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Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“

Die Indianer glaubten an sogenannte „Spirit Animals“ – ein Tier, dessen Eigenschaften den eigenen Lebensweg lenken und führen sollen. Könnten Menschen sogenannte „Spirit Animals“ sein, so wäre meins wohl Hape Kerkeling – er ist sozusagen mein „Spirit Human“. Wie kann ein Mensch so wunderbar sein?! #fangirling.

Nun ist er 2001 also den Jakobsweg gepilgert und hat kurzerhand ein Buch dazu geschrieben. Endlich habe auch ich es nach Millionen anderen Lesern geschafft, dieses Buch zu lesen.  Und wie es sich gehört, gebe ich natürlich meinen Senf dazu.

Wie schon sein zweites Buch, „Der Junge muss an die frische Luft“, dass ich merkwürdigerweise zuerst gelesen habe, habe ich auch „Ich bin dann mal weg“ innerhalb von zwei Tagen redlich verschlungen. Dabei sind seine Bücher gar nicht groß witzig, sondern ungewohnt ernst und tiefgründig. Doch Hape Kerkeling schafft es mit seinem locker-leichten Schreibstil auch ein ernstes Thema humorvoll aufzuziehen. Es ist herrlich schön zu lesen und lässt hoffen, dass Herr Kerkeling noch viele, viele weitere Bücher schreibt und veröffentlicht. #stillfangirling

Nun aber zum eigentlichen Buch. Während ich im Jahr 2001 kurz vor der Einschulung stehe, macht Hape Kerkeling sich also auf und beschließt den Jakobsweg zu laufen oder besser gesagt zu pilgern.  Er unterscheidet ganz bewusst zwischen wandern und pilgern, so hat das Pilgern doch immer auch eine bewusst spirituelle Komponente, während das Wandern dem einfachen Vergnügen am Laufen in der Natur geschuldet ist.

Nach meinem diesjährigen Urlaub auf Island, bei dem ich mir die Fersen wund gelaufen habe, ist mein Respekt vor jedem Pilger noch um ein vielfaches gestiegen. Der Jakobsweg ist eine einzige körperliche Strapaze. Wie schwer einem die Beine werden können, kann Hape Kerkeling in seinem Buch nur vage beschreiben. Dafür schildert er umso eindrucksvoller seine Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, die er auf dem Weg kennen lernt. Von seinem Schatten, die er insgeheim Schnabbel nennt, bis zu Anne und Sheelag, zwei Bekanntschaften, die schnell zu wertvollen Freundinnen werden, an schrägen Gestalten mangelt es dem Jakobsweg offenbar nicht.

Wie sich das beim Pilgern gehört, stellt Hape Kerkeling sich vorweg eine Frage, über die er auf dem Weg ausführlich sinniert und seine Gedanken dann in einem Tagebuch festhält. Die Frage ist simpel: Gibt es Gott? Eine Frage, der sich jeder früher oder später stellen muss; eine Frage, auf die es im Grunde genommen keine falsche Antwort geben kann, da es eine höchstpersönliche Glaubensfrage ist. Also lautet die Frage wohl eher: Glaube ich an Gott?

Hape Kerkeling findet auf dem Weg seine Antwort. Spoileralert – er glaubt an Gott. Ja, er schreibt sogar, dass er Gott begegnet ist! Wie genau er das meint, sagt er nicht, nur das es so ist. Es ist nicht die einzige Erkenntnis, die er auf dem Weg hat. Wenn auch nachträglich eingefügt, endet jeder Tagebucheintrag mit einer Erkenntnis des Tages. Es sind allesamt schöne Erkenntnisse, mit einem Hauch Weisheit und einer Prise Humor.

Lohnt es sich also Hape Kerkelings Bücher zu lesen? Allemal! Und einige Lacher sind garantiert, wer mir nicht glaubt, darf gerne das Vorwort von „Der Junge muss an die frische Luft“ lesen. Wer da nicht zumindest schmunzelt, dem ist eh nicht geholfen!

Ach, und wo wir schon bei Hape Kerkeling sind…sein Sketch zum Café Korten ist ein Meisterwerk! Musste mal gesagt werden. #andstillfangirling

 

 

 

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