Ehrenamt während des Studiums © Saskia Matheisen
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Gemeinsam stark: Ehrenamtliches Engagement neben dem Studium

Straffe Lehrpläne, Lernen für die nächsten Prüfungen und dann noch der Nebenjob – es ist nicht gerade eine leichte Entscheidung, wenn man überlegt, ob man neben dem Unialltag auch noch ein Ehrenamt ausführen soll. Schnell kommt die Angst auf, dass ein studentisches Ehrenamt zu einer Zusatzbelastung werden könnte. Dabei kann sich ein Ehrenamt auch zu einem Ausgleich entwickeln.

Von Natalie Neunzig

Saskia engagiert sich schon seit ihrer Kindheit bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Dazu gekommen ist sie damals durch ihren Vater, der dort als Bootsausbilder aktiv ist. Seitdem ist sie als Bootsführerin regelmäßig mit ihrem Team auf dem Rhein im Einsatz und hilft Menschen in Not. Zudem ist Saskia seit drei Jahren als stellvertretende technische Leiterin tätig und macht aktuell nebenbei noch eine Ausbildung zur Rettungstaucherin – das alles neben ihrem Masterstudium.

Doch wie lässt sich das alles zeitlich mit einem Vollzeitstudium vereinbaren? Spontane Einsätze und die Planung der Dienste nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn dann noch ein voller Studienplan dazu kommt, ist der Terminkalender schnell voll.

“Es ist nicht so einfach aber durchaus möglich. Andere Studierende aus unserem Team kommen dann eher am Wochenende oder machen nur einen Dienst alle paar Wochen. Da gibt es aber eigentlich für jeden eine Möglichkeit.”

Die meisten Einrichtungen kommen den Ehrenamtlern mit viel Flexibilität entgegen. So kann jede*r selbst entscheiden, wie viel Zeit er oder sie gerne für das ehrenamtliche Engagement aufbringen möchte. Das gehört auch ganz klar zu den großen Vorteilen gegenüber einen normalen Studierendenjob, die in der Regel deutlich weniger flexibel sind.

Ehrenamt als fester Bestandteil des Lebens

Für Saskia ist die Arbeit bei der Wasserwacht ein fester und wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Sie investiert gerne viel Zeit in ihr Ehrenamt. Die Liebe zum Wassersport brachte sie damals zu dem freiwilligen Dienst. Dadurch hat sie hier auch viele Menschen mit den gleichen Interessen kennengelernt. Gemeinsam hat man neben der Arbeit auch viel Spaß. Da wird das Ehrenamt auch gerne mal mit der Freizeit verknüpft. Darüber hinaus gibt es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch die Möglichkeit ihr Hobby mit dem Training zu verknüpfen.

„Man profitiert auch auf der persönlichen Ebene sehr stark von dem Ehrenamt. Wir machen mit dem Team viele Wassersportaktivitäten. Dafür steht uns ein privater Trainingssee zur Verfügung, der auch gerne zum gemeinsamen Stand-Up-Paddling genutzt wird”, berichtet die Studentin.

Bei der Wasserwacht arbeiten Menschen aller Altersklassen zusammen und es entstehen langanhaltende Freundschaften. Die Mitarbeiter führen ihr Ehrenamt mit viel Leidenschaft aus und finden dadurch einen sinnvollen Ausgleich zum Alltag.

Mit einem Ehrenamt tut man nicht nur etwas Gutes für andere, man sammelt auch selbst viele Erfahrungen und wertet als Student*in ganz nebenbei auch noch seinen Lebenslauf auf. Für Saskia ist aber grade der gemeinschaftliche Zusammenhalt in ihrem Ehrenamt eine große Motivation.

„Im Team können wir wirklich etwas erreichen. Wir können aktiv Menschenleben retten und sind da, wenn andere Hilfe brauchen.”

Die vielen unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche bei der Wasserwacht bieten darüber hinaus ein hohes Maß an Abwechslung. Langweile und eintönige Routine kennt man hier nicht. Die Einsätze sind meist Unvorhersehbar und Überraschungen sind hier keine Seltenheit.

Saskia im Einsatz für die DRK-Wasserwacht © Saskia Matheisen
Saskia im Einsatz für die DRK-Wasserwacht © Saskia Matheisen

Die freiwilligen Einsätze geben auch viel zurück

Getreu dem Motto „Mit Sicherheit am Wasser” zählen neben der Einsatzarbeit auch Präventivmaßnahmen zu den wesentlichen Aufgaben der Wasserwacht. Die 22-Jährige macht Menschen immer wieder auf die häufig unterschätzten Gefahren des Rheins aufmerksam. Für Saskia ist die Aufklärung ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.

„Mit Präventivarbeit können wir verhindern, dass Unfälle passieren. Ich finde nichts wichtiger, als dass Kinder frühzeitig schwimmen lernen.”

Deshalb macht sie mittlerweile auch verstärkt über Social Media auf das Thema aufmerksam. Mit ihrer Arbeit leistet Saskia einen wichtigen Beitrag und das bekommt sie auch immer wieder zu spüren. Kein Wunder, denn die Studentin hat schon einigen Menschen das Leben gerettet. Die freiwilligen Einsätze geben ihr aber auch viel zurück. Deshalb hat das Ehrenamt in Saskias Leben auch einen ganz besonderen Stellenwert.

Abschließend hat Saskia einen Ratschlag für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, auch ein Ehrenamt neben dem Studium zu beginnen:

„Ich würde einfach nach den individuellen Interessen gehen, dann findet man schnell einen Bereich, der einem auch wirklich Freude macht.”

Persönliche Präferenzen seien eine ideale Ausgangslage. Darüber hinaus kann man auch schauen, wo man vielleicht schon einmal erste Erfahrungen machen konnte. Oft ist es auch hilfreich, sich einfach im lokalen Umkreis umzuschauen. Die Anzahl ehrenamtlicher Organisationen ist erstaunlich groß und in den meisten Bereichen wird immer Hilfe benötigt. Allein in Bonn werden derzeit über 300 Tätigkeiten angeboten. Man wird in der Regel überall schnell fündig. Generell gilt, dass Studierende bei ehrenamtlichen Tätigkeiten mit offenen Armen empfangen werden. Unsicherheit und Scheu sind oft unbegründet, denn die Menschen vor Ort freuen sich über die freiwillige Unterstützung.

 

Beitragsbild: Saskia Matheisen

 

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