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Gib mir nur deine Hand, ich zeig dir morgen die Welt!

Zwei Pärchen, zwei Weltreisen, zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Für das ultimative Gefühl von Fernweh beim Lesen, erzählen Sabrina und Marco sowie Magda und Olli von ihren Erfahrungen in der großen weiten Welt und geben Tipps für den Sprung aus der Komfortzone.

Von Svenja Gottwald

Traumhafte Strände, türkisfarbenes Meer, tosende Wasserfälle und sternenklare Nächte. Wenn man an die schönsten Orte der Welt denkt, sind diese immer viel zu weit weg. Und Zeit zum Reisen ist sowieso nie – zwischen all den alltäglichen Angelegenheiten und unangenehmen Verpflichtungen.
Zeit zum Reisen muss man sich nehmen, und dann am besten gleich so viel, dass man die ganze Welt sehen kann.

Für Magda (32) und Olli (42) war das ganz einfach: Der richtige Zeitpunkt ergab sich für die beiden Kölner  im Oktober 2016, als sie den Entschluss fassten für ein halbes Jahr auf Weltreise zu gehen.

Magda und Olli bei ihrer Abreise aus Sri Lanka (Foto: www.weltreiselust.de)
Magda und Olli bei ihrer Abreise aus Sri Lanka (Foto: www.weltreiselust.de)

Dann begann die Planung. Die Traumziele wurden gesteckt, Routen geplant und Unterkünfte recherchiert, denn sie wissen: eine gute Organisation ist wichtig.

Der Jahresurlaub habe irgendwann nicht mehr gereicht, stellte Magda fest und auch der Wunsch nach beruflicher Veränderung machte sich breit, so dass die Entscheidung nicht schwer fiel, eine Auszeit zu nehmen. Anfangs sorgte sie sich noch um ihre berufliche Zukunft. Doch Bekannte und andere Langzeit-Reisende konnten ihr versichern, nach dem Urlaub wieder in die Berufswelt finden zu können. Auch Olli musste nicht lange überredet werden und hält die Bedenken für unbegründet: „Man muss den Alltag eben auch mal hinter sich lassen, um sich neue Inspirationen zu holen.“ Und so ging es im Januar 2017 auf große Reise.

Während Magda und Olli der Sprung ins kalte Wasser leicht gefallen ist, brauchte hingegen Sabrina etwas Überzeugungskraft von ihrem Marco, um die Segel zu hissen. Die 29- Jährigen Trierer kehrten Deutschland im Juli 2015 den Rücken – also bereits vor zwei Jahren!

„Alles was Eltern und Familie einem über sichere Jobs, Familie gründen und für die Rente sparen so mitgeben oder vorleben, hat mich doch anfangs etwas eingeschüchtert. Aber bis heute bereue ich es absolut nicht und bin froh, dass wir diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben. Das einzige was wir beide bereuen ist, dass wir uns nicht schon viel früher getraut haben.“ – Sabrina

Ost, West oder Nord

Wie bereitet man sich auf eine solche Reise vor? Da hat wohl jeder seine ganz eigene Herangehensweise. Die Planungsgenies Magda und Olli zeichneten ihre Traumziele in eine Mindmap und verbanden sie mit grob geplanten Routen. „Wichtig ist die Recherche von Unterkünften und das Wälzen von dicken Reiseführern“, erklärt Magda. Ollis Aufgabengebiet beschränke sich, so sagt sie, auf das Checken der Einreise- und Sicherheitsbestimmungen. Die finale Entscheidung treffen dann aber doch beide gemeinsam. Denn zu zweit auf Weltreise zu sein, bedeutet auch den Wünschen des Einzelnen gerecht zu werden. Da die Vorstellungen der Reise teils unterschiedlich ausfallen, sind auch die Möglichkeiten die Welt zu bereisen ganz verschieden.

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Olli und Magda sind leidenschaftliche Fotografen (Foto: www.weltreiselust.de)

Natürlich gehört es auch dazu über den Tellerrand hinaus zu schauen – fernab von den Luxushotels, weißen Sandstränden und Touristenattraktionen. Das wahre Leben haben die Weltenbummler auf abgelegenen Pfaden gesucht und gefunden. Wilde Tiere und unberührte Natur stehen für Magda und Olli ganz oben auf der Wunschliste. Aber Reisen geht auch durch den Magen und so müssen einige spannende, ländertypische Speisen auf jeden Fall verköstigt werden. Besonders in Asien kommen probierfreudige Genießer auf ihre Kosten.

„Reisen ist für mich absolute Freiheit. Man erlebt Länder, Menschen und Kulturen sehr intensiv.“ – Magda

Kultur ist für Sabrina und Marco auf ihrer Weltreise fester Bestandteil des Tagesprogramms. Auf ihrem Blog finden sich viele spannende Geschichten zur neuseeländischen Kultur. Ganze 14 Monate haben die beiden auf dem Inselstaat verbracht, mehr als die Hälfte ihrer Reisezeit. „Ich glaube man kann sagen, dass wir dort ungern wieder weg wollten“, resümiert Sabrina. Vor allem die vielfältige Landschaft hat es den Abenteurern angetan, welche sie mit einem gemieteten Auto, liebevoll auf den Namen „Norb“ getauft, erkundet haben.

Zuvor sind sie lange Zeit in Südamerika unterwegs gewesen und haben dort über 400 Stunden in Bussen verbracht. Sie suchten das Abenteuer und bereisten Orte, an denen Social Media ein Fremdwort ist. „Natürlich ist es interessant zu sehen wie andere Menschen leben, aber oft ist es auch schwierig, wenn es darum geht wie Menschen in anderen Ländern leben müssen“, stellten Sabrina und Marco fest. Kurzerhand haben sie auf ihrer Reise einen Großteil ihrer Kleidung an Straßenkinder gespendet.

Eine solche Reise kann also auch zum Nachdenken anregen, über all die Privilegien, die wir hier in Deutschland haben, aber auch über den Einfluss der Menschen auf die Natur oder die unterschiedlichen Lebensumstände. In jedem Fall kommt man mit einem erweiterten Horizont und einem neuen Blick auf die verschiedenen Lebenswelten zurück. Das bringt neue Facetten in das eigene Leben, da ist sich Olli sicher.

Denn ab heute bist du mehr als an nur einem Ort daheim

Neben Horizonterweiterung und Beseitigung von Vorurteilen sieht Magda eine Langzeitreise aber auch als organisatorische Herausforderung: „Täglich trifft man Entscheidungen, priorisiert Aktivitäten, muss das Budget immer im Blick haben – fast schon wie ein Job!“ Und letztendlich kann also auch Reisen Arbeit sein.

Traumberuf Weltenbummler? Gar nicht undenkbar. Die Reisekultur ist im Wandel, kein Ort wird mehr besucht ohne das passende Foto zu posten. Am Strand werden stundenlang die perfekten Bilder geschossen und ein Urlaubsvideotagebuch darf natürlich auf keinem ernstzunehmenden Blog fehlen. So lässt sich die Weltreise ganz schnell in einen Job umfunktionieren und im besten Fall wird man tatsächlich dafür bezahlt Urlaub zu machen.

Die Aussicht genießen. Foto:
Die Aussicht genießen. (Foto: www.2tramps1world.de)

Immer wieder liest man von Traumjobs, bei denen man als Praktikant Fotos für Kreuzfahrtschiffe machen darf . Oder beispielweise in einer Aktion in Australien 2009 offiziell den „besten Job der Welt“ nachgehen darf, bei dem der Gewinner für den Tourismus in Queensland im Web werben soll und ganz nebenbei das Schnorcheln, Sonnen und Entspannen inklusive ist.

Auch auf den Blogs und Instagram-Seiten der Weltenbummlerpärchen wimmelt es nur so von fernweherzeugenden Hochglanzaufnahmen. Das gehört wohl zum neuen Reise-Kult dazu – stets die schönsten Fotos zu schießen und alle Follower an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Egal wohin du willst wir fliegen um die Welt

Der Trend zum Langzeit-Reisen zeigt sich für Sabrina im fast schon obligatorischen Work-and-Travel-Jahr nach dem Abitur. Erstmal eine Auszeit nach der Schule, die Welt bereisen und Erfahrungen sammeln. Die vielen Möglichkeiten als Austauschschüler, Erasmusstudent oder Auslandspraktikant machen es leicht, bereits früh Teile der Welt zu sehen.

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Sabrina und Marco lassen keine Jahreszeit aus (Foto: www.2tramps1world.de)

Was Sabrina und Marco allen Reisenden noch mit auf den Weg geben möchten, ist, dass nicht jeder Reisetag ein Tag im Paradies ist, auch wenn die sozialen Medien es so aussehen lassen.
„Je nach Reiseart und Budget schläft man vielleicht auch mal auf einer Strohmatte im Dschungel und nicht im bequemen Resort-Bett, wird von einem giftigen Tier gestochen und braucht Stunden zur Notaufnahme oder zieht sich Parasiten zu, da das Essen nicht wirklich 5-Sterne-Küche ist“, erzählt Marco.

„Einfach machen!“, so lautet der Tipp von Olli und Magda für allen Unentschlossenen. „Man sollte sich nicht von den äußeren Umständen am Reisen hindern lassen. Es ist mehr eine Frage der Prioritäten. Der finanzielle Aspekt spielt natürlich eine Rolle. Wenn man sich aber genug Zeit für die Vorbereitung lässt und konsequent spart, ist eine Weltreise schnell kein unerreichbarer Traum mehr.“

Magda und Olli sind seit einigen Wochen wieder zurück in Deutschland und planen schon jetzt insgeheim wieder die nächste Reise. Erstmal steht eine gemeinsame Wohnung auf dem Plan, aber dann wird wieder gespart um der Reiselust nachzukommen.

Und Sabrina und Marco? Die sind zwar auch gerade wieder in der Heimat, aber nur „zu Besuch“. Es gibt da wohl noch einige Fleckchen Erde, die es zu besuchen gilt.

Um bei den Worten von Cro zu bleiben

„Wir können tun, was wir wollen und das Leben ist noch lang, also komm!“

 


Kleiner Funfact: Magda hat vor einigen Jahren auch in Bonn ihren Master in Medienwissenschaft gemacht und war Teil des Gründungsteams von Medienblick Bonn. Willkommen zurück auf unserem Blog, Magda! 🙂


Wer Lust bekommen hat mehr von den weltreisenden Paaren zu lesen, findet auf ihren Blogs viele spannende Infos rund um die Urlaubsplanung, Erfahrungen auf dem Weg um die Welt und vor allem jede Menge zauberhafter Bilder!

Magda und Olli schreiben auf Weltreiselust!
Auf 2tramps1world könnt ihr Sabrinas und Marcos Reise verfolgen!

 2trampsoneworld
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