenfalls mit einschließen würde. Solange wir mit einem Wort nur die männlichen Betroffenen verbinden, werden auch nur sie damit gemeint sein.
In Dänemark hat man das Problem bereits gelöst: Geschlechtsneutrale [Berufs]Bezeichnungen, die stets Männer und Frauen mit einschließen. Vielleicht lässt sich das ja auch ins Deutsche übertragen, ohne dass es auf einmal Lehrex oder dergleichen heißt.

 

 

*Die Rechercheergebnisse stammen aus dem DUDEN

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